Landwirtschaft trifft ‚Gemeinschaftsverpflegung‘ (GV)

Regionale Anbieter und Produkte – auch wenn nur saisonal verfügbar – für Kantinen dringend gesucht

Regen / Niederbayern. Die Gemeinschaftsverpflegung (GV) in Bayern soll künftig noch regionaler gestaltet und mehr als bisher die heimischen Landwirte mit einbezogen werden. Bio-Produkte sollen die regionalen konventionell erzeugten Erzeugnisse ergänzen – aber aus der Region statt von weit her kommen. Das ehrgeizige Ziel in Bayern laut eines Ministerratsbeschluss vom 13. Januar 2020 lautet: „bis 2025 bieten staatliche Kantinen 50 Prozent ihrer Waren mit einer nachgewiesenen bayerischen Herkunft (geprüfte Qualität Bayern, Bayerisches Biosiegel) an, bis 2030 ziehen kommunale und private Kantinen nach“. Weil dies viel Vorlauf braucht und die Umsetzung erprobt werden soll, wählte das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zunächst 9 Modellgebiete aus – eines davon ist der Landkreis Freyung-Grafenau.

Unter Leitung von Landrat Sebastian Gruber und federführend organisiert vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen fanden in diesem Jahr schon mehrere Treffen mit Vertretern aus Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung, des BBV, der Öko-Modellregion Ilzer Land, der Schulverpflegung, des Vereins MADE in FRG, der Politik und der Coaching-Stelle Gemeinschaftsverpflegung statt.

Landwirte aus der näheren und weiteren Region bzw. Erzeugergemeinschaften, die für ihre Produkte – z.B. Fleisch, Eier, Milchprodukte, Obst, Kartoffeln, Gemüse und anderes – neue Vermarktungswege suchen, sollen sich am Landwirtschaftsamt bei Carmen Ebner (09921 608 1040 – carmen.ebner@aelf-rg.bayern.de) oder Brigitte Blaim (09921 608 1012 – brigitte.blaim@aelf-rg.bayern.de) melden.

Dabei geht es nicht unbedingt darum, dass die Produkte ganzjährig und in großer Menge zur Verfügung stehen, auch saisonal verfügbare Produkte können dem Ziel „BioRegio“ in der Gemeinschaftsverpflegung nützen. Wichtig ist aber die Bereitschaft, sich in Zukunft mit einem Siegel – „Geprüfte Qualität in Bayern“ oder „Bayerisches Bio-Siegel“ – zertifizieren zu lassen. „Natürlich dürfen auch Direktvermarkter aus der Region liefern, doch haben sie meist ihren festen Kundenstamm und keine Kapazitäten mehr“, erklärt Brigitte Blaim, Bereichsleiterin am Landwirtschaftsamt Regen, warum dieses Mal andere Landwirte, Genossenschaften und Erzeugergemeinschaften angesprochen werden.

Bei einem Arbeitstreffen noch Ende September sollen zur Verfügung stehende Waren und der jeweilige Bedarf in den Kantinen ermittelt werden. „Am dringendsten gesucht sind jetzt Landwirte und ihre Produkte. Ein Bio-Landwirt aus der Region kann u.a. z.B. Dinkelreis in größerer Menge liefern“, so Blaim, „er wird uns zeigen, wie toll sich dieser in der Küche verarbeiten lässt“.