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Montag, Juli 15, 2024

Pater Gerhard Lagleder aus Südafrika bei den Maltesern

Lesestoff

Findelkind spielt jetzt in der Nationalmannschaft

Waldkirchen. Zum ersten Mal in seiner Eigenschaft als Kreisbeauftragter hat Eduard Schmid die Ausbilder im Landkreis zum Treffen mit Grillfeier in den Gasthof Boxleitenmühle eingeladen. Er führt damit eine Tradition seines verstorbenen Vorgängers Ludwig Berger fort. Als besonderen Gast konnte er Pater Gerhard Lagleder begrüßen. Der Präsident der Brotherhood of Blessed Gérard, der südafrikanischen Malteser, berichtete über seine Organisation und bat um deren Unterstützung.

Das Ausbildertreffen ist ein Dankeschön für die hervorragende Arbeit, die im Landkreis geleistet wird. Dies betonte auch Fritz Draxinger, Ausbildungsleiter im Landkreis. Er kennt die Bruderschaft des Seligen Gerhard sehr gut, zählt er doch schon seit Jahrzehnten Pater Gerhard zu seinen Freunden. „Sie wurde in den letzten 30 Jahren mühsam aufgebaut. Zum ersten Mal ist ein Präsident bei uns zu Gast. Das ist eine große Auszeichnung“, betonte er.

Zu Beginn seines Vortrages stellte sich Pater Gerhard kurz vor. Er ist Missionsbenediktiner von St. Ottilien und wurde vor 40 Jahren im Regensburger Dom zum Priester geweiht. „Vor 35 Jahren wurde ich ins Zululand nach Südafrika ausgesandt.“ Fritz Draxinger habe er vor vielen Jahren bei einer Fortbildung kennengelernt. „Und seit 53 Jahren bin ich deutscher Malteser.“

Mit 2.600 Mitgliedern sind die Malteser in Südafrika die größte katholische Hilfsorganisation in dem Land, so Pater Gerhard weiter. „Darauf bin ich sehr stolz“, erklärte er. Sein Vortrag begann und endete mit der südafrikanischen Nationalhymne, die Pater Gerhard eingangs auch übersetzte.

Als er die Armut in seiner neuen Wirkungsstätte sah, habe er das Blessed Gérard’s Care-Center in Mandeni gegründet, erklärte Pater Gerhard weiter. Anschließend zeigte er die Schwierigkeiten auf, die es auch heute und trotz aller Bemühungen der Malteser noch dort gibt. Dazu gehören Mangel an Trinkwasser, fehlende Einnahmen, die Ausweitung von Elendsvierteln oder fehlende Beschäftigungs- und Bildungsmöglichkeiten. Es gebe eine hohe Arbeitslosigkeit und niedrige Einkommen. Und noch eines: „Nirgends auf der Welt ist der Unterschied zwischen Arm und Reich so groß wie in Südafrika. 80,6 Prozent der Menschen in Mandeni leben in Armut.“ Das Land verzeichnet auch die höchste HIV-Infektionsrate weltweit, so Pater Gerhard. „Und Mandeni ist die Aids-Hochburg der Welt“, betonte der Geistliche. Allein 700 Aids-Patienten betreuen die Malteser zurzeit ihr ganzes Leben lang.

Das Care-Center der Malteser besteht aus einem Hospiz mit 40 Betten, dem größten des Landes, einer ambulanten Pflege und Tagespflege. „Die Menschen finden hier menschliche Zuwendung und medizinische Versorgung. Oft schon haben uns Patienten gesagt: ‚So lieb wie ihr war noch nie jemand in meinem ganzen Leben zu mir.‘“, so Pater Gerhard über Lichtblicke in sonst oft sehr schwierigen Verhältnissen, die er auch mit zahlreichen Fotos veranschaulichte. Darüber hinaus betreiben die Malteser ein Kinderheim und einen Kindergarten.

Auch aus diesem Bereich konnte Pater Gerhard ein Beispiel aufzeigen, dass seine Zuhörer rührte und das Hoffnung gibt. Ein Mädchen, Jahrgang 2002, ein Findelkind, das sich in der Obhut der Malteser befand, ist nun Mitglied der Jugend-Nationalmannschaft im Rugby. „Sie hat ein Einser-Abitur gemacht und studiert außerdem Sportwissenschaften.“ Pater Gerhard war die Freude über diesen Werdegang deutlich anzumerken.

Peter Gerhard Lagleder (Mitte) beeindruckte mit seinem Vortrag auch die Führungskräfte: Ausbildungsleiter Fritz Draxinger (v.r.), Diözesanausbildungsreferent Johannes Breit, Kreisbeauftragter Eduard Schmid und Dienststellenleiter Christoph Fuchs (Foto: Friedsam)

In der Klinik der Bruderschaft haben die Malteser allein im vergangenen Jahr 30.330 Portionen Spezialnahrung an unter-, fehl- und mangelernährte Kinder ausgegeben, um sie vor dem Hungertod zu retten. Im Rahmen ihres Stipendien-Fonds haben sie 2021 360 Schul- bzw. Berufsausbildungen ermöglicht. Außerdem gibt es einen Nothilfe-Fonds für Menschen in unmittelbarer Not und einen Krankenhilfe-Fonds für dringend nötige medizinische Behandlungen.

Durch diese vielfältigen Aktivitäten kann die Bruderschaft mehr als 100 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive bieten und ihrem Leben Inhalt und Sinn, so Pater Gerhard weiter. Auch die Ehrenamtlichen werden fair entlohnt.

Zum Schluss seines Vortrages, der die aufmerksamen Zuhörer sichtlich bewegte, bat Pater Gerhard um Unterstützung, und zwar möglichst in Form einer Fördermitgliedschaft. „Weil wir diese regelmäßigen Spenden dringend brauchen. Denn all unsere Hilfen sind spendenfinanziert“, wie er betonte. Ein besonderes Dankeschön sagte er bei der Gelegenheit den Passauer Maltesern, „die schon viel für uns getan haben.“

Eduard Schmid bedankte sich bei Pater Gerhard für seine Ausführungen: „Das hat uns sehr nachdenklich gemacht. Zurzeit schauen bei uns alle Richtung Ukraine und vieles andere wird vergessen. In Südafrika wird großartige Hilfe geleistet. Darauf können wir Malteser sehr stolz sein.“

Auch den Ausbilderinnen und Ausbildern sagte er ein großes Dankeschön. Ausdrücklich auch im Namen von Diözesanleiter Max-Georg Graf von Arco auf Valley, der es sehr bedauere, dass er bei dem Treffen nicht dabei sein konnte: „Danke für alles, was ihr das ganze Jahr über leistet. Die Ausbildungszahlen im Landkreis sind enorm. Ein herzliches Vergelt’s Gott an alle, besonders an Fritz Draxinger.“ Dem Dank an die Ausbilder schloss sich Fritz Draxinger an und wünschte seinem Freund Pater Gerhard Lagleder „das Allerbeste.“

Hier kann für die Malteser in Südafrika gespendet werden

•         IBAN: DE37 7215 2070 0000 0120 21 (Bruderschaft des Seligen Gerhard e.V.)

•         https://www.bsg.org.za/so-koennen-sie-helfen/spenden.html

•         https://www.facebook.com/BBG.ORG.ZA

•         https://www.paypal.me/SMOMRSA

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