Schmutzige Wäsche ist sein Geschäft

Gemeinsam mit seiner Ehefrau Romana führt der 52-jährige Markus Kallmünzer den Wäschereibetrieb seines Urgroßvaters in der vierten Generation. Foto: obx-news/Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz

Der Regensburger Markus Kallmünzer will das Traditionshandwerk Wäscherei erfolgreich in die Zukunft führen

Regensburg (obx) – Die schmutzige Wäsche anderer Leute zu waschen ist seit vier Generationen das Geschäft der Regensburger Familie Kallmünzer. Öffentliche Verbal-Schlammschlachten sind damit aber nicht gemeint. Seit fast 90 Jahren betreibt die Familie eine Wäscherei in Regensburg. Modernste Technologie hat den Unternehmensalltag längst erobert. Stolz auf die fast ein Jahrhundert währende klassische Handwerkstradition ist Markus Kallmünzer dennoch. Der 52-jährige Unternehmenschef, ein gelernter Textilreinigermeister, will gemeinsam mit seiner Frau das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen – auch wenn die Pandemie aktuell eine große Herausforderung bleibt.

Als sein Urgroßvater die „Wäscherei Trimpl“ im Jahr 1934 in Regensburg gründete, war Waschen noch ein mühsames Unterfangen, sagt Markus Kallmünzer. „Eine richtige Knochenarbeit“, bestätigt der Urenkel des Gründers Josef Trimpl. „Damals wurden die Waschmaschinen noch mit Holz und Kohle beheizt, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Auch waren diese Maschinen nicht in der Lage, den Wasch- und Schleudergang zu vereinen.“ Die gesamte Wäsche musste zum Entwässern per Hand umgeladen werden. Rückblickend habe das Textilreinigerhandwerk, damals noch Wäscher- und Plätterhandwerk genannt, viele Veränderungen durchgemacht. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Romana führt der 52-Jährige den Wäschereibetrieb seines Urgroßvaters in der vierten Generation. 
Ein zehn Personen starkes Team, plus das Ehepaar Kallmünzer und die mittlerweile achtzigjährige Mutter von Markus Kallmünzer, sorgen bei der Wäscherei Trimpl für hygienisch reine und gebügelte Kleidung sowie Tisch- und Bettwäsche. Auch einen Schmutzfangmatten-Reinigungsservice gibt es. „Eben alles was irgendwie wasch- und imprägnierbar ist, auch Vorhänge und Schlafsäcke“, sagt der Handwerksmeister. Zum Glück sei die Arbeit heute nicht mehr so anstrengend wie zu Zeiten seines Urgroßvaters. „Heute nutzt unsere Branche modernste Maschinen und Anlagen, die das Waschen erleichtern und gleichzeitig für mehr Umweltschutz sorgen.“ 

Trotz Hightech sind dem Oberpfälzer Betriebsinhaber die Wurzeln seines jahrhundertealten Handwerks wichtig. Damit den Kunden das auffällt, nutzt die Wäscherei Trimpl heute noch das alte Zunftzeichen der Wäscher und Plätter: „Ein Bügeleisen mit einer weißen Lilie über Wasser“, sagt Markus Kallmünzer, der neben diesem Symbol mit seinem Meistertitel im Handwerk wirbt. Auch sein 19-jähriger Sohn habe die Liebe fürs Handwerk entdeckt, allerdings als Konditor. Schade findet das Markus Kallmünzer nicht: „Klar hätte es mich gefreut, wenn ich ihm den Betrieb einmal hätte übergeben können, aber ich bin froh, dass er einen Beruf gefunden hat, der ihn erfüllt. Das ist das allerwichtigste im Leben.“  

Die Pandemie war und ist auch für den Regensburger Mittelständer eine Herausforderung. Zwar durften Wäschereibetriebe seit Ausbruch der Pandemie geöffnet bleiben, da sie als „systemrelevant“ gelten. Dennoch seien die Einbußen enorm gewesen – vor allem durch den Lockdown der Hotellerie und Gastronomie. Auch das Homeoffice mache sich bemerkbar: Weniger Hemden zum Waschen und Bügeln würden vorbeigebracht. Seinen Optimismus hat der Handwerksmeister dennoch nicht verloren: Markus Kallmünzer hofft auf den nächsten Aufschwung.