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Montag, Juli 15, 2024

Eine große Bereicherung für den Unteren Bayerischen Wald

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Bayerischer Wald-Verein zeichnet Uli Dittlmann und Heinz Lang mit dem Kulturpreis aus

Sie sind „Motoren“ für die kulturelle Entwicklung der Stadt Freyung und des gesamten Unteren Bayerischen Wald, sind seit Jahrzehnten engagiert und wurden deshalb am vergangenen Sonntag mit dem Kulturpreis des Bayerischen Wald-Vereins ausgezeichnet. „Uli Dittlmann und Heinz Lang sind überaus verdiente Persönlichkeiten, eine große Bereicherung für den Unteren Bayerischen Wald und zwei würdige Kulturpreisträger 2023“, so Wald-Vereins Präsident Sebastian Gruber in seiner Begrüßung auf der Hauptbühne der Landesgartenschau. Dort hob auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich die Bedeutung des Kulturpreises hervor, der von einem Verein verliehen werde, der „Herkunft und Zukunft verbindet und Kultur weiterentwickelt“. Doch dazu brauche es immer Personen, die Verantwortung übernehmen, weshalb der Kulturpreis auch aus Sicht des Freyunger Bürgermeisters hochverdient an die beiden Preisträger gehe.

Uli Dittlmann: der vielseitig Kreative 

Michael Nesner hielt die Laudatio auf Uli Dittlmann und blickte auf dessen Wirken als Kopf, Organisator, Theaterautor und -regisseur beim Freyunger Starkbieranstich zurück. Der hauptberufliche Innendekorateur habe Freude daran, die Menschen mit seinen Theaterstücken, Bühnenbildern und Aufführungen zu unterhalten. „Er trägt mit seinem Wirken viel zur Kultur unserer Region bei. Nicht mit einem bestimmten Werk, sondern mit seiner Vielschichtigkeit. Und das seit Jahrzehnten“, so Nesner, der den Bogen von Dittlmanns Anfängen am Stadttheater Passau bis zur Wolfsteiner Bühne spannte, wo er 40 Jahre mitwirkte. Ob Faschingsbälle mit speziellen „Zauberelementen“ oder historisches Schauspiel am Schlossfest: „Der Wald-Verein hat eine gute Entscheidung getroffen, Uli Dittlmann wegen seiner jahrzehntelangen kreativen und künstlerischen Arbeit für unsere Region diesen Preis zu verleihen“. Der Preisträger selbst bedankte sich bei all denen, die in diesen Jahrzehnten mitgeholfen haben. „Denn alleine ginge das nicht, ein Stück weit gehört dieser Preis Ihnen allen“, so Dittlmann.

Heinz Lang: der heimatverwurzelte Menschenfreund

Aus einem der bekannten Dittlmann-Singspiele zitierte dann der zweite Laudator des Tages, Gerhard Ruhland, um den weiteren Preisträger Heinz Lang zu beschreiben. „Da gibt es die Figur des Bruders, der die Arme weit offen auf die Menschen zu geht und sie alle am liebsten umarmen möchte“. Doch Lang sieht nicht nur in den Menschen stets das Gute, sondern liebt auch seine Heimat. Und für diese habe er Großartiges geleistet: als Buchhändler, als Verleger, als Gründer und Impulsgeber.

Die in den 80er Jahren gegründete Buchhandlung, die nun ein Buchcafé samt Begegnungsstätte für Kulturinteressierte ist, erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, darunter im Rahmen des „Deutschen Buchhandelspreises“ die Auszeichnung als „Hervorragende Buchhandlung“. Um die Schönheit des Bayerischen Waldes noch stärker zu würdigen, gründete er den Verlag „Edition Lichtland“, in dem mittlerweile über 100 Bücher aus, über und von der Region erschienen sind, die eine große „identitätsstiftende Wirkung“ für den Bayerischen Wald haben. Gemeinsam mit seiner Geschäftspartnerin Hannelore Hopfer sowie den Grafikerinnen Edith Döringer und Melanie Lehner wird stets an neuen Erscheinungen gearbeitet – und auch dafür gab es bereits renommierte Preise wie den „Bayerischen Verlagspreis“ und den „Johannes Steinbrenner-Preis für die beste deutschsprachige Publikation zum Böhmerwald“.

„Doch Heinz Lang ist auch einer, der sich einmischt, der Akzente und Impulse gibt“, so Gerhard Ruhland, der sein politisches Engagement als Stadtrat nannte sowie die Gründung der Montessori-Schule Kreuzberg, die er initiierte. Hinzu kommen die Kleinkunstbühne „FreYbühne“ im ehemaligen Kino sowie die „Galerie im Europahaus“, die er ins Leben gerufen hat. „Trotz all dem ist Heinz Lang immer bodenständig und verwurzelt geblieben. Der Bayerische Wald-Verein kann stolz sein auf diesen Waidler“, schloss der Laudator unter großem Applaus der rund 200 Gäste. Der Preisträger selbst war gerührt, dass ein „so wichtiger Verein, den es seit 140 Jahren gibt, mir so eine Ehre macht“.

So wie dieser Tag mit Chormusik am Vormittag im Rahmen des Gottesdienstes begonnen hatte, klang er dann am Sonntag noch aus. Und auch das Thema Verwurzelung, das Dekan Jochen Wilde ins Zentrum seiner Predigt gestellt hatte, zog sich symbolisch durch diesen Bayerwald-Tag. Zumal die Wurzeln wichtig seien, um den Stürmen des Lebens standzuhalten – und natürlich auch, um erblühen zu können und Früchte zu tragen.

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