Dass die Langlaufloipen rund um Finsterau auch im erweiterten Parkgebiet nicht wegzudenken sind, darin waren sich Umweltminister Thorsten Glauber (2.v.l.), Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl (l.) und Bürgermeister Ernst Kandlbinder (r.) zusammen mit Loipenfahrer Willi Gibis einig. (Foto: Annette Nigl /Nationalpark Bayerischer Wald)

Nationalpark-Erweiterung nimmt Fahrt auf

Umweltminister Glauber informiert sich über Planungen – Loipen ein wichtiges Aushängeschild

Finsterau. Ein besonderes Geschenk hat die Bayerische Staatsregierung dem Nationalpark Bayerischer Wald zum 50. Geburtstag gemacht – und zwar die Erweiterung des Gebietes um über 600 Hektar bei der Gemeinde Mauth. Vier Monate nach dem Kabinettsbeschluss informierte sich nun Umweltminister Thorsten Glauber bei Nationalparkleiter Dr. Franz Leibl und Bürgermeister Ernst Kandlbinder über die bisherigen Planungen.

„Der Nationalpark ist ein Juwel in Bayern. Deshalb haben wir im vergangenen Jahr auch die Erweiterung beschlossen, um das Schutzgebiet zum größten Waldnationalpark Deutschlands zu machen. Der Nationalpark ist das grüne Herz mitten in Europa. Die Erweiterung des Nationalparks ist ein Gewinn für die Natur und die Menschen vor Ort “, sagte Umweltminister Glauber bei einem Treffen in Finsterau. „Ich freue mich, dass wir heute schon über die Umsetzung reden können.“ Dank des vom Ministerrat verabschiedeten Investitionsprogramms sollen um Finsterau neue Besucherprojekte vorangebracht werden. Wie diese ausschauen könnten, dazu gibt es bereits erste Planungen, die Franz Leibl und Ernst Kandlbinder gemeinsam erarbeitet haben.

„Der Haupteingang zu diesem Bereich des Nationalparks bleibt der bereits bestehende Parkplatz am Wistlberg“, so Leibl. Allerdings wird dieser weiter ausgebaut. „In dem kleinen Waldstück wird ein Kiosk mit Toilette entstehen sowie ein Waldspielbereich.“ Von dort aus führt ein Bohlensteg zu einer nur wenige hundert Meter entfernten großen Aussichtsplattform, von der aus Besucher einen schönen Blick Richtung Lusen haben. „Wichtig war für uns, dass die Einrichtungen am Wistlberg barrierefrei sind, also mit dem Rollstuhl und dem Kinderwagen benutzt werden können“, erklärt Leibl. Gebaut werden soll darüber hinaus ein barrierearmer Weg in das Finsterauer Filz. Dort und auch in der Nähe des Grenzübergangs Buchwald werden zwei weitere, kleinere Aussichtsplattformen gebaut, die ebenfalls mit dem Rollstuhl erreichbar sind.

Um dem barrierefreien Naturgenuss gerecht zu werden, sind am Parkplatz Wistlberg Behindertenparkplätze geplant. „In die Verkehrslenkung werden die bestehenden Flächen am Skistadion Finsterau integriert. Somit können die Besucher von beiden Parkplätzen aus die neuen Einrichtungen optimal erreichen. Wir nutzen bereits bestehende Ressourcen ohne großen zusätzlichen Aufwand“, erklärt Kandlbinder, der mit dem Konzept sehr zufrieden ist. „Damit können wir nicht nur die Attraktivität des Nationalparks steigern, sondern auch der Gemeinde.“

Was den Bürgermeister besonders freut, ist die unkomplizierte und sehr gute Zusammenarbeit mit dem Nationalpark. „Zu Beginn der Planungen kamen vor allem in der Bevölkerung Fragen auf, in wie weit die bestehende Infrastruktur weiterhin genutzt werden kann.“ Schnell stand fest, dass die Gemeindebürger hier keine Einschränkungen befürchten müssen. „Die Nutzung der Wasserquellen im künftig erweiterten Parkgebiet bleibt wie gewohnt erhalten“, so Kandlbinder. Ebenso die bestehenden Loipen. Gerade letztere seien für die Gemeinde von großer Bedeutung. „50 Prozent aller Übernachtungen verbuchen wir in den Wintermonaten. Die Loipen sind ein wichtiges Aushängeschild.“ Dass hieran nicht gerüttelt wird, versicherte auch Umweltminister Thorsten Glauber noch einmal. „Die Loipen hier sind das Zugpferd für Winterurlauber. Außerdem wäre es kontraproduktiv, wenn wir eine so nachhaltige Sportart verhindern.“

In einem nächsten Schritt werden konkrete Planungen zur Umsetzung erstellt. „Wir sind auf einem guten Wege, um den Nationalpark in eine gute Zukunft zu führen und immer wieder mit neuen Ideen zu flankieren“, waren sich Umweltminister, Nationalparkleiter und Bürgermeister letztendlich am Ende des Treffens einig. Abschließend verkündete Glauber noch eine weitere gute Nachricht. „Für die Entwicklung eines Verkehrskonzeptes für die Nationalpark-Region stehen bereits 100.000 Euro zur Verfügung.“ So kann auch das auf den Weg gebracht werden.