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Montag, Juli 15, 2024

Grenzüberschreitender Luftrettungsdienst

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Bereits seit dem Jahr 2002 gibt es zwischen dem Freistaat Bayern und dem Land Oberösterreich die Vereinbarung, einen grenzüberschreitenden Luftrettungsdienst als europäisches Modellprojekt einzusetzen und dafür einen gemeinsamen Stützpunkt in Suben einzurichten. Im vergangenen Jahr wurde demzufolge ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen dem Zweckverband für Rettungsdienst- und Feuerwehralarmierung (ZRF) und den zuständigen Tochterfirmen von ADAC und ÖAMTC abgeschlossen.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper nahm dies zum Anlass, sich vor Ort von der Crew um Stützpunktleiter Capitän Johannes Schöffl über die einzelnen Abläufe informieren zu lassen.
Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Die Luftrettung mit dem Christophorus 3 hat sich bestens hier in unserem Raum etabliert. Ich freue mich sehr, dass wir diese Kooperation mit dem Vertragsabschluss im vergangenen Jahr fest besiegeln konnten. Mein Dank gilt vordergründig allen Besatzungsmitgliedern, die mit ihrem Einsatz das Sicherheitsnetz aller hier lebenden Menschen deutlich verdichten.“

In den Sommermonaten wird der Dienst in Suben vom der ÖAMTC Flugrettung übernommen. In den Wintermonaten werden die Hubschrauber dagegen für zusätzliche Standorte in den zahlreichen Skigebieten in Österreich benötigt. Ab November kommt daher für das Winterhalbjahr die ADAC-Luftrettung mit einer eigenen Maschine zum Einsatz. Der ADAC kann erfahrungsgemäß im Winter eher einen Hubschrauber bereitstellen als im Sommer. So ergänzen sich die beiden Flugbetriebe. Die Kosten werden geteilt, jeder Betreiber übernimmt für seine Einsatzzeiten die anfallenden Kosten für den Flugbetrieb. Das Einsatzgebiet erstreckt sich über den Großraum Passau bis hin zum oberösterreichischen Innviertel. Das bedeutet, dass das hochqualifizierte Team der Luftrettung für die Gesundheit von nahezu einer Million Menschen zur Verfügung steht.

Capitän Schöffl erläuterte, dass die Mannschaft in der Regel von 7.00 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit ist und nach Eingang der Alarmierung innerhalb von zwei bis drei Minuten startklar ist, um den Notarzt zum Patienten zu bringen. Der wesentliche Vorteil eines Hubschraubers ist dabei seine Einsatzgeschwindigkeit. Zudem ist er unabhängig von Verkehrsstaus und witterungsbedingten Straßenverhältnissen. Gerade bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand oder schweren Verletzungen nach Unfällen entscheiden Minuten über Leben und Tod. Die kurzen Transportzeiten auf dem Luftweg sowie der ruhige und vibrationsarme Flug minimieren zusätzlich das Transportrisiko und verbessern die therapeutischen Chancen der meist kritisch kranken Patienten.

Die Notärzte und Notfallsanitäter, bzw. Rettungsassistenten werden das ganze Jahr über eingesetzt. Hier wird nicht halbjährlich gewechselt. Alarmiert wird die Luftrettung von den Rettungsleitstellen Passau und Innviertel. Der länderübergreifende Rettungshubschrauber ist fester Bestandteil in den Alarmplänen. Je nach Meldebild fordert der Disponent auf Vorschlag des Einsatzleitsystems die Luftretter gleich bei Alarmierung der bodengebundenen Einsatzkräfte mit an. Der optimierte Ablauf kommt dann wiederum dem Patienten zugute, da keine wertvolle Zeit verloren geht.

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