Am 1. März ist Equal Care Day

Aktionstag für mehr Wertschätzung und eine faire Verteilung der Sorgearbeit

Die Bonner ‚Initiative Equal Care Day‘ ruft am Montag, 1. März den ‚Aktionstag für mehr Wertschätzung, Sichtbarkeit und eine faire Verteilung der Sorgearbeit’ aus. Unter dem Motto ‚vorausschauende Rücksichtnahme‘ appelliert sie an Verbände und Organisationen, Medien und Wissenschaft, beruflich wie privat Betroffene, sich zu vernetzen und gemeinsam für eine gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung der Sorgearbeit einzustehen.

Mit vielfältigen Aktionen, Vorträgen und Workshops bundesweit und darüberhinaus macht die ‚Initiative Equal Care Day‘ mit ihren Verbündeten darauf aufmerksam, dass die faire Verteilung der Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern, aber auch zwischen alt und jung, reich und arm, zugezogen und alteingesessen die Grundvoraussetzung ist für eine gleichberechtigte Gesellschaft. Sie kritisiert die Priorisierung eines globalen Wirtschaftswachswachstums über nachhaltige, faire Lösungen im Care-Bereich, privat wie professionell.

„Ein Jahr Pandemie genügt offenbar nicht, um die wirtschaftliche und gesellschaftliche Relevanz von Care-Arbeit ins Bewusstsein von Entscheider*innen treten zu lassen, Sorgearbeit ist immer noch schlecht bis unbezahlt und unterschätzt. Deshalb ist wichtig, dass große und kleine Initiativen, Vereine und Verbände zusammenfinden, um gemeinsam mit Care-Tätigen für einen politischen und wirtschaftlichen Wandel einzutreten“, sagt Sascha Verlan, Initiator der Initiative ‚Equal Care Day‘.

Die zaghaften Reaktionen der Politik bleiben auch in der Pandemie weit hinter dem zurück, was CDU/CSU und SPD beispielsweise im aktuell geltenden Koalitionsvertrag zugesagt haben, nämlich die Verbesserung der Vereinbarkeit von Famile und Beruf durch Zuschüsse für haushaltsnahe Dienstleistungen. Deshalb startet die ‚Initiative Equal Care Day‘ gemeinsam mit dem Deutschen Hauswirtschaftsrat am 1.März eine Petition zur Einführung von subventionierten Gutscheinen für haushaltsnahe Dienstleistungen:

„Ohne nachhaltige Erwerbs-Sorge-Modelle werden Kinderbetreuung und die Pflege Angehöriger auch in Zukunft die Hauptursache dafür sein, dass Frauen und vor allem Mütter im Laufe ihres Lebens nur rund halb so viel Einkommen, Altersbezüge und Vermögen erwirtschaften können wie Männer. Zuschüsse für haushaltsnahe Dienstleistungen sind ein erster Schritt, um die Unabhängigkeit von Care-Tätigen zu wahren und sie darin zu unterstützen, ihre Erwerbstätigkeit fortzuführen.“ Almut Schnerring, Autorin von ‚Equal Care. Über Fürsorge und Gesellschaft‘ und Initiatorin des ‚Equal Care Day‘

Der ‚Equal Care Day‘ liegt auf dem 1. März, weil es den eigentlichen Termin, den Schalttag am 29. Februar in diesem Jahr nicht gibt. Der bleibt unsichtbar, wird übergangen, wie die private Care-Arbeit insgesamt, die im allgemeinen Sprachgebrauch nicht als „richtige“ Arbeit gilt und beispielsweise auch nicht in den Berechnungen für das Bruttoinlandsprodukt berücksichtigt wird.

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