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Mittwoch, Juli 17, 2024

Gelebter Klima- und Artenschutz in der Region

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Unterstützer des Projekts Klima-Landwirtschaft in Südostbayern treffen sich in Freyung zum informativen Feldtag

Die regionale Landwirtschaft als Teil der Lösung – dieses Ziel verfolgt die Nachhaltigkeitsstrategie des Landkreises Freyung-Grafenau mit dem „Projekt Klima-Landwirtschaft (PKL)“. Lokale Paten unterstützen im Rahmen dieser Initiative Landwirte finanziell, die bestimmte Umweltleistungen auf Ihren Flächen erbringen. Dafür erhalten die Paten im Gegenzug ein anerkanntes Nachhaltigkeits-Zertifikat oder auf Wunsch auch ein international anerkanntes „Kombi-Zertifikat“ für CO2-Leistungen. Der Landkreis Freyung-Grafenau hat eine Ankerpatenschaft für das Projekt übernommen. Im Rahmen eines informativen Feldtages wurden nun bereits laufende Projekte vorgestellt. Ein Praxisbeispiel etwa konnten die Besucher bei der Exkursion zur Biogasanlage Bioenergie Süd in Hohenau begutachten. Es zeigte unter anderem: Klimaschonende Bewirtschaftung funktioniert auch im Grünland. Mit den Landkreisen Freyung-Grafenau und Cham engagieren sich seit diesem Jahr erstmalig zwei Grünlandregionen im Projekt Klima-Landwirtschaft.
Anlässlich der Weiterentwicklung des Projekts kamen Unterstützer, Paten und Klima-Landwirte aus der Region in Freyung zu einem Infotermin mit anschließender Feldexkursion zusammen. „Freyung-Grafenau ist eine Tourismusregion und lebt von der charakteristischen Kulturlandschaft. Diese Kulturlandschaft gäbe es aber nicht ohne die bäuerlichen Strukturen. Wir freuen uns, dass wir mit dem Projekt Klima-Landwirtschaft eine Lösung gefunden haben, die Landwirte in der Region zu unterstützen und gleichzeitig in Klima- und Artenschutz zu investieren“, erklärte dabei der stellvertretende Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau Franz Brunner.
Im Rahmen der Exkursion zur Biogasanlage Bioenergie Süd in Hohenau erläuterte Geschäftsführer Christoph Ratzinger die Synergieeffekte zwischen tierhaltender Landwirtschaft und Biogasanlagen. Im Rahmen des Projektes liefern die Landwirte Albert Reyhofer und Josef Pfeiffer zusätzliche Gülle und Festmist an. Dies erhöht den Anteil des Biosubstrats in der Vergärung und reduziert damit den CO2-Fußabdruck der Anlage insgesamt. Nach der Vergärung kann dieser Input wieder als Gärrest auf die Felder zur Düngung. „Durch den Humusaufbau und der Verbesserung von Bodenstruktur und Artenzusammensetzung im Grünland steigt meine Grundfutterleistung. Jetzt kann ich nicht nur Kraftfutter einsparen und die Erträge steigern, sondern
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Freyung, 25.10.2023
auch gleichzeitig CO2 reduzieren“, so Reyhofer. Pfeiffer nannte neben der effizienten Nutzung landwirtschaftlicher Abfälle auch die Einsparungen beim Lagerplatz als klaren Vorteil.
Der Einladung nach Freyung waren auch einige der Paten aus der Region Südostbayern gefolgt. Knaus Tabbert aus Jandelsbrunn zum Beispiel übernimmt seit Projektstart im Juli 2023 eine größere Patenschaft. Neben dem Einsatz von 100% Strom aus erneuerbaren Quellen an allen deutschen Produktionsstandorten und eigener regenerativer Strom- und Wärmeproduktion will sich der Wohnmobil-Hersteller auch regional für Klimaschutz und die Reduzierung von Emissionen engagieren. „Das Projekt Klimalandwirt bietet uns hierfür beste Gelegenheit.“, so Hubert Holzbauer, Leiter des Nachhaltigkeitsmanagements bei Knaus Tabbert. Große Unterstützung kommt auch von EDEKA Buchbauer. Dort wird man in mehreren der über 20 Verbrauchermärkten in Südostbayern bald spezielle regionale Produkte kaufen können, von deren Erlös jeweils ein Teil in das Projekt Klima-Landwirtschaft fließt. „Damit unterstützen wir diese wie wir meinen hilfreichen Aktivitäten im Klima- und Artenschutz in unserer Region“, erklärt Thomas Weitl vom Verbrauchermarkt-Betreiber.
Auch im laufenden Projekt ist ein Engagement als Klima-Landwirt oder die Übernahme einer Patenschaft möglich. Interessierten Unternehmen und Landwirten steht Eva Osterer als lokale Ansprechpartnerin am Landratsamt Freyung-Grafenau zur Verfügung (eva.osterer@landkreis-frg.de, 08551573204). Für Fachfragen zum diesem Projekt, sowie weitere Aktivitäten im Umfeld, können sich Interessierte gerne auch direkt an Kurt Herbinger (kurt.herbinger@baywa.de, 0162 2820923) wenden. Weitere Infos unter https://www.baywa.de/de/i/entdecken/klimalandwirtschaft/klima-landwirtschaft/.

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