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    Passau/Hermannsberg – „Brennende Themen haben die Teilnehmer genug!“ Kerstin Rose vom Passauer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) und Organisatorin des offenen Treffens „Soziale Landwirtschaft Niederbayern/Oberpfalz“ hatte beim siebten Netzwerktreffen wieder einen facettenreichen Strauß an Themen „beackern“ können.

    Die mehr als 30 Interessierten an der Sozialen Landwirtschaft wurden von der Expertin, sowie dem Leitenden Landwirtschaftsdirektor Johannes Hebauer (AELF Regensburg) und dem Hausherrn Manfred Schmidt im Bildungshaus Hermannsberg begrüßt. Kerstin Rose zeigte in einem kurzen Rückblick die vielversprechenden Entwicklungen in der Sozialen Landwirtschaft seit dem sechsten Treffen vor vier Monaten auf und wies auf kommende Aktivitäten hin, wie z.B. das deutschlandweite Einsteigerseminar am 7./8. April in Erfurt: „Es tut sich enorm viel“, so ihr Fazit.

    Die „Wwoofer“ stellte Michaela Weiß, Sozialteam, der Teilnehmergruppe vor, die sich aus vielen Praktikern, aber auch Vertretern von sozialen Institutionen zusammensetzten: „Wwoofer sind Menschen, die für Kost und Logie auf einem, meist ökologisch wirtschaftenden Bauernhof, für einige Zeit mitarbeiten wollen. Sie können sich auf der internationalen Wwoofer-Homepage informieren“, riet die Referentin und Mitwirkende des Vorbereitungsteams der Veranstaltung. Anbieter von Wwoofing könnten sich hier registrieren lassen, nachdem sie vorab ein kleines Prüfungsverfahren durchlaufen hätten.

    Die Arbeitsgruppe „Kinder & Jugendliche“ des Netzwerkes hatte Ludwig Lukas, „soproma“ Bad Dürkheim, eingeladen. Der Sozialpädagoge erläuterte ausführlich sein integratives Konzept. Benachteiligte Jugendliche werden auf Bauernhöfe vermittelt und leben dort wie bei Pflegeeltern. Die notwendige pädagogische Unterstützung erhalten die Beteiligten von soproma – zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das soziale Unternehmen hat mittlerweile auch in Bayern „Filialen“. Ludwig Lukas ermunterte die anwesenden Sozialpädagogen zum Mitmachen. Die Jugendlichen würden sich sehr gut in die Landwirtschaft integrieren und ihre Chance seien groß, wieder „Boden unter den Füßen“ zu spüren.

    Grundsätzlich sei die Zusammenarbeit mit dem zuständigen Jugendamt von großer Bedeutung, so Referent Lukas. Das Jugendamt begleite zusammen mit soproma den Jugendlichen und die Maßnahme. Eine gute Absprache sei sehr wertvoll, bedeutete der erfahrene Leiter.

    Ergänzend zu dem Thema begrüßte Kerstin Rose zwei Vertreterinnen der Regensburger Jugendämter, Hilde Schwarzfischer (Stadt Rgbg.) und Renate Klemm (Landkreis Rgbg.). Ihr Knowhow zum Thema Pflegeeltern war unübersehbar. Chancen und Risiken, finanzielle Unterstützung und die große Einsatzbereitschaft rund um die Uhr wurden herausgestellt. „Danke, dass Sie sich überhaupt mit dem Thema beschäftigen“, war das Lob an die Teilnehmer. Dass es keine Selbstverständlichkeit sei, Kinder und Jugendliche mit einer langen Geschichte aufzunehmen, und sein eigenes Familienleben auf Dauer zu öffnen, sei völlig normal, betonten die Fachfrauen.

    Vom nächsten Referenten wollten die Netzwerker wissen: Was muss ich beachten, wenn Nicht-Familienmitglieder auf dem Hof sind? Der Referent Fritz Allinger, Landshuter Berufsgenossenschaft, berichtete über die umfassende Hilfestellung seiner Mitarbeiter. Der Landwirt müsse vorab sowohl seine Haftpflichtversicherung wie auch die zuständige Berufsgenossenschaft informieren. Ein Mitarbeiter würde dann gemeinsam mit dem Landwirt eine kostenlose Hofbegehung mit sachkundiger Beratung vornehmen. „Prävention ist wichtig! Die Mitarbeiter sehen mit ihren geschulten Augen sofort die Gefahrenstellen auf den Höfen“, resümierte der Experte.

    Nach einem vorzüglichen Fingerfood-Mittagessen, serviert von dem Inklusions-Küchen-Team des Bildungshauses, stellte AOVE-Geschäftsführerin Waltraud Lobenhofer ein-drucksvoll ihre Arbeit vor. Dem Teilbereich „Alt werden zu Hause“ galt dabei der besonde-re Fokus. AOVE (Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach) wird von neun Kommunen der Oberpfalz, Landkreis Amberg-Sulzbach, und u.a. dem Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz finanziert. Mit viel Engagement und gemeindlicher wie auch ehrenamtlicher Unterstützung wird die Region vorangebracht.

    Dass Senioren den letzten Lebensabschnitt in den eigenen vier Wänden plus Außenkontakt verbringen können, sei erklärtes Ziel des Projekts und der zugehörigen Koordinationsstelle. Die Erfolge können sich sehen lassen, wie die Erläuterungen der Fachfrau bewiesen. Dies könne jederzeit auf einen landwirtschaftlichen Betrieb umgesetzt werden, zeigte die Referentin auf.

    Der Nachmittag des Treffens wurde zum Netzwerken genutzt. „Staubsauger-“ und „brennende Themen“ wurden im Gespräch geklärt bzw. neue Meilensteine (=Hausaufgaben) formuliert. Die Themen mit den meisten Interessenten liegen bei Kindern und Jugendlichen, sowie den Senioren. Bei der Jugend wird vor allem eine stationäre Unterbringung auf dem Bauernhof im Fokus des nächsten Treffens stehen. Die Senioren-Arbeitsgruppe möchte erarbeiten, wie man als „Austragler“ auf dem Hof den Lebensabend sinnvoll gestalten könne, vor allem, wenn der Hof stillgelegt und die Flächen verpachtet seien.

    Eine Hofführung rundete die Veranstaltung ab. Stefan Graf, Inklusions-Mitarbeiter der Landwirtschaft, berichtete gemeinsam mit dem verantwortlichen Landwirt Emil Forster von seinen alltäglichen Tätigkeiten. Mit Applaus zollten die Teilnehmer Stefan den verdienten Respekt. Der Leiter der KJF-Werkstätten Mitterfels, Manfred Schmidt, führte die Gruppe über das Außengelände des Hermannsbergs. Die Menschen mit Behinderung verrichten hier und außerhalb v.a. Landschaftspflege-Arbeiten, versorgen den Gemüsegarten und kümmern sich um die Tiere, wie z.B. das Hirschgehege.

    Zum Abschluss dankte Kerstin Rose ihrem Vorbereitungsteam, sowie den landwirtschaftlichen Verbänden für die Unterstützung, z.B. Rita Blümel, Regensburger Kreisbäuerin, und den bayerischen Bio-Anbauverbänden. Auch der anwesende, engagierte Leiter der Sozialverwaltung der Oberpfalz, Dr. Benedikt Schreiner, wurde mit Lob bedacht. Er würde fachlich viel beitragen und so manche offene Frage könnte fundiert und sofort geklärt werden, stellte die Organisatorin dankbar fest.

    Das nächste offene Netzwerktreffen „Soziale Landwirtschaft Niederbayern/Oberpfalz“ fin-det in Niederbayern statt am Montag, 14.November 2016. Informationen bei Kerstin Rose, AELF Passau-Rotthalmünster, kerstin.rose(at)aelf-pa.bayern.de oder Tel: 0851/95 93 435.

    (Pressemitteilung, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Passau-Rotthalmünster)

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