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Montag, Juli 15, 2024

Raiffeisenbank beendet Geschäftsjahr 2021 mit gutem Ergebnis

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Betreutes Kundenvolumen erstmals über 1 Milliarde Euro – 2,5 Prozent Dividende beschlossen

Schönberg. In der 30. Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Am Goldenen Steig eG standen erwartungsgemäß Themen wie Ukraine-Krieg, Zinsentwicklung am Kapitalmarkt, Corona-Pandemie sowie die hohe Inflationsrate im Mittelpunkt. Aber auch eine erfreuliche Geschäftsentwicklung und ein stabiles Gesamtergebnis konnte Aufsichtsratsvorsitzender Franz Brunner vermelden, nachdem er 59 Vertreter sowie viele Bankmitarbeiter und Ehrengäste im KuK in Schönberg begrüßt hatte. Die Bank sei mit ihrem auf Stabilität, Kontinuität und Verlässlichkeit aufgebauten Geschäftsmodell gut am Markt positioniert.

Nach der Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder sprach Bürgermeister Martin Pichler in seinem Grußwort der Bank Dank und Anerkennung für die gute Entwicklung im Geschäftsjahr 2021 aus. Die Raiffeisenbank sei ein Anker in Finanzfragen für die heimische Wirtschaft, ein starker Sozialpartner für die ansässigen Vereine und auch für die Kommunen ein verlässlicher Ansprechpartner.

Vorstandsvorsitzender Helmut Scheibenzuber führte in seinem Bericht aus, dass die Bank auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie wieder ein stabiles Ergebnis erwirtschaften konnte. Vor allem das Provisionsergebnis liege nochmals deutlich höher als im Vorjahr. Die Rahmenbedingungen seien aber derzeit alles andere als gut. Obwohl die Wirtschaft 2021 mit +2,9 Prozent auf Erholungskurs war, sorgten aktuelle Nachrichten über den Krieg in der Ukraine, die unsichere Energieversorgung, Lieferengpässe bei wichtigen Rohstoffen, eine hohe Inflation und dazu eine Rekord-Staatsverschuldung in vielen europäischen Ländern für Aufruhr an den Börsen und lassen die Angst vor der nächsten Eurokrise umgehen. Auch die EZB trage mit ihrer zögerlichen Haltung in der Zinspolitik zur Verunsicherung der Märkte bei.

Massiv steigende Zinsen, nach wie vor hohe Baupreise und auch neue Eigenkapitalanforderungen an die Kreditinstitute würden dazu führen, dass Bauen immer teurer und für so manche Bauwilligen künftig wohl unerschwinglich werde.

Die Herausforderungen werden somit für die Banken nicht weniger – neben den überbordenden regulatorischen Anforderungen, den Kosten der Digitalisierung, dem Fachkräftemangel und dem sich wandelnden Kundenverhalten machen immer neue Krisen gerade den regional tätigen Institutionen zu schaffen. „Wir werden uns vergrößern und Synergien heben müssen, um den Herausforderungen der Zukunft besser begegnen zu können“, resümierte der Vorstandsvorsitzende daher und deutete eine mögliche Fusion im kommenden Jahr an.

Vorstand Kurt Gampe berichtete im Anschluss über den Geschäftsverlauf 2021. Die Mitgliederzahl lag zum Jahresende 2021 bei 9.322, die Zahl der Kunden bei 20.448. Vor allem in den Bereichen Absicherung, Vorsorge und Geldanlage wurde das Beratungsangebot der Bank von den Kunden sehr gut angenommen. Das Rekordergebnis der Versicherungs- und Vermittlungs GmbH mache daher künftig eine Konzernbilanzierung notwendig, so Gampe. Aus diesem Grund wird der Vertreterversammlung die Verschmelzung der Versicherungstochter mit der Bank vorgeschlagen.

Auch in den Bereichen Finanzierung und öffentliche Fördermittel konnte Kurt Gampe Erfolgszahlen vermelden. So wurde die Bank zum wiederholten Male von der DZ Bank als TOP Partner in der Förderberatung ausgezeichnet. Die Immobilien GmbH lieferte ein sehr gutes Ergebnis ab, und auch bei der Digitalisierung komme man gut voran – „die Corona-Pandemie hat dem digitalen Banking einen weiteren Schub gegeben“, so Gampe.

Schließlich stellte der Vorstand das gesellschaftliche und soziale Engagement heraus – mit 48.000 Euro Spenden wurden die örtlichen Vereine und Organisationen unterstützt, und an die Kommunen im Geschäftsgebiet seien insgesamt 474.000 Euro an Gewerbesteuern gezahlt worden.


Der Vorstandsvorsitzende Helmut Scheibenzuber gab zum Abschluss des Vorstandsberichts die Bilanzzahlen bekannt: die Bilanzsumme nahm um 3 Prozent auf 533 Millionen Euro zu. Das Kreditgeschäft wuchs um 4,1 Prozent, die Kundeneinlagen um 1,3 Prozent. Das bilanzielle und außerbilanzielle Kundenvolumen insgesamt lag erstmals knapp über 1 Milliarde Euro.

Der Zinsüberschuss sei in etwa gleichgeblieben, das Provisionsergebnis liege deutlich über dem Landesdurchschnitt, so dass auch die leicht überdurchschnittlichen Verwaltungskosten gerechtfertigt seien.

Mit dem Gesamtergebnis zeigte sich Scheibenzuber sehr zufrieden. Damit sei man in der Lage, die Rücklagen und Vorsorgereserven weiter zu stärken. Der Bilanzgewinn wird mit 761.976 Euro ausgewiesen.

Auch die Waren-Handels GmbH weist hohe Zuwächse beim Umsatz und beim Jahresüberschuss aus und kann damit ihre Investitionsplanungen fortsetzen.

Den Bericht des Aufsichtsrats über seine Tätigkeit, einschließlich der Prüfung des Jahresabschlusses, erstattete Aufsichtsratsvorsitzender Franz Brunner. Er stellte fest, dass der vorliegende Jahresabschluss 2021 vom Genossenschaftsverband Bayern geprüft und mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen worden sei. Die Geschäfts- und Risikostrategie sei auf eine nachhaltige Entwicklung der Bank ausgerichtet. Der Beschluss über die Feststellung des Jahresabschlusses zum 31. Dezember 2021 sowie über die Verwendung des Jahresüberschusses wurde von der Vertreterversammlung jeweils einstimmig gefällt. Beschlossen wurde eine Bardividende auf die Geschäftsguthaben von 2,5 Prozent, das sind 198.750,15 Euro. Der restliche Bilanzgewinn wird den Rücklagen zugeführt.

Die anschließende Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte einstimmig.

Steffen Aberle vom Genossenschaftsverband Bayern leitete die Wahlen zum Aufsichtsrat. Turnusgemäß schieden aus: Franz Brunner (Waldkirchen) und Robert Maier (Eppenschlag). Beide Kandidaten wurden von der Versammlung einstimmig wieder in den Aufsichtsrat gewählt.

Schließlich wickelte Franz Penker, Regionaldirektor beim Genossenschaftsverband Bayern, noch den Tagesordnungspunkt „Zustimmung zum Verschmelzungsvertrag zwischen der Raiffeisen Versicherungs- und Vermittlungs GmbH und der Raiffeisenbank Am Goldenen Steig eG“ ab. Die Zustimmung wurde mit 100 Prozent der Stimmen erteilt.

Auch der Vorschlag für eine Neufestlegung der Kredithöchstgrenzen nach Paragraph 49 des Genossenschaftsgesetzes wurde einstimmig angenommen, sodass nach Abschluss der Tagesordnung die Musiker von „Double Trouble“ noch ausgiebig für die Unterhaltung der Gäste sorgen konnten.

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