Eine neue Plattform für die schöne Waldheimat

Horst Triebstein aus Oberseilberg versteht sich als Administrator eines privaten sozialen Netzwerkes, in das jeder Interessent Fotos und Texte zur schönen niederbayerischen Waldheimat einbringen kann (Foto: Duschl)

Horst Triebstein bietet soziales Netzwerk zum Mitmachen an – Jeder Interessent kann ins Portal Fotos und Beiträge einstellen – Nutzung ist kostenlos

Oberseilberg. Diplomingenieur Horst Triebstein, gebürtiger Hesse, der sich vor zwei Jahren zusammen mit Ehefrau Christa in der Ortschaft Oberseilberg ein kleines schmuckes Eigenheim gebaut hat, möchte zwar hier nach langen Arbeitsjahren vor allem seinen Ruhestand genießen. Doch er will auch noch etwas Nützliches für seine schöne Wahl-/Waldheimat tun: Er ist im Begriff, aus eigenem Antrieb ein soziales Netzwerk aufzubauen, an dem sich jeder beteiligen kann, der Detailwissen zu interessanten Orten, Denkmälern, Naturschönheiten und Landschaften, aber auch historische Aufnahmen oder besonders empfehlenswerte Wandertipps einbringen kann.

Das wesentliche Ziel des Projektes (das vorläufig als Testversion läuft) ist es, heimatkundliche Informationen in Form von Bildern, Texten und Plänen zusammenzustellen. Das „Einzugsgebiet“ sollte dabei nach den Vorstellungen des Initiators vor allem der Bayerische Wald sein. Denkbar ist aber auch eine Ausweitung auf den gesamten niederbayerischen Raum.

Deshalb ist Horst Triebstein – der sich auch selbst mit offenen Augen in seiner neuen Wahlheimat umschaut und interessante Beiträge einstellt – darauf bedacht, dass sich bald möglichst viele Personen in das Netzwerk einbringen und es auf diese Weise immer weiter ausbauen. In einem Gespräch mit der PNP meinte er: „Ich unternehme mit dem Projekt den Versuch, Menschen zusammenzubringen, die über Detailwissen zu ihrer Heimat verfügen.“ Ein Internet-Portal dieser Art lebe nämlich von der aktiven Beteiligung und den Beiträgen seiner Nutzer.

Zum Aufbau seines Netzwerkes hat Horst Triebstein einen eigenen LINUX-Server angemietet (den er auch selbst finanziert). Wer mitmachen will, muss sich anmelden und registrieren lassen. Die Adresse: https://portal.wimmerkanal.de/humhub

Daraufhin schaltet dann Horst Triebstein als Administrator den Zugang zu dem Space „Ingressum“ frei. Hier können Beiträge eingestellt werden, die für die allgemeine Öffentlichkeit bestimmt sind. Eine Haftung für solche Beiträge wird dabei aber nicht übernommen.

Darüber hinaus verfügt das Netzwerk über weitere themenspezifische Kanäle – für die allerdings jeweils eine extra Anmeldung und „Bewerbung“ erforderlich ist. Ein Nachrichtenmodul ermöglicht eine private Kommunikation zwischen einzelnen Nutzern, die wiederum jeweils eigene Profilseiten bekommen. Und in einem Kalender können die wichtigsten Veranstaltungen in der Region eingetragen werden.

„Wir wollen nun abwarten, ob wir eine genügend große Akzeptanz erzielen“, sagt Horst Triebstein. Ansonsten werde das Portal nach einer mehrmonatigen Testphase einfach wieder eingestellt. Doch das wäre sehr schade, denn die Idee ist es wirklich wert, weiter verfolgt zu werden. Alle heimatkundlich interessierten Personen können mithelfen, hier eine virtuelle „Bibliothek“ aufzubauen (die keine großartig wissenschaftlichen Ansprüche stellt, aber doch von seriösen Beiträgen lebt). Und je mehr Informationen über unsere wunderschöne Waldheimat eingestellt werden, umso wertvoller wird ein Blick in das Netzwerk.


Warum heißt das neue Heimat-Portal „Wimmerkanal“?

Für Horst Triebstein, den Begründer des Netzwerkes, stellt der alte Wimmerkanal eines der außergewöhnlichsten Bauwerke im südöstlichen Teil des Bayerischen Waldes dar (und er führte kaum hundert Meter entfernt vom Wohnhaus Triebsteins in Oberseilberg vorbei). Zur Entstehung des Kanals: Der k.u.k.-Oberst Jakob Freiherr von Wimmer, ein böhmischer Großgrundbesitzer und Geschäftsmann, wollte Anfang des 19. Jahrhunderts zum Zweck der Holzdrift aus den Wäldern am Lusen nach Passau einen Kanal bauen. Über fünfzig Kilometer hinweg verlief die Kanaltrasse in schwierigstem topographischem Gelände von Finsterau über Mauth, Hinterschmiding, Oberseilberg, Hobelsberg und Vorderfreundorf bis in die Nähe von Waldkirchen, wo sie in die dort fließende Erlau mündete. Aufgrund gleichzeitiger politischer Veränderungen verlor allerdings der gerade fertiggestellte „Wimmerkanal“ noch vor seiner Inbetriebnahme seine angedachte Bedeutung.