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Freitag, Juli 19, 2024

Förderung für den Erhalt der Pluralität des Bildungssystems

Lesestoff

Auch Schulen in kirchlicher bzw. privater Trägerschaft können von Bundesprogramm profitieren

Passau. „Die Corona-Pandemie stellt den privaten Sektor unseres Bildungssystems vor größte Herausforderungen“, so die zentrale Botschaft der Geschäftsführerin der Evangelischen Erziehungsstiftung Ortenburg, Gabriele Zahn im Austausch mit den Abgeordneten Walter Taubeneder und Prof. Dr. Gerhard Waschler. Aufgrund der pandemisch bedingten Verschlechterung der finanziellen Situation der Evangelischen Landeskirche, werden die Zuschüsse für die in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Privatschulen ab dem Jahr 2022 abgesenkt. Hiervon ist auch die Evangelische Erziehungsstiftung Ortenburg als Träger der Evangelischen Realschule Ortenburg, des Internats der Evangelischen Realschule sowie der offenen Ganztagsbetreuung einschlägig betroffen, weshalb sich für den Träger die Frage nach Möglichkeiten der Partizipation an den gegenwärtigen staatlichen Hilfeleistungen im Bildungsbereich stellt.

Die Evangelische Realschule Ortenburg finanziert sich zu rund einem Viertel aus kirchlichen Zuschüssen. Die Evangelische Erziehungsstiftung als Träger, die Evangelische Schulstiftung Bayern als Dachverband sowie die Evangelisch-Lutherische Landeskirche leisten einen wesentlichen finanziellen Anteil zur Bereitstellung der Gebäude und Außenanlagen, für den laufenden Bauunterhalt und Modernisierungsmaßnahmen sowie die Personal- und Finanzverwaltung. Das Internat der Evangelischen Realschule finanziert sich – neben den Beiträgen – zudem vollständig aus kirchlichen Mitteln. Ein Rückgang der kirchlichen Zuschüsse stellt Schule und Internat folglich für große finanzielle Herausforderungen, wie Gabriele Zahn erläutert. Nachdem man zur Zeit der Schulschließung auch die Internatsbeiträge erlassen hatte, müsse nun eine Erhöhung des Kostensatzes für die Internatsplätze, aber auch ein Ausgleich von staatlicher Seite geprüft werden, stellt Stiftungsvorstand Klaus Jeggle dar.

Um trotz der coronabedingten Beeinträchtigungen der Schuljahre 2019/20 und 2020/21 die Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit für alle bayerischen Schülerinnen und Schüler zu wahren, hat die Bayerische Staatsregierung unter dem Titel „gemeinsam.BRÜCKEN.bauen“ ein umfangreiches Förderprogramm aus schulischen und außerschulischen Förderangeboten beschlossen, wie MdL Taubeneder ausführt. Dieses Förderprogramm zum Ausgleich pandemiebedingter Nachteile, welches sowohl eine Lern- als auch eine Sozialkompetenzförderung beinhaltet und zusätzliche Mittel für externes Personal sowie fachliche Unterstützungsangebote bereitstellt, steht neben den staatlichen Schulen sowie allen Förderschulen nun auch den Schulen in privater Trägerschaft zur Verfügung.

Ähnlich stellt sich die Lage im Bereich des dahingehenden Bundesprogramms dar, wie MdL Prof. Dr. Gerhard Waschler, bildungspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion informiert. Vom durch den Bund aufgelegten Förderprogramm zum Ausgleich pandemiebedingter Nachteile im schulischen Bereich, kann die Evangelische Realschule Ortenburg auch als Schule in privater bzw. kirchlicher Trägerschaft profitieren, so MdL Waschler. Die hohe Qualität des bayerischen Bildungssystems sei auch ein Verdienst seiner Pluralität, wie die beiden Abgeordneten hervorheben. Die Schulen in kirchlicher bzw. privater Trägerschaft seien hierbei integrale Bestandteile und würden auch weiterhin staatliche Unterstützungsleistungen erhalten, wie Taubeneder und Waschler versichern.

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