(v.l.) Landrat Sebastian Gruber / Bezirksobmann und Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Stefan Proßer/ Ministerialdirektor Dr. Christian Barth, Bayerisches Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz / Leiter der Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald Herr Dr. Franz Leibl/ Josef Wanninger, Nationalpark Bayerischer Wald / Firmenkundenbetreuer Sparkasse Roland Müller, Vorstandsmitglied Sparkasse Dietmar Attenbrunner (Foto: Sparkasse Freyung-Grafenau)

Niederbayerischer Gründerpreis der Sparkassen 2020/21

Auch bei der diesjährigen Verleihung ein Preisträger aus dem Landkreis Freyung-Grafenau

Landshut. Kürzlich wurde in Landshut der Niederbayerische Gründerpreis 2020/21 verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden jährlich verdiente Unternehmer aus der Region für außergewöhnliche und vorbildliche Leistungen geehrt.

Der 1. Platz in der Kategorie „Sonderpreis“ ging heuer an den Nationalpark Bayerischer Wald. In Empfang nahm ihn der Leiter der Nationalparkverwaltung Dr. Franz Leibl im Beisein von Landrat Sebastian Gruber und Ministerialdirektor Dr. Barth (Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz) von den Vertretern der Sparkasse Vorstandsvorsitzender Stefan Proßer, Vorstandsmitglied Dietmar Attenbrunner sowie Firmenkundenberater und Existenzgründungsspezialist Roland Müller.

Anfangs hatte der Nationalpark nicht immer nur Freunde, doch spätestens jetzt nach den einschneidenden Umweltkatastrophen versteht jeder den Sinn der Nationalparkphilosophie „Natur Natur sein lassen“. Zwar verzeichnet der Nationalpark mit 1,4 Millionen Besuchern pro Jahr fast genau so viele wie Schloss Neuschwanstein, doch der Auftritt unterscheidet sich gewaltig: im Nationalpark darf sich die Natur nach ihren eigenen Gesetzen ohne menschliche Eingriffe entwickeln.

1970 – im Grundungsjahr des Nationalparks war das Bewusstsein zur Natur nicht ausgeprägt, im Fokus der Bemühungen lagen eher Nutz- und Wirtschaftswaldnutzung. Heute nach 50 Jahren kann man den Weitblick des damaligen Nationalparkleiters Dr. Hans Biebelriether und Forstminister Hans Eisenmann zunehmend mehr würdigen, dass sie damals den Mut und die Tatkraft hatten, den ersten Nationalpark Deutschlands zwischen Rachel und Lusen aus der Taufe zu heben.

1997 wurde dann zwischen dem Großen Falkenstein und dem Großen Rachel erweitert, und in 2020 zum 50-jährigen Bestehen kam die Zusage der Bayerischen Staatsregierung, dass künftig auch das Gebiet um den Siebensteinkopf mit weiteren 600 ha zum Nationalpark gehören wird. Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Freyung-Grafenau Stefan Proßer schwärmte in seiner Laudatio: „Es ist ein Privileg, dass wir seit 50 Jahren in der Grenzregion zu Tschechien mit dem Nationalpark auch ein völkerverbindendes Projekt begleiten dürfen, welches den Bayerwald und den Sumava durch die Natur verbindet. Gerade solche Leuchttürme braucht es in der heutigen Zeit.“ Er stellte jedoch auch klar: der Nationalpark ist nicht nur ein Bewahrer und Schützer, sondern auch ein Unternehmen, welches in der Region der Landkreise Freyung-Grafenau und Regen eine wesentliche Rolle spielt. Nicht nur im regionalen Umfeld, sondern auch europa- und weltweit findet der Nationalpark Bayerischer Wald hohe Beachtung.

In den betribswirtschaftlichen Kenngrößen hat der Nationalpark einiges zu bieten. Allein der Personalaufwand im Jahr 2020 schlägt mit 10,9 Millionen Euro zu Buche. Dies entspricht 213 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, von denen viele einen heimischen Arbeitsplatz vorfinden. Den zweitgrößten Posten nehmen die Sachausgaben mit 7,7 Mio. Euro ein, u.a. Kosten für die Holzernte, Ausgaben für Forschungszwecke, Monitoring und Naturschutz sowie der Unterhalt der Besuchereinrichtungen wie z.B. das Hans-Eisenmann-Haus in Neuschönau, das Waldgeschichtliche Museum in St. Oswald und das Nationalparkzentrum Falkenstein inklusive der Tierfreigelände. Ein Teil der Ausgaben – 736.000 Euro – wurde durch Fördergelder der EU sowie nationaler Stellen gedeckt. Der Freistaat Bayern stellt dem Nationalpark gut 21 Mio. Euro an Haushaltsmitteln zur Verfügung. Dafür erging auch der Dank an den an der Preisverleihung anwesenden Ministerialdirektor Dr. Michael Barth vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt- und Verbraucherschutz.

Einig mit Landrat Gruber betonte Stefan Proßer: „Wir alle wären deutlich ärmer, wenn vor 50 Jahren nicht der Grundstein für den Nationalpark Bayerischer Wald gelegt worden wäre. Unser Landstrich profitiert vom Nationalpark, v.a. Tourismus- und Gastronomiebetriebe, wo wiederum viele Arbeitsplätze entstanden sind. Leider musste das vielfältig und intensiv geplante Jubiläumsprogramm zum 50-jährigen Bestehen des Nationalparks pandemiebedingt deutlich angepasst werden, dennoch fanden gerade in dieser Zeit mehr Menschen als sonst Gefallen an dieser wunderschönen Naturvielfalt ganz nach dem Zitat von Adalbert Stifter: Sag niemals, dass etwas schön ist, solange du nicht den Bayerischen Wald gesehen hast.“

Am Ende seiner Laudatio überreichte Stefan Proßer die Gründerpreisurkunde an Dr. Franz Leibl, den Leiter der Nationalparkverwaltung, der seit 2011 die Geschicke des Nationalparks leitet und einen maßgeblichen Beitrag zum wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg des Nationalparks leistet.

Dr. Franz Leibl bedankte sich abschließend im Namen der gesamten Nationalparkverwaltung herzlich für diese außergewöhnliche Auszeichnung, zeigt diese doch, das Naturschutz auch ökonomische Impulse setzen kann.