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Montag, Juli 15, 2024

Nahrungsmittelallergie-Tests für zu Hause

Lesestoff

Mehr Verunsicherung als Nutzen laut VerbraucherService Bayern

Frei verkäufliche Allergie-Tests zum Nachweis von IgE-Antikörpern gegen „gängige“ Lebensmittel werben mit einfacher und schneller Anwendung. Ohne die richtige Auswertung und Interpretation der Ergebnisse ziehen Verbraucherinnen und Verbraucher jedoch mitunter falsche Schlüsse daraus, mit entsprechenden Konsequenzen.

„Ein Nachweis von IgE-Antikörper gegen bestimmte Nahrungsmittelbestandteile zeigt an, ob unser Körper in der Lage ist, eine allergische Reaktion auf das entsprechende Lebensmittel auszulösen. Der Test sagt uns aber nicht, ob das auch tatsächlich der Fall ist“, erklärt Eva Kirchberger, Ernährungsexpertin beim VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB).

Bildet der Organismus IgE-Antikörper gegen Allergene, spricht man von Sensibilisierung. Von einer Allergie ist hingegen erst die Rede, wenn das entsprechende Lebensmittel auch allergische Symptome auslöst. Wird das Lebensmittel trotz vorhandener IgE-Antikörper im Blut vertragen, löst es also keine allergischen Symptome aus, nennt sich das stumme Sensibilisierung und Toleranz. IgE-Antikörpertests sind nur ein Baustein in der Allergiediagnostik, die von erfahrenen Allergologinnen und allergologischen Ernährungsfachkräften durchgeführt werden sollte. Der Besuch in den spezialisierten Praxen findet idealerweise bereits vor der Testung statt.

Eine breite Testung auf viele Allergene führt, ohne weitere Anamnese, meist zu großer Verunsicherung beim Verbraucher und hat oft zur Folge, dass Betroffene verträgliche Lebensmittel aus Vorsicht meiden. „Dies schränkt nicht nur die Lebensqualität ein und führt im Extremfall zu Mangelerscheinungen, sondern kann auch die Toleranzschwelle eines Lebensmittels herabsetzen“, so Kirchberger. Denn reagiert der Organismus trotz vorhandener IgE-Antikörper nicht mit allergischen Symptomen auf das entsprechende Nahrungsmittel, so bleibt diese Toleranz durch regelmäßigen Verzehr meist erhalten. Streichen wir das Lebensmittel jedoch aus dem Speiseplan, ist es möglich, dass die Toleranz verloren geht.

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