Erdhaus - Ferienhaus - Steinhaus: Nahtlos ins Gelände eingefügt ist das "Stoahäusl". Landrat Raimund Kneidinger (v.l.), Bürgermeister Adolf Barth und Altlandrat Franz Meyer (r.) waren beeindruckt, was Andreas und Bianca Haugeneder hier umgesetzt haben (Foto: Landratsamt Passau)

„Veredlte“ Gastlichkeit mit Ideen und Idealen

Landrat Kneidinger bezeichnet Rastbüchler Hotel „Edlgütl“ als „Leuchtturm für neues Denken“ | Hotelgäste unterstützen Aufforstungsprogramm

Breitenberg. So viele neue Ideen für einen Hotelbetrieb hatte Landrat Raimund Kneidinger nicht erwartet. Das Hotel „Edlgütl“ der Familie Haugeneder in Rastbüchl (Gemeinde Breitenberg) zeigte beim Betriebsbesuch des Landrats gleich eine ganze Palette an neuen Ansätzen, um „Gastlichkeit, Nachhaltigkeit und Landschaftserhalt zu verbinden“, wie es Kneidinger anerkennend ausdrückte. Besonders beeindruckend für die Delegation um den Landrat, Altlandrat Franz Meyer und Breitenbergs Bürgermeister Adolf Barth, waren das „Stoahäusl“, das nahezu völlig in den Erdhang eingebett ist, das Wiederaufforstungsprogramm „Kraftplätze“ mit Einbindung der Hotelgäste und eine konsequent klimaschonende Bewirtschaftung mit weitgehender Selbstversorgung bei Wasser, Strom und Heizung.

„Einfach edl“, sei das Motto des Familienhotels, so Andreas Haugeneder: ‚Edl‘ ist für uns dabei die schönste Form des einfachen Landlebens. Wir ‚veredln‘ mit unserer persönlichen Note die Schönheit unserer Natur – sei es mit Insider-Wandertipps meiner Frau Bianca oder mit unseren Menüs“, erklärt der gelernte Koch. Seit 2003 führt er zusammen mit seiner Frau den Betrieb. Schritt für Schritt erfolgte der Ausbau des Familienanwesens mit jetzt Platz für bis zu 26 Gästen in fünf Ferienwohnungen, einem Chalet und dem „Stoahäusl“.

Einen herben Rückschlag erlitt die Familie 2017 mit dem Sturm Kolle und der anhaltenden Borkenkäferplage. Daraus wuchs aber eine in dieser Form einzigartige Idee: Um die umfangreiche Wiederaufforstung mit Waldumbau stemmen zu können, gibt es die Möglichkeit, mit einer Spende eine Art Patenschaft für „Kraftplätze“ zu übernehmen. Wie hier der Wald betreut wird, wie er sich neu entwickeln kann, das können die Paten dann regelmäßig vor Ort überprüfen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an die Gäste des „Edlgütls“. „Auf die Idee zu diesem Projekt hat uns ein Stammgast gebracht, der die massiven Schäden durch Sturm und Borkenkäfer über die Jahre miterlebt hat“ erzählt Bianca Haugeneder. Das Interesse am Projekt und die Begeisterung für den „Wald der Zukunft“ sei groß.

Als weitere Option für die Gäste ist dieses Chalet ganz aus Holz ein wichtiger Teil des Hotels „Edlgütl“ (Foto: Landratsamt Passau)

Zum Nachhaltigkeitskonzept zählen weitere Mosaiksteine, wie etwa die Reduzierung des Fuhrparks für Hotel und Forstwirtschaft auf das Nötigste und die voll biologische Klärung der Abwässer in einer eigenen Anlage. Landrat Kneidinger sah in diesem Gesamtkonzept einen „Leuchtturm“ für neues Denken. Altlandrat Meyer sprach die wichtige fachliche Begleitung der Baumaßnahmen durch das Landratsamt an und auch den Pioniergeist des Ehepaars Haugeneder. Und Bürgermeister Adolf Barth sah die Hotelanlage als Teil des Gesamtangebots rund um das Nordische Zentrum Rastbüchl, das so noch mehr ein „Alleinstellungsmerkmal als Ferienregion mit besonderen Angeboten“ habe.