Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans

Umfassende Datenerhebung abgeschlossen; nun wird Auswertung vorbereitet

Passau. Für die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans konnte mit einer umfassenden Datenerhebung zur aktuellen Verkehrssituation der erste Schritt abgeschlossen werden. Die Ergebnisse daraus sollen nach der Auswertung die Grundlage für die Ausarbeitung des Maßnahmenkatalogs bilden. Den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung und Mobilität wird in der heutigen Sitzung ein Überblick über die durchgeführten Befragungen und Zählungen gegeben, bevor die Vergabe für den konzeptionellen Teil des Integrierten Verkehrsentwicklungsplanes erfolgen soll.

Oberbürgermeister Jürgen Dupper: „Da sich das Verkehrsverhalten der Bevölkerung und das Mobilitätsbewusstsein in der Gesellschaft geändert haben, muss die Verkehrsorganisation in unserer Stadt auch an die damit verbundenen, veränderten Anforderungen angepasst werden. Die nun abgeschlossene Ermittlung der Ist-Situation zeigt uns den Startpunkt für diese Entwicklung auf. Nun folgt die Analyse der Ergebnisse und die Ermittlung von Prognosen, um die kommunale Verkehrspolitik und -planung für die künftigen Herausforderungen neu zu positionieren.“

Im Frühjahr 2020 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr die Auftragsvergabe an ein externes Ingenieurbüro für die Aktualisierung der Verkehrsdatenlage im Stadtgebiet beschlossen. Im Laufe des vergangenen Jahres hat das Fachbüro dann gemeinsam mit der städtischen Dienststelle Verkehrsplanung durch verschiedene Zählungen und Befragungen Daten ermittelt, die eine Abbildung der aktuellen Situation ermöglichen. Ebenfalls hat das Staatliche Bauamt Passau für das „Dialogforum Nordumfahrung Passau“ umfangreiche Daten erhoben, die der Stadt Passau auch für die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans zur Verfügung gestellt wurden.

Gleich zu Beginn des Ermittlungszeitraums wurde außerdem eine Verkehrszählung an 36 weiteren Zählstellen durch das beauftragte Verkehrsplanungsbüro durchgeführt. Mit der Auswertung der Zählungen kann nun ein Verkehrsmodell erstellt und die Belastbarkeit der Knotenpunkte und Straßen für die Stadt geprüft werden.

Im Sommer des vergangenen Jahres erfolgte dann eine Befragung von insgesamt 3.000 zufällig ausgewählten Haushalten. Dazu wurden Fragebögen versendet, die Aufschluss über das Mobilitätsverhalten einzelner Personen zum Stichtag 16.07.2020 geben sollten. Der Stichtag wurde bewusst kurz vor den Sommerferien gewählt, da zu diesem Zeitpunkt trotz der Corona-Pandemie nur reduzierte Einschränkungen gegeben waren. Dennoch haben das eher regnerische Wetter und die fast ausschließlichen digitalen Veranstaltungen der Universität an diesem Tag aber dafür gesorgt, dass der Anteil der Fahrradnutzung und die Wege der Studierenden vermutlich unterrepräsentiert sind.

Insgesamt wurden 16 % der Fragebögen ausgefüllt wieder zurückgesendet. Diese ergaben im Ergebnis, dass die Mobilitätsquote an diesem Tag bei 78 % lag. 49 % der Personen nutzen an diesem Tag den eigenen PKW, 15 % waren Mitfahrer in einem PKW, 10 % nutzten das Fahrrad, 20 % gingen zu Fuß und 6 % nutzen das Angebot des ÖPNV. Zu den meisten Gründen für die Verkehrsteilnahme an diesem Tag zählen der Weg zum Einkaufen, der Weg zur Arbeit und Mobilität in der Freizeit. Die wichtigsten Themen für die Verkehrsteilnehmer sind u. a. mehr Raum für Fußgänger, Straßenquerungen, der Ausbau des Radwegenetzes (Trennung von Autoverkehr und Fußgängerverkehr), Fahrplanangebot des ÖPNV, Straßennetz, Parkplatzangebot sowie Park & Ride.

Zusätzlich zu den Haushaltsbefragungen haben auch insgesamt 17 Unternehmen in der Stadt Passau Angaben zur Verkehrsteilnahme gemacht. Dabei handelte es sich um Betriebe unterschiedlicher Branchen und unterschiedlicher Größenordnungen. Den Rückmeldungen zufolge umfasst deren Fuhrpark 305 Pkws, 61 Transporter, 28 Lkw < 3,5t, 10 Lkw > 3,5t und 44 Lkw > 12t. Mit diesen Fahrzeugen haben sie einen 65%-igen Anteil am städtischen Leichtverkehr und einen 35%-igen Anteil am städtischen Schwerverkehr.

Dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Mobilität wird in seiner heutigen Sitzung vorgeschlagen, die Vergabe des konzeptionellen Teils des Verkehrsentwicklungsplans Passau die Auswertung der Daten als zweiten Schritt der Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans zu beschließen. Darauf aufbauend soll dann unter Berücksichtigung der aktuell laufenden Projekte (ÖPNV, Radverkehr, Verkehrssteuerung, Dialogforum) ein ergebnisoffenes Handlungs- bzw. Maßnahmenkonzept entworfen werden.