Homeoffice-Gipfel: DAK-Umfrage unter Bayerns Beschäftigten zeigt Potential für die Arbeit von daheim

  • Im Corona-Lockdown arbeitet jeder Dritte regelmäßig zu Hause
  • 59 Prozent könnten mehr als ein Viertel ihrer Aufgaben im Homeoffice erledigen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will in der aktuellen Corona-Krise mehr Homeoffice durchsetzen und hatte heute Unternehmensverbände sowie Gewerkschaften zum Homeoffice-Gipfel geladen. Eine repräsentative DAK-Umfrage unter Bayerns Beschäftigten während des zweiten Lockdowns zeigt: Mehr als jeder dritte Beschäftigte im Freistaat arbeitet mehrmals in der Woche von zu Hause. Vor der Pandemie war es nur jeder Neunte. Es gehen jedoch deutlich mehr Beschäftigte davon aus, dass sie ihre Arbeit auch gut von Zuhause aus erledigen können.  

Laut DAK-Studie könnten 59 Prozent aller Beschäftigten in Bayern mindestens ein Viertel ihrer üblichen beruflichen Arbeiten im Homeoffice erledigen. 44 Prozent meinen, dass sich mehr als die Hälfte ihrer üblichen Aufgaben von zu Hause aus bearbeiten ließe und fast jeder Dritte (30 Prozent) könnte sogar mehr als drei Viertel der Arbeitsaufgaben daheim erledigen. In dieser Frage unterscheiden sich die Einschätzungen naturgemäß stark von der Beschäftigungsart. Während eine große Mehrheit der Arbeiter angibt, dass sie weniger als ein Viertel ihrer Tätigkeiten in ihrem Beruf von zu Hause aus erledigen könnten, meinen Angestellte und Beamte überdurchschnittlich häufig, dass sich mindestens die Hälfte ihrer üblichen Aufgaben daheim erledigen lassen würde.

„Es könnten wesentlich mehr Menschen im Homeoffice sein, als es derzeit der Fall ist“, sagt Sophie Schwab, Leiterin der DAK-Landesvertretung Bayern. „Deshalb sind Unternehmen und Politik jetzt gefordert, intelligente und tragfähige Konzepte für die Zukunft zu schaffen. Unsere Umfrage liefert wichtige Hinweise, um die positiven Effekte zu nutzen, ohne die negativen zu übergehen.“ Danach gewinnen 85 Prozent der Arbeitnehmer im regelmäßigen Homeoffice Zeit durch den Wegfall ihres Arbeitsweges. 81 Prozent können Beruf und Privatleben besser vereinen. Drei Viertel arbeiten nach eigenen Angaben produktiver und zwei von drei der Befragten werden weniger abgelenkt als an ihrem Arbeitsplatz. Zudem gelingt drei von vier der regelmäßigen Homeoffice-Arbeiter, ihre gewohnte Tagesstruktur beizubehalten. 

Einen Rechtsanspruch auf Homeoffice hält nur jeder vierte Beschäftigte in Bayern für nötig. Dagegen sind 70 Prozent der Auffassung, dass dies zwischen den Tarifparteien oder innerhalb der Unternehmen geregelt werden sollte. Mehrheitliche Zustimmung (53 Prozent) gibt es für eine steuerliche Förderung der Arbeit im Homeoffice. Insbesondere die Frauen und 30- bis 49-Jährigen halten sie für sinnvoll.

Unter dem Eindruck der Veränderungen erweitert die DAK-Gesundheit ihre Online-Angebote für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Krankenkasse bietet im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements allen interessierten Firmen kostenlose Online-Workshops und -Schulungen für ihre Mitarbeiter an, die gesundes Arbeiten im Homeoffice unterstützen. Die Angebote werden stetig den aktuellen Entwicklungen angepasst.

Weitere Informationen gibt es unter: www.dak.de/digitalesBGM  


* Repräsentative Befragung durch Forsa vom 11. bis 27. November 2020 unter 1.006 abhängig Beschäftigten in Bayern