Wenn Augenblick und Ewigkeit einander berühren

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    Kunstverein zeigt Bronzen von Alfred Seidel und Fotografien von Dionys Asenkerschbaumer

    (von Tobias Schmidt)

    Passau. „Momentum – Der Augenblick ist Ewigkeit“ lautet der Titel der aktuellen Doppelausstellung in der Sankt Anna-Kapelle. Noch bis 13. November zeigt der Kunstverein Passau dort Bronzen des Bildhauers Alfred Seidel und Fotografien von Dionys Asenkerschbaumer.

    Ein „für mehrere tausend Jahre“ angelegtes Material trifft also auf ein Medium, das wie kaum ein anderes den „Augenblick“ festzuhalten versteht. Beide Künstler suchen auch den „Moment“, in dem ja „das Movens“ steckt, jenes augenblicklich Bewegende, „…darin Zeit und Ewigkeit einander berühren“, wie 1844 der dänische Philosoph und Theologe Søren Kierkegaard dieses alte Wahrnehmungsproblem menschlicher Gegenwärtigkeit beschrieb (Ein Thema mit literarisch-philosophischer Dauerkonjunktur. Sie können auch bei Goethes „Faust“ im Zweiten Teil oder bei Friedrich Nietzsche „Zarathustra“ nachlesen).

    Alfred Seidel „Ein mit Kugel auf Gittersockel“, 2021 (Quelle: Schmidt)

    Warum gelingt es uns Menschen so selten wirklich im Hier und Jetzt zu sein? Wirklich zu existieren, losgelöst vom „Ballast“ der Vergangenheit und der Zukunft? Und warum fühlt sich echte Gegenwärtigkeit zumeist besonders, ja sogar glücklich an? Wo sie doch nur so kurz existieren kann, gerade weil wir um die Unendlichkeit (und die menschliche Endlichkeit darin) wissen.

    Skulpturen von Alfred Seidel vor Kabarettistenporträts von Dionys Asenkerschbaumer (Quelle: Schmidt)

    Es ist dieser Moment, den Alfred Seidel und Dionys Asenkerschbaumer in ihren Arbeiten suchten. Die sich auf ganz eigentümliche Art ergänzen. Da sind zum einen die dünnen, reduzierten, zum Teil auf abstrakten Gitterstrukturen postierte Bronzefiguren. Manche Figuren scheinen im Raum zu interagieren; manche Gitter stürzen ein, ein geordnetes Zusammenleben gerät aus den Fugen. Außerdem setzt sich der in Kellberg arbeitende Künstler mit der Himmelsscheibe von Nebra und ihrer faszinierenden Darstellung von Zeitstrukturen auseinander.

    Alfred Seidel „Lesend“, 2021 vor Fotografie des Künstlers Otto Heigold von Dionys Asenkerschbaumer (Quelle: Schmidt)

    Seidel schuf aber auch Bronzen der Mundpartien voon Kabarettisten wie Luise Kinseher, Gerhard Polt und den Well-Brüdern. Halbmasken des „wichtigsten Werkzeugs“ jener, die uns Zuschauern zum Lachen verhelfen. Mithin also zu einer Gegenwärtigkeitserfahrung, transzendiert der Witz doch Zeit und Ewigkeit, indem er diese „verlacht“. Manche der Seidel’schen Masken tauchen auch in den Fotografien Dionys Asenkerschbaumers auf. Oft sind dies Bühnenportraits von Kunst- und Kulturschaffenden, bildgewordener „Nachklang“ und zugleich stumme Zeugen eben jenes vorher angesprochenen Glücksmoments einer Aktion auf der Bühne.

    Alfred Seidel „Maske abgenommen von der Kabarettistin Luise Kinseher“ (Quelle: Schmidt)

    Die Ausstellung ist noch bis einschließlich 13. November, jeweils Dienstag und Sonntag von 13 bis 18 Uhr, bei freiem Eintritt zu besichtigen.

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