Nationalpark und Ferienregion rücken enger zusammen

Dr. Franz Leibl, Leiter des Nationalparks (l.) und Bürgermeister Martin Pichler, Vorsitzender der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

Kooperationsvertrag unterzeichnet – Im Mittelpunkt der Leitidee steht Bewahrung der Natur

Schönberg. Jetzt steht es schwarz auf weiß geschrieben: Der Nationalpark Bayerischer Wald und die Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald wollen künftig noch enger zusammenarbeiten. Um die bisherigen gemeinsamen Projekte auf ein solides Fundament zu stellen sowie neue Ziele zu setzen, wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

„Tourismus spielt für uns als Schutzgebiet eine wichtige Rolle“, erklärte Franz Leibl, Leiter der Nationalparkverwaltung bei der Unterzeichnung der Kooperation im Kunst- und Kulturhaus in Schönberg. „Als Nationalpark ist es unsere Aufgabe, den Besuchern naturverträgliche Formen der Erholung und des Naturerlebens zugänglich zu machen.“ Um diesen Auftrag gerade in Zeiten eines stetig zunehmenden Besucherandrangs erfüllen zu können, seien starke Partner an der Seite von großer Bedeutung.

Regelverstöße, wie Wildcampen, Wandern abseits markierter Wege oder achtloses Wegwerfen von Müll, nehmen laut Leibl in starkem Maß zu. „Wir brauchen Verbündete, die unsere Besucher dafür sensibilisieren, wie empfindlich und schützenswert die Artenvielfalt im Nationalpark ist.“ Touristiker seien für Urlaubsgäste oft die ersten Ansprechpartner vor Ort und daher ein wichtiges Sprachrohr. „Es freut mich sehr, dass wir mit der Ferienregion nun noch enger zusammenrücken.“

Auch Martin Pichler, Bürgermeister von Schönberg und Vorsitzender der Ferienregion stimmte dem zu. „Der Nationalpark ist die wichtigste Attraktion in der Urlaubsregion Bayerischer Wald. Damit dies auch so bleibt, ist es unabdingbar, dass wir den Tourismus nachhaltig und naturverträglich ausrichten.“

In den vergangenen Jahren habe man bereits eine gute Basis für die Zusammenarbeit geschaffen. Regelmäßig gemeinsame Auftritte bei Messen und Veranstaltungen fanden ebenso statt wie Schulungen der Mitarbeiter in den Tourist-Informationen. Auch wenn es um Änderungen im Bereich des ÖPNV ging, wurde bereits im Vorfeld beraten und diskutiert. Mit dem Kooperationsvertrag wird die Agenda nun um weitere Punkte ergänzt: „Wir wollen uns bei Kampagnen sowie bei Print- und Onlineprodukten noch besser abstimmen“, erklärt Martin Pichler. „Bei Wander- oder Radtouren brauchen wir engere Schnittstellen, außerdem ist eine regelmäßige Evaluierung der Zusammenarbeit wichtig.“

Die Vertreter des Nationalparks Bayerischer Wald und der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald (Foto: Elke Ohland/Nationalpark Bayerischer Wald)

Um den Kooperationsvertrag gemeinsam zu erarbeiten, war ursprünglich ein Workshop geplant. Coronabedingt konnte dieser nur virtuell stattfinden. „Mit den Ergebnissen sind alle Beteiligten dennoch sehr zufrieden“, berichtete Andrea Rothkopf vom gleichnamigen Projektbüro. Im Mittelpunkt stand die Erarbeitung einer gemeinsamen Leitidee. „Der wichtigste Punkt hierbei ist die Bewahrung der Natur im Schutzgebiet. Nur durch die konsequente Umsetzung der Philosophie ‚Natur Natur sein lassen‘ ist diese einmalige Wildnis entstanden und mittlerweile zum Alleinstellungsmerkmal des Schutzgebiets geworden.“

Ansprechen wollen die Kooperationspartner künftig vor allem Gäste, die wegen der einzigartigen Natur in das Schutzgebiet kommen, mehrere Tage bleiben und einen hohen Anspruch an die Aufenthaltsqualität haben. „Mit der Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt getan, um mehr touristische Wertschöpfung und Gästezufriedenheit zu erreichen und den Nationalpark als Markenkern in den Mittelpunkt zu stellen.“