Offener Brief der Stadt Freyung an Bundesumweltministerin Steffi Lemke
Freyung. Über kaum ein Thema wird in Deutschland aktuell mehr berichtet wie über den Klimawandel und die Notwendigkeit, die Energieversorgung in Deutschland binnen kurzer Frist umzubauen. Der Ausstieg aus der Atomkraft wird in diesem Jahr abgeschlossen sein. Aus der Verstromung von Kohle möchte die neue Bundesregierung bis zum Jahr 2030 aussteigen.
Die Bemühungen diese Ziele zu erreichen, dürfen sich nicht auf Windenergie und Photovoltaikanlagen konzentrieren, so sieht es Dr. Olaf Heinrich, Bürgermeister der Stadt Freyung. Während über Brückentechnologien wie Gas in neu zu errichtenden Anlagen diskutiert wird, sorgen aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen dafür, dass Wasserkraftanlagen, die seit Jahrzehnten zuverlässig sauberen Strom produzieren, ihre Leistungsfähigkeit sukzessive beraubt würden. Diese Entwicklung hält Heinrich für untragbar.
„Als Bürgermeister der Kreisstadt Freyung kenne ich mehrere konkrete Verfahren, die aktuell durch die Behörden bearbeitet werden. Sollten sich die bisherigen Stellungnahmen – wie zu erwarten ist – in Bescheiden niederschlagen, wird die Produktion klimafreundlichen Wasserkraftstroms in Freyung massiv reduziert werden.
Dr. Olaf Heinrich, Bürgermeister der Stadt Freyung
Im beiliegendem Schreiben weise ich die zuständige Bundesumweltministerin auf diesen Umstand hin. Ein gleichlautendes Schreiben geht heute ebenfalls an den Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber.“
Der Bayerische Wald verfüge über ein stattliches Potenzial an Wasserkraft. Die notwendigen Abwägungen zwischen den berechtigten Belangen des Natur- und Artenschutzes, der Fischerei und der Notwendigkeit, möglichst klimafreundlichen Strom aus Wasserkraft zu erzeugen, muss nach Einschätzung des Freyunger Bürgermeisters Dr. Olaf Heinrich auf eine neue Basis gestellt werden.