Grüne untermauern Kritik von Bürgerbewegung „Kein Kiesabbau im Marterbergholz“

Noch ist dieser Teil der südlichen Donauhänge von Industrie und LKW-Verkehr unberührt; die Pläne sähen hier die Erschließung über Terrassierungen mit je bis zu 7 Metern Höhenunterschied vor (Foto: Privat)

Sandbach/Vilshofen. Am 6. Mai endete die öffentliche Auslegungsfrist zur Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt Vilshofen für die Aufstellung des Bebauungsplanes für das Gewerbegebiet Oberfeld II in Sandbach und es steht zu hoffen, dass viele Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen von ihrem Recht Gebrauch gemacht haben, ihre Bedenken dagegen schriftlich bei der Stadt Vilshofen darzulegen, wie die Grünen im Passauer-Land in einer Pressemitteilung festhalten.

Stefanie Auer, Direktkandidatin der Grünen für den Deutschen Bundestag, sieht das Vorhaben kritisch: „Die südlichen Donauhänge zwischen Vilshofen und Seestetten sind ein wichtiger Teil unserer niederbayerischen Kulturlandschaft – hier ist ein Gewerbegebiet fehl am Platz.“
Am vergangenen Sonntag hatte sich Stefanie Auer vor den rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung „Wald statt Kies“ in Sandbach für mehr Klima- und Waldschutz am Marterberg stark gemacht und die geplante Ausweisung des Gewerbegebiets in einem – laut Flächennutzungsplan der Stadt Vilshofen – „besonders wertvollen Landschaftsteil“ deutlich bemängelt und ihre Kritik ausführlich begründet.

Frederic-Sascha Müller, Vorstandsmitglied der Landkreis-Grünen, rückt wichtige Fakten in den Mittelpunkt: „Sowohl die Stadt Vilshofen, als auch der Bevölkerung ist bekannt, dass ein erheblicher Anteil der Fläche des geplanten Gewerbegebiets bereits durch einen Kiesunternehmer erworben wurde. Deshalb müssen folgerichtig auch dadurch zu erwartende, zusätzliche Belastungen durch das Gewerbegebiet, wie z.B. ein erheblicher Wasserverbrauch und große Mengen an Schmutzwasser, welche infolge der Verarbeitung von Kies entstehen, bei der Genehmigung dringend mit berücksichtigt werden.“
Die Stadt müsse erklären, aus welcher Quelle die erheblichen Mengen von Wasser zum Waschen von Kies entnommen werden sollen, was mit den dauerhaft erheblichen Mengen an Schmutzwasser geschehen solle – und wie man das weniger als 100 Meter talwärts in der Donau gelegene Schutzgebiet für bedrohte Tier- und Pflanzenarten (FFH-Gebiet), welches zudem eines der wenigen Vogelschutzgebiete in Bayern ist, vor den schmutzigen Wassermengen und allen weiteren schädlichen Auswirkungen des geplanten Gewerbegebiets zu schützen gedenke.

Durch den guten Austausch mit vielen Betroffenen vor Ort wurde deutlich, dass es viele, gut fundierte Gründe gegen die Ausweisung des Gewerbegebiets gibt. Aufgrund der großen Resonanz und der vielfältigen Gefährdungen zahlreicher, wichtiger Schutzgüter durch das geplante Gewerbegebiet, erhoffen sich die Beteiligten eine umfassende Prüfung des Vorhabens im Sinne der Menschen vor Ort.

Müller und Auer sind sich einig: „Damit Vilshofen und ganz Niederbayern ein zukunftsfähiger Wirtschaftsstandort bleibt, brauchen wir Gewerbegebiete. Aber neue Gewerbegebiete dürfen nicht im großen Maßstab Natur und Landschaft vernichten.“