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Dienstag, Juli 16, 2024

Händler ächzen unter Bürokratiebelastung

Lesestoff

Sitzung des IHK-Handelsausschusses bei Apfelböck in Eging

Auch wenn sich der niederbayerische Einzelhandel dank der guten Konsumlaune der Verbraucher noch gegen den allgemeinen Negativtrend in der Wirtschaft stemmt, sehen die Händler doch zwei große Themen als problematische Herausforderungen: den Fachkräftemangel und eine überbordende Bürokratie. Das wurde bei der Sitzung des Fachausschusses Handel der IHK Niederbayern in Eging deutlich. „Bürokratische Auflagen binden Zeit, die wir für unsere Unternehmen und für den Kunden nutzen sollten. Mit den dahinter stehenden Zielen wie Datenschutz, Hygiene oder Verhinderung von Missbrauch identifizieren wir uns als Händler, doch die komplizierte und praxisferne Umsetzung der Regeln sowie ihre schiere Menge machen uns das Leben schwer. Gut gemeint ist da oft nicht gut gemacht“, beklagte die Ausschussvorsitzende Petra Steinberger.

Die Unternehmensvertreter im Ausschuss lieferten dazu einiges Anschauungsmaterial. Angesprochen wurde beispielsweise die neue Kassenrichtlinie. Darin wurden ursprünglich ab 1. Januar 2020 von den Händlern technische Sicherheitslösungen verlangt, die zu diesem Zeitpunkt flächendeckend gar nicht vorhanden gewesen wären. Die IHK-Organisation hatte sich hierzu zwar erfolgreich für einen Aufschub stark gemacht, trotzdem bringe die Richtlinie in anderen Punkten viel Aufwand für die Unternehmen oder führe etwa durch die in vielen Fällen entstehende Belegausgabepflicht in Papierform andere Vorgaben zur Müllvermeidung im Handel ad absurdum. Weitere Negativ-Beispiele fanden sich etwa bei Zollformalitäten oder im Wirtschaftsaustausch innerhalb der EU, der durch Bürokratiehemmnisse erschwert werde. Aber auch Kundenwünsche könnten widersprüchlich sein, das zeigte ein Beispiel aus dem Lebensmittelbereich. Der Kunde möchte unverpackte Gurken, aber gleichzeitig makellos pralle Ware – ein Widerspruch, der sich im Feldversuch nicht auflösen ließ und für den Händler letztlich im Verlust endete.

Zum Komplex Fachkräftemangel erläuterte Andreas Dietz vom Integrationsfachdienst Niederbayern Chancen und Fördermöglichkeiten für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Handelsbetrieben. Seiner Überzeugung nach seien solche Mitarbeiter, wenn sie in das Unternehmen gut integriert sind, besonders motivierte und treue Kräfte. Thomas Breinfalk stellte als Branchenbetreuer für den Handel die aktuellen Projekte der IHK vor. Geplant seien beispielsweise für 2020 die Beratungsbausteine „IHK-Webcheck“ und „IHK-Storecheck“, um Ladengeschäft und Online-Welt effektiv miteinander zu verzahnen.

Nach der Diskussion ging es dann ins Konkrete: Rudolf Freund, Inhaber des Haushaltswaren-Fachgeschäfts Apfelböck in Eging, stellte als Gastgeber sein Unternehmen vor, beantwortete Fragen und tauschte sich bei einem Rundgang mit den Branchenkollegen zu Handelsfragen aus.

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