Panoramablick garantiert; der neue Aussichtsturm in Büchlberg (Foto: MuW/h.schoppa)

Ein Leuchtturm für die Region: Der Büchlberger Aussichtsturm

Kirchliche Segnung und offizielle Übergabe | Imposante Lasershow

Büchlberg. Das neue Wahrzeichen für Büchlberg und wohl auch für den nördlichen Landkreis Passau ist der fast 30 Meter hohe Aussichtsturm, der nun am vergangenen Wochenende mit kirchlicher Segnung und einem tollen Festakt offizielle eingweiht wurde. Der Turm bietet einen faszinierenden Rundumblick mit Sicht auf die Bayerwaldberge, den Lichtenauer, aber auch weit hinaus ins Donautal – und wenn das Wetter passt, wird man auch mit einem einmaligen Fernblick auf die Alpenkette belohnt.

Viel Prominenz aus der Gemeinde, der näheren Umgebung, der Politik und Kirchen hatte Bürgermeister Josef Hasenöhrl zu diesem feierlichen Akt eingeladen. Nach einer Fanfare der Ulrichsbläser begrüßte er, neben den kirchlichen Vertretern Farrer Wolfgang Keller und Jakob Trapp, ganz besonders die Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Gerhard Waschler, Walter Taubenender und Manfred Eibl, den Passauer Landrat Raimund Kneidinger, aus dem Bezirkstag Heinz Pollak sowie die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden und natürlich auch die an diesem Turmbau beteiligten Firmen, Statiker und das Planungsbüro mit Hauptplaner Alexander Feßl aus Hauzenberg. Auch Vertreter aus der Tourismussektion durften dabei auch nicht fehlen. Bürgermeister Hasenöhrl meinte bei seiner Rede, dass der Aussichtsturm am heutigen Tag den kirchlichen Segen erhalten werde, doch der Turm selbst sei ja schlußendlich ein Segen für die gesamte Region.

Büchlbergs Bürgermeister Josef Hasenöhrl bei seiner Festrede (Foto: MuW/h.schoppa)

Mit seinem idyllischen See sei der Turm schon heute ein Geheimtipp, das habe auch der BR festgestellt. Ein finanzieller Kraftakt war es aber schon gewesen, klärte Josef Hasenhörl weiter auf, denn insgesamt seien in das Erlebniszentrum Bergholz 890.000 Euro investiert worden. Durch eine Förderung bleibe aber der Anteil der Gemeinde Büchlberg überschaubar. Zusammen mit dem Motorikpark, dem Wanderweg und dem Steinhauermuseum bilde der Aussichtsturm das „Erlebniszentrum Bergholz“. Und in Zukunft werde auch eine Videokamera für das Weter-Panorama zur Verfügung stehen.

Altbürgermeister und quasi ‚Vater des Bauwerks‘ Norbert Marold beleuchtete dann den Werdegang des Projekts; und er tat es in Gedichtform. Er habe einen Traum gehabt, und mit dem heutigen Tag sei dieser auch in Erfüllung gegangen. Büchlberg verfüge jetzt über ein neues Wahrzeichen, und das sei für ihn wohl das Beste aus seiner Amtszeit gewesen. So seien bereits tausende Besucherinnen und Besucher auf dem imposanten Aussichtsturm gewesen. Marold schilderte weiter, wie er nach diesem Traum gehandelt habe. So hätte er Landratsamt und Naturschutz konsultiert und auch von beiden Seiten erste Zustimmungen erhalten.

Altbürgermeister Norber Marold hatte einen Traum… (Foto: MuW/h.schoppa)

So wäre es zunächst um einen Holzturm gegangen, der auf rund 500.000 Euro veranschlagt wurde. So galt es für ihn, nach Sponsoren zu suchen, und die habe er in den Personen Walter Taubenender und Gerhard Waschler gefunden. Die beiden Abgeordneten waren von der Idee begeistert und sprachen im Anschluss bei der Regierung von Niederbayern vor. Dort hieß es, dass es für einen Turm keinen Zuschuss gäbe. Doch der Wirtschaftsreferent Anton Maier, an diesem Tag ebenso anwesend und im Ruhestand, habe die Tür geöffnet und Geld aus dem Tourismustopf vorgeschlagen. So taufte man das gesamte Projekt auf „Erlebniszentrum Bergholz“ und ‚versteckte‘ darin den Turm, schilderte verschmitzt der Altbürgermeister. Schließlich habe es dann so 70 Prozent Zuschuss doch noch gegeben. Danach wäre dann alles nach Plan verlaufen. Der leitende Ingenieur der Stahlwerke Wegscheid, Josef Gastinger aus Büchlberg, schlug dann vor, den Turm aus Stahl zu bauen. So sei auf 543 Metern Meereshöhe dieser Turm (29,35 m Höhe) mit 140 Stufen entstanden. Und so sei dann eben auch sein Traum in Erfüllung gegangen, freute sich Norbert Marold.

Ein ‚Leuchtturm‘ für Büchlberg und die gesamte Region (Foto: MuW/h.schoppa)

Den Baufortschritt sowie die technischen Beschreibungen des Turms schilderte im Anschluss Architekt Alexander Feßl. Viele Türme habe man sich vorher angesehen, schließlich aber mit dem gleichschenkligen Dreieck etwas ganz anderes gemacht. Hier wären Metallbau Wegscheid und Josef Gastinger ein Glücksfall gewesen. Denn; zeichen könne man einen Turm relativ leicht, doch gebaut werden nicht. So habe man sich kompetente Statiker geholt, denn alles in allem wiege der Turm gut 100 Tonnen. Ein Fundament mit 121 qm wurde errichtet, das dann 400 Tonnen wiegt. Die Baufirma Wimmer habe alles ausgeführt, und auch ein besonderer Blitzschutz musste angebracht werden.

Viel Prominenz vor Ort (Foto: MuW/h.schoppa)

Landrat Raimund Kneidinger meinte, dass die Büchlberger nun künftig Weitblick hätten. So könnten sie in den schönsten Landkreis von Bayern hinausschauen. Er gratulierte zu diesem wunderschönen Naherholungsgebiet. Die Segnung führten im Anschluss dann die beiden Pfarrer durch. Dabei meinte Jakob Trapp, Segen sei nicht nur reiner Schutz, Segen soll auch Frucht und viel Freude schenken. Türme hätten in der Geschichte unterschiedliche Bedeutungen gehabt; in dieser Höhe solle man sich jetzt ‚klein‘ fühlen und die Schöpfung spüren. So zeige der Turm ja auch nach oben, hinauf zum Herrn. Wolfgang Keller ergänzte humorvoll, er werde jetzt ebenfalls fest träumen, vielleicht gehe dann die Renovierung des Kirchturms in Büchlberg auch in Erfüllung.

…und so wurde der neue Aussichtsturm schlußendlich auch gesegnet (Foto: MuW/h.schoppa)

Nach dem Coral „Hebe deine Augen auf“ dankte der Bürgermeister Hasenöhrl noch einmal allen am Bau und dieser Feier Beteiligten. Er bat alle, auf dieses grandiose Bauwerk anzustoßen und lud die Gäste ein, auch den Motorikpark, das Steinhauermuseum und den Steinbruchweiher zu besichtigen.
Eine zünftige Brotzeit wartete auf alle, und zur Unterhaltung spielte Johannes Niggl im Trio. Mit einer zauberhaften Lasershow wurde am Abend das Fest abgeschlossen.