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Samstag, Juli 13, 2024

Inklusionstage gegen Barrieren im Kopf: Menschen mit und ohne Behinderung lernen sich kennen

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Programm am 7. Juni, 19. Juli und 23. August fördert Begegnung und Austausch auf der Landesgartenschau

Menschen mit und ohne Behinderung Hand in Hand, in der Mitte der Gesellschaft – das bedeutet Inklusion. Auch auf der Bayerischen Landesgartenschau in Freyung sollen Barrieren im Kopf abgebaut werden. Auf dem Geyersberg gibt es daher drei Inklusionstage mit vielen Aktionen und Informationen: 7. Juni, 19. Juli und 23. August.

Das Programm der drei integrativen Mittwoche wird von vielen Einrichtungen und Ehrenamtlichen auf die Beine gestellt. Um die Koordination kümmert sich Inklu-Net. Das Inklusionsnetzwerk im Landkreis Freyung-Grafenau existiert bereits seit über 10 Jahren. „Einfach toll, dass es schon von Anfang an so viele Mitwirkende waren, die sich an der Landesgartenschau beteiligen möchten“, erklärt Martin Wagner begeistert, einer der Netzwerk-Verantwortlichen. „So konnten wir ein vielfältiges und buntes Programm organisieren.“

Schon im Dezember haben sich die Akteure zum ersten Mal getroffen, nun haben die drei Inklusionstage den Feinschliff bekommen und es kann losgehen. Ziel des Netzwerks ist es, keine Veranstaltungstage ausschließlich für Menschen mit Handicap anzubieten, da diese sonst wieder unter sich sind. Vielmehr sollen diese besonderen Menschen mit Landesgartenschaubesuchern ohne Behinderung ins Gespräch kommen. Am Mittwoch, 7. Juni, startet der erste von drei Inklusionstagen. Das Programm dauert an jedem der Mittwoche jeweils von 10 bis 18 Uhr. Am Stand der Wohngemeinschaft Haus Kreuzberg gibt es verschiedene Stationen der Sinne und es wird ein Riesen-Mandala aus Naturmaterialien gestaltet. Die ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) im Kreis-Caritasverband beteiligt sich mit einem Infostand. Gäste können sich über das neue Beratungsangebot informieren, das für Menschen mit (drohender) Behinderung und deren Angehörige seit Anfang des Jahres im Landkreis Freyung-Grafenau besteht. Mit einem Anzug, der mit Gewichten beschwert ist, erlebt man am eigenen Leib, wie schwierig Bewegungen sind, wenn man eingeschränkt ist.

Ein buntes Programm erwartet die Landesgartenschaubesucher

An allen drei Tagen gibt es einen großen Rollstuhlparcours, bei dem jeder ausprobieren kann, wie es sich anfühlt, einen Rollstuhl bergauf und auf verschiedenen Untergründen zu bewegen. Da sind Geschick und Ausdauer gefragt. Den Parcours betreuen am 7. Juni der Kreisjugendring, am 19. Juli die Malteser und am 23. August einige kommunale Beauftragte für Menschen mit Handicap. Beim Juni-Inklusionstag ist auch der Blindenbund vertreten, der Simulationsbrillen mitbringt. So kann jeder erleben, wie es ist, plötzlich nichts mehr zu sehen. Die Downy-Gruppe (Gruppe für Menschen mit Down-Syndrom) bastelt mit den Besuchern Saatbomben. Diese Kugeln aus Erde und Lehm mit Saatgut kann man auf eine Wiese werfen und damit blühendes Leben erzeugen.

Am 19. Juli sind die Wolfsteiner Werkstätten auf der Landesgartenschau vertreten. Die Holz-Abteilung gewährt Einblicke in die Produktionsabläufe der Einrichtung und so werden bunte Tulpen produziert. Ein Kreativstand von Don-Bosco-Schule und Lebenshilfe-Tagesstätte lädt zum Basteln ein. Außerdem gibt es Führungen in Gebärdensprache. Das Caritas-Förderzentrum und die Caritas-Schule werden mit einem Gebärdenlied und einem Tanz mitreißen.

Fröhlich getanzt wird auch mit der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe gemeinsam mit der Tanzgruppe „Skill2Dance“ aus Ringelai am 23. August. Wer lieber selbst etwas gestalten möchte, kann Blumentöpfe bepflanzen – zusammen mit Bewohnern und Verantwortlichen der Caritas-Wohnheime St. Franziskus, St. Chiara und St. Elisabeth. Zudem gibt es im August noch einmal eine Neuauflage der meisten Programmpunkte für alle, die es bei den ersten beiden Terminen noch nicht zum Inklusionstag geschafft haben. Martin Wagner freut sich riesig, dass so viele Mitwirkende ihre Ideen eingebracht haben: „Ich hoffe, dass die Aktionen dazu beitragen, Berührungsängste abzubauen und die breite Bevölkerung mit dem Thema Inklusion in Verbindung kommt.“

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