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Den Trauerweg nicht alleine gehen

Lesestoff

Neue KDFB-Trauergruppe ab 5. Oktober 2022

Passau. Wer durch den Tod einen geliebten Menschen verliert, wird plötzlich aus seinem bisherigen Dasein herausgeschleudert. Nichts ist mehr, wie es war. Eine tiefe innere Leere, Ohnmacht und Traurigkeit breiten sich aus. Der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) in der Diözese Passau steht Menschen in dieser schwierigen Lebensphase bei. Im Oktober startet eine neue feste Trauergruppe.

„Man kann es vergleichen mit dem Sturz in eine andere Welt – in die Trauerwelt. Für lange Zeit ist sie die innere Umgebung, in der Trauernde leben müssen“, wissen die KDFB-Trauerbegleiterinnen Ulrike König und Brigitte Hartl. In dieser neuen Welt ist alles fremd, Trauernde fühlen sich orientierungslos, hilflos und kraftlos. „Hier gibt es auch verschiedene Landschaften: die Seelenlandschaften. Eine davon ist die Wüste. Trauer fühlt sich für manche Menschen wie ein Gang durch die Wüste an. Wir verbinden mit Wüste Leere, Anstrengung, ausgetrockneten Boden, kein Lebenszeichen, Durst, kein Ziel vor Augen, Trostlosigkeit, Einsamkeit und Orientierungslosigkeit. Die Wüste kann das eigene Leben bedrohen“, führt König aus. Auch in der Trauer gehe es ums Überleben, denn durch den Tod eines geliebten Menschen sei auch das eigene Leben bedroht. Die Trauernden fühlten sich oft innerlich leer, alles Lebendige in ihrem Innern sei erstarrt. Und doch: „In der trostlosen Wüste gibt es verborgene Quellen und Oasen, an denen man sich stärken und Kraft tanken kann. Für Trauernde ist es wichtig, solche Kraftquellen im Alltag zu suchen und zu finden. Es ist wichtig, immer wieder in sich hineinzuhören und zu fragen: Was würde mir im Moment guttun?“, so König weiter. Das können Kleinigkeiten wie ein Spaziergang, gutes Essen, leichter Sport oder ein Besuch im Theater sein. Und manchmal tut Unterstützung von außen gut.

Im Rahmen der Trauergruppe wollen Ulrike König und Brigitte Hartl trauernde Frauen und Männer ein Stück auf ihrem Trauerweg begleiten. Das wöchentliche Treffen zeigt den Betroffenen, dass sie nicht alleine sind. Im geschützten Raum können sie Halt und Trost erfahren, über ihre Gefühle reden und sich mit anderen Betroffenen, gleich welcher Konfession, austauschen. Die Trauergruppe trifft sich an acht Nachmittagen von 15 Uhr bis 17 Uhr im Seelsorgeamt in Passau (Domplatz 3). Sie beginnt am 5. Oktober und endet am 23. November 2022.

Um Anmeldung im KDFB-Büro unter Telefon 0851 36361 oder E-Mail kdfb.passau@bistum-passau.de wird gebeten. Zudem können sich Interessierte direkt bei Ulrike König unter Telefon 08501 914422 anmelden. Die Teilnahmegebühr beträgt 50 Euro.

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