Elektronischer Lebensretter an Bord?

Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf

Was beim Neuwagenkauf in der Regel hohe Priorität besitzt, darf beim Gebrauchtwagenkauf keine untergeordnete Rolle spielen: die Sicherheitsausstattung. „Vom Umfang der elektronischen Lebensretter hängt es stark ab, wie gut die Beteiligten im Straßenverkehr geschützt werden“, sagt Ronald Hufnagel, Gebrauchtwagenexperte bei DEKRA.

Zu den klassischen Lebensrettern gehören die aktiven Notbremssysteme, die den Fahrer bei einer drohenden Frontalkollision warnen und, falls der Fahrer nicht rechtzeitig reagiert, notfalls automatisch eine Notbremsung einleiten. Sie setzen damit die Aufprallgeschwindigkeit herab, so dass Insassen und weitere Beteiligte weniger schwere Verletzungen davontragen. Andere Systeme wie etwa ESP, Müdigkeitswarner, Spurhalteassistent oder adaptiver Tempomat spielen ihre Stärken bei der Vermeidung von Unfällen aus.

Damit der Sicherheitsaspekt auch beim Kauf eines Gebrauchten nicht zu kurz kommt, empfiehlt es sich, bei der Fahrzeugsuche in den Online-Börsen darauf zu achten, dass die entsprechenden Kreuzchen für die gewünschte Ausstattung gesetzt sind. Manchmal führt die Variation des Erstzulassungsjahrs zum Ziel. Vor dem Jahr 2014 zugelassene Fahrzeuge haben in den unteren Klassen nicht selbstverständlich eine Fahrdynamikregelung wie ESP oder ESC an Bord. Kam der Gebrauchte als Re-Import ins Land, heißt es genau hinschauen, welche Ausstattungsdetails konnkret verbaut sind.

Weiter empfiehlt es sich, vor allem bei älteren Gebrauchtwagen auf zwei Punkte zu achten: erstens, ob die ausgewiesenen Sicherheitssysteme tatsächlich an Bord sind und zweitens, ob sie auch fehlerfrei arbeiten. Nach Untersuchungen von DEKRA müssen drei bis acht Jahre alte Fahrzeuge aufgrund der abgerufenen Fehlermeldungen zu rund zehn Prozent in die Werkstatt.

Ob die elektronischen Systeme eines Fahrzeuges fehlerfrei arbeiten, können Halterinnen und Halter durch einen System-Check überprüfen lassen, der von der Sachverständigen-Organisation DEKRA entwickelt wurde. „Mit dieser Prüfung ist es möglich, versteckte Mängel an der Elektronik und auch die Plausibilität des angegebenen Tacho-Standes zu überprüfen“, erklärt Hufnagel. Damit vermeidet man mögliche Einbußen bei der Sicherheit, unter Umständen auch hohe Folgekosten für Reparaturen.