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Montag, Juli 15, 2024

Hunderttausende Zuschauer blicken auf Freyung

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Pfarrer Magnus König zelebriert ZDF-Fernsehgottesdienst auf der Landesgartenschau

Seit Monaten hatte Pfarrer Magnus König an seiner Predigt gefeilt. Als er am Sonntag bei der Live-Übertragung des ZDF-Fernsehgottesdienstes durch die Menge ging – die Kameras immer auf sich gerichtet – wirkte es, als hätte er noch nie etwas anderes getan. „Es war ein Traum! Was für eine tolle Präsentation unserer Region“, schwärmte Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich, als die 45 Minuten lange Übertragung zu Ende war. „Predigt, Gottesdienst, Werbung für die Gartenschau und den Bayerischen Wald – ein perfektes Zusammenspiel.“

Auch der Pfarrer strahlte mit der Sonne um die Wette und hob vor allem das „enorme Engagement so vieler Menschen“ hervor. Rund 90 Mitwirkende waren beteiligt, teilweise schon seit Freitag vor Ort, um alles mehrmals zu proben. „Der Aufwand hat sich wirklich gelohnt“, waren Roland Pongratz, der musikalische Leiter der Volksmusikakademie, und Armin Weinfurter, Leiter des Chores „Provocantus“, überzeugt. Während die Sprecher der Fürbitten am Sonntag nicht in die Kamera reden mussten – sie wurden bei der Ausstrahlung eingeblendet – war der Auftritt von Kirchenpfleger Wolfgang Petzi live. „Ich hab mir die Telefonnummer so oft vorgesprochen, ich glaube, die vergesse ich ein Leben lang nicht mehr.“ Denn Petzi war es, der am Ende des Gottesdienstes den Fernsehschauern die Hotline-Telefonnummer ans Herz legte, unter der die Mitfeiernden Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner der Gemeinde bis zum Abend telefonisch erreichen konnten.

Nur ein Fernsehgottesdienst im Jahr findet im Freien statt
Auch die Ministranten zeigten sich erleichtert, als es vorbei war. „Ich hatte Angst, dass ich was Falsches mache“, sagt die zehnjährige Antonia Riedl aus Freyung, die erst seit einem Jahr ministriert. Trotz der Aufregung würde sie es aber nochmal machen, während sich da Felix Skotzek aus Ringelai noch nicht so sicher ist. So schnell wird das ohnehin nicht mehr passieren, denn nur einmal im Jahr sendet das ZDF einen Fernsehgottesdienst im Freien. „Es ist ein großer Aufwand“, erklärt Brigitte Duczek, Redaktionsmitglied bei „Kirche und Leben“ im ZDF. Sie und das rund 30-köpfige Team waren seit Donnerstag vor Ort, bauten alles auf, probten bis in den Abend hinein mit den Akteuren. Ihr Fazit nach der Übertragung: „Tolles Wetter, tolle Menschen, ganz große Hilfsbereitschaft, wir haben es hier sehr genossen“, so Duczek.

Auch das TV-Team hat sich wohl gefühlt in Freyung
Doch auch von den Einheimischen wurde die Zusammenarbeit mit den Fernsehprofis gelobt. „Es war sehr angenehm und mir hat es große Freude gemacht, ein Teil davon sein zu dürfen“, schwärmt die Floristin Tanja Obermeier von „Blumen Kilger“ aus Mauth, die für die Bühnendekoration engagiert wurde. Eigentlich hätte sie die mit gelb-weißen Blumen verzierten Holzrahmen symmetrisch aufgestellt. „Doch die Kamera bewegt sich anders, also haben wir am Samstag nochmal umgebaut. Sehr interessant, dabei zu sein.“

Auch für Pfarrer Michael Witti, den bischöflichen Beauftragten für Rundfunk- und Fernsehübertragungen aus Passau war es spannend zu sehen, wie sich der Geyersberg seit der Erstbegehung nach dem Abbruch der Gesa-Klinik verändert hat. „Wir planen diese Veranstaltung ja schon lange, immer wieder waren wir hier und nun ist alles hervorragend gelaufen, das ist wirklich großartig.“ Zumal im Schnitt zwischen 600.000 bis eine Million Zuschauer diesen Gottesdienst im Fernsehen verfolgen. Pfarrer Magnus König hatte in seiner Predigt vom „Doktor Draußen“ gesprochen, die heilende Wirkung der Natur hervorgehoben und die erquickende Wirkung des Glaubens erklärt, der für den Menschen so wichtig sei wie das Wasser für die Blume nach einem heißen Sommertag.

Die Natur des Bayerischen Waldes, die Blumenpracht auf der Landesgartenschau, der Wald im Hintergrund der Bühne und die hunderten von fröhlichen Menschen, die den ZDF- Sonntagsgottesdienst vor Ort verfolgten, machten das „Großer Gott wir loben dich“ am Schluss zu einem unvergesslichen Gänsehautmoment. Für alle, die dabei waren, genauso wie für die rund 10 Prozent aller Fernsehzuschauer Deutschlands.

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