Corona überschattet Klimawandel

Durch die Pandemie rücken ebenso wichtige globale Probleme in den Hintergrund

(von Jana Petri)

Einmal mehr wird die Bedeutung des Klimaschutzes klar. Die Folgen und Risiken sind jetzt schon deutlich zu spüren und zu sehen. Die Gletscher werden immer kleiner und kleiner, der Meeresspiegel steigt an, heißere Sommer und kürzere Winter. Die Erde reagiert auf den anthropogenen Klimawandel und zeigt, was passiert, wenn wir nicht endlich lernen, auf unseren Planeten Acht zu geben.

Die anhaltende Corona-Pandemie hat alle Länder in einen Ausnahmezustand versetzt. Es werden Maßnahmen ergriffen, um die Menschheit vor Krankheit oder dem Tod zu bewahren, ob dies immer ganz rechtens ist, ist fragwürdig, wie aus einigen mittlerweile gekippten Gesetzen hervorgeht. Wie wichtig und sinnvoll all diese Regelungen sind, kann man oft nur schwer verstehen und letzten Endes hat dazu wohl jeder eine eigene Meinung. Ein großes Problem ist die Überschattung der Pandemie auf andere, schon lang anhaltende, globale Probleme – wie dem Klimawandel!

Klimawandel zeigt seine Auswirkungen

Seit vielen Jahren leisten Aktivisten, Mediziner, Biologen und Politiker Aufklärungsarbeit zum Thema Umweltschutz und dennoch wird das Thema immer wieder vernachlässigt, obwohl es ebenso, wie die Maßnahmen bei der Pandemie, unser Überleben sichern soll.

Eine Veränderung des Klimas gab es natürlich schon immer, allerdings basierten diese auf natürlichen Ursachen. Spricht man in der heutigen Zeit vom Klimawandel, meint man die vom Menschen verursachten Veränderungen. Seit der Industrialisierung hat sich der CO2-Ausstoß und somit die Temperatur der Erdoberfläche erhöht – erheblich schneller als in den letzten 66 Millionen Jahren.

Ohne verschärfte Klimaschutzmaßnahmen wird damit gerechnet, dass binnen 100 Jahren die Temperatur um vier bis 5 Grad Celsius ansteigt. Einen solchen Unterschied konnte man zuvor nur in einem Zeitraum von etwa 10.000 Jahren feststellen. Die ersten Folgen kriegt der Mensch schon jetzt zu spüren; die Gletscher schwinden, der Meeresspiegel steigt. Zahlreiche Tierarten sind vom Aussterben bedroht, weil die Lebensräume nicht länger ihren Ansprüchen entsprechen. Doch die Auswirkungen auf die Biosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre werden mit zunehmendem Temperaturanstieg noch viel drastischer.

Zusammenarbeit mit Viruserkrankungen

Dass eben genau der Klimawandel mitverantwortlich für die Verbreitung verschiedener Viruserkrankungen ist, wird oftmals außer Acht gelassen. Wenn sich Erreger von Tieren auf den Menschen übertragen, spricht man von Zoonosen, wie Ebola, Schweinegrippe, SARS und vermutlich auch Covid-19, der von Fledermäusen, eventuell durch einen Zwischenwirt, übergesprungen ist.

„Durch den Klimawandel haben sich die Lebensräume von Fledermäusen verschoben. Die Tiere breiteten sich in neue Gebiete aus – und brachten ihre Viren mit. Das veränderte nicht nur, wo die Viren vorkommen, sondern ermöglichte auch neue Interaktionen mit anderen Tieren, durch die schädliche Erreger übertragen wurden oder sich weiterentwickelten“, erklärt Dr. Robert Beyer, der seit kurzem im Rahmen eines europäischen ‚Marie Curie‘ Stipendiums am PIK tätig ist und zuvor an der Universität Cambridge geforscht hat. Camilo Mora, Professor an der Universität Hawai’i-Manoa und Initiator der Studie sagt desweiteren: „Wir wissen, dass der Klimawandel die Übertragung von Viren in Wildtieren auf den Menschen beschleunigt. Das sollte uns dringend dazu veranlassen, Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu verbessern.“

Die enorme Ausbeutung der Tierwelt, wie das Jagen, den Handel und natürlich den Verzehr wilder Tiere spielen eine tragende Rolle, ebenso wie das Bevölkerungswachstum, denn dadurch wird der Kontakt zwischen Tier und Mensch immer mehr angetrieben. „Während viele auf der Welt von Covid-19 überrascht waren, waren wir, die über Tierkrankheiten forschen, es nicht“, sagte Delia Randolph, eine Veterinär-Epidemiologin beim ILRI, „dies war eine höchst vorhersehbare Pandemie.“

Die Corona-Pandemie zeigt einmal mehr, dass langfristige Maßnahmen und Lösungen gefördert werden müssen. Jeder einzelne soll sich ins Bewusstsein rufen, dass alle am gleichen Strang ziehen – das Überleben von Mensch, Tier und des Planeten zu sichern. Dies funktioniert nur, wenn jeder Einzelne seinen Teil dazu beiträgt.

Beitrag zum Klimaschutz

Leider existiert keine Impfung gegen die Erderwärmung. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, die auch Privatpersonen umsetzen können. Strom sparen, Energiesparlampen kaufen, Konsumverhalten reduzieren, oder regional und saisonal einkaufen. Auch der enorme Fleischkonsum ist relevant für den Klimatschutz, denn jeder verursacht damit mehr als 560 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Jahr. Seinen eigenen CO2-Fußabdruck möglichst gering zu halten, ist also gar nicht so schwer. Keiner ist perfekt, aber sich den Problemen des Klimawandels bewusst zu sein und versuchen, aktiv etwas dagegen zu unternehmen, ist schon mal ein sehr guter Anfang, um unsere Erde und somit uns zu schützen.