Landrat soll sich beim Klimaschutz nicht zurück lehnen

GRÜNE: Kneidinger soll Gesprächsangebot der Baumbesetzer:innen annehmen

Passau. Wie die Landkreis-Grünen in einer Pressemitteilung festhalten, bedauern sie es, dass Landrat Raimund Kneidinger das von den Baumbesetzer:innen in dieser Woche angebotene persönliche Gespräch abgelehnt hat. Der Verweis auf die bisherigen Bemühungen und zukünftige Absicht in Sachen Klimaschutz, über die sich die Vertreter:innen des Klimacamps im Amt erkundigen könnten, genüge nicht.

Dazu erklärt Dirk Wildt, Vorsitzender der Landkreis-Grünen: „Zu 2014, 2016 und 2018 hat der Landkreis seine regelmäßigen CO2-Bilanzen vorgelegt, mit erfreulichen aber vor allem erschreckenden Ergebnissen. Erfreulich ist, dass das Landratsamt deutlich den Ausstoß des Treibhausgases CO2 reduzieren konnte – unter anderem beim eigenen Fuhrpark und eigenen Liegenschaften. CO2-Reduzierung geht also. Erschreckend ist, dass in derselben Zeit der Gesamt-Ausstoß des Hitze treibenden Kohlendioxids im Landkreis nahezu konstant geblieben ist.

Alle Erfolge des Landratsamts, von Betrieben sowie Bürgern werden durch Verkehrs- und Wirtschaftswachstum aufgefressen. Der Landat hat keinen Grund, sich beim Klimaschutz zurück zu lehnen. Beides muss gleichzeitig gehen: Wachstum und Klimaschutz. Politiker:innen, die das nicht begreifen wollen, gefährden die Zukunft unseres Landkreises und des Industriestandorts Deutschland.“

Halo Saibold, Mitglied des Kreistags, appelliert an den Landrat, die Einladung der Baumbesetzer:innen anzunehmen „und deren Forderungen genau zuzuhören. Unter anderem will das Bündnis aus BI Nordtangente, VCD und Fridays for Future lediglich, was die Politik uns allen mit dem Pariser Klimaabkommen versprochen hat, nämlich den Anstieg der Temperatur auf 1,5 Grad zu begrenzen.
Neue Mega-Straßenbauprojekte wie die Nordtangente passen nicht mehr ini diese Zeit, die Ilztalbahn muss täglich betrieben, die Gleise an der tschechischen Grenze verbunden und damit die Bahnverbindung München-Prag wiederhergestellt werden. Ich bin mir sicher, dass unser Landkreis zahlreiche Anregungen der Baumbesitzer:innen aufnehmen kann. Deshalb halte ich ein persönliches Gespräch für angebracht und sinnvoll.“