Tag der Natur- und Landschaftsführer in Waldkirchen

Naturpark-Mitarbeiter Marco Müller führte durch die Saußbachklamm (Foto: J. Matt)

Neue Aktivitäten des Naturparks und Austausch im Mittelpunkt

Waldkirchen. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte 1993 als erster in Bayern begonnen, Natur- und Landschaftsführer auszubilden. Mittlerweile sind die Kurse bundesweit und sogar bis Österreich und Südtirol etabliert. Im Naturpark trifft man sich seither einmal im Jahr zum Tag der Natur- und Landschaftsführer. Dieses Jahr hatte man sich bewusst am Haus der Natur, Kultur, Kunst und Jugend (HNKKJ) in Waldkirchen zum Austausch getroffen. Die Fortbildung fand im Rahmen des Projekts „Wilde Mittelgebirgsbäche“ statt, welches der Naturpark zusammen mit dem HNKKJ ins Leben gerufen hat und die Umweltbildung rund um Waldkirchen intensiviert. Die 25 Teilnehmer wurden von Johannes Matt, Naturpark-Mitarbeiter, unter anderem zuständig für die Intensivierung der Umweltbildung im südlichen Landkreis Freyung-Grafenau, begrüßt. Mit eingeladen waren auch Waldführer des Nationalparks.

Dr. Helmut Linhard zeigte den Natur- und Landschaftsführern die umfassende naturkundliche Ausstellung im HNKKJ in Waldkirchen (Foto: J. Matt)

Als ersten Programmpunkt der Fortbildung führte Dr. Helmut Linhard durch die naturkundliche Ausstellung im HNKKJ. Anhand der umfangreichen Gesteinssammlung konnte er den bewanderten Natur- und Landschaftsführern auch einige geologische Besonderheiten zeigen. So wie beispielsweise Moldavite, grüne, natürliche Gläser, die vor 15 Millionen Jahre beim Einschlag eines großen Meteoriten im Nördlinger Ries entstanden und großteils im Gebiet der Tschechischen Republik niedergegangen sind. Sein unermessliches Wissen über die örtliche Flora und Fauna hinterließ bei allen Teilnehmern einen bleibenden Eindruck. Anschließend stellte Johannes Matt Aktuelles und neue Aktivitäten des Naturparks vor. Die Bandbreite reichte von neuen Projekten wie Naturpark-Kindergärten und -Schulen, über weitere Naturlehrpfade und neuem Informationsmaterial, dem Projekt Lichtverschmutzung und Sternenpark bis zum Projekt „Wilde Mittelgebirgsbäche“ rund um Waldkirchen.

Nach einer stärkenden Pause im Restaurant Ringelnatz stand eine dreistündige Exkursion durch die Saußbachklamm auf dem Programm. Marco Müller vom Naturpark Bayerischer Wald führte die Teilnehmer in die historische Landnutzung, seltene Tier- und Pflanzenarten im Naturschutzgebiet, wie Tüpfelfarn oder Bachquellkraut und auch dem aktuellen Zustand der benachbarten Wiesen ein.

Der Naturpark organisierte den diesjährigen Natur- und Landschaftsführertag in Waldkirchen (Foto: J. Matt)

Ergänzt wurden seine Ausführungen vom ortskundigen Wald- und Landschaftsführer Franz Uhrmann. Während der gesamten Fortbildung wurde die Zeit intensiv genutzt, um sich untereinander auszutauschen. Am Ende der Fortbildung bedankte sich Johannes Matt bei den Natur- und Landschaftsführern, die als Multiplikatoren viel mit Gästen und Einheimischen unterwegs sind und mit ihrem großem Engagement die Angebote und Aufgaben des Naturparks weitergeben.