Gräberfeld bei Bad Füssing: Immer mehr Überraschungen

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    Jetzt „Prinzessin“ des örtlichen Adels entdeckt | Bis zu 1500 Jahre alt

    Bad Füssing. Das Aufdecken eines frühbajuwarischen Reihengräberfelds von Würding (Gemeinde Bad Füssing) aus dem 6. Jahrhundert, liefert immer weitere wichtige Erkenntnisse zur Besiedungsgeschichte des Unteren Inntals. Jetzt hat sich mit einem weiteren Fund eine ganz neue Perspektive eröffnet: Die Archäologen entdeckten das Grab einer jungen Frau (18-25 Jahre), die Kreisarchäologe Alois Spieleder dem örtlichen Adel der damaligen Zeit zuordnet; man könne zu Recht von einer „Prinzessin“ sprechen. Der Fund sei einer der „spektakulärsten der letzten Jahrzehnte“.

    Die Belegung des Gräberfelds setzt bereits sehr früh ein, um 500 n. Chr. Dabei konnte diese Datierung vor allem auf eine einglättverzierte Knickwandschale des Typs Altenerding-Aubing gestützt werden. Diese besondere Schale ahmt in Form und Ausformung spätantike, sprich römische Vorbilder nach, verziert ist sie allerdings in einem germanischen Stil. Daneben konnte zusätzlich eine Vogelfibel (also eine Gewandnadel) festgestellt werden, die diese Datierung stützt.

    Der aktuellste Fund: Das Grab einer jungen Frau, deren Trachtbestandteile eindeutig einem höheren gesellschaftlichen Status zuzuordnen sind. Neben einer reichen Kette aus Glasperlen, lässt sich im Halsbereich auch ein Goldcollier feststellen. Daneben findet sich eine Bergkristallkugel im Bereich eines Gürtelgehänges. Solche Kugeln werden allgemein als Trachtbestandteil unverheirateter junger Frauen gedeutet. Daneben konnten noch Almandinscheibenfibeln festgestellt werden. Die Ausstattung dieser Bestattung lässt daher nur den Schluss zu, dass es sich hierbei um ein außerordentlich hochgestelltes Mitglied des örtlichen Adels handelt.

    Im Detail ist der reiche Halsschmuck der vermutlich im 6. Jahrhundert bestattenen jungen Frau zu sehen. Der Schmuck gibt klar Auskunft über eine herausragende Stellung innerhalb des örtlichen Adels (Foto: Landratsamt Passau)

    Der Landkreis Passau zählt zu den wenigen Landkreisen im Freistaat mit einer eigenen Kreisarchäologie. Funde wie dieser, so erklärt Landrat Raimund Kneidinger, seien der Beleg, wie wichtig die „Dokumentation der eigenen Besiedelungsgeschichte und die Sicherung der Zeugnisse sind. Dieser Aufgabe sieht sich der Landkreis auch künftig verpflichtet“.

    Er dankte der Gemeinde Bad Füssing, auf deren neu zu erschließenden Baugebiet Würding die Archäologen fündig geworden waren. Kneidinger: „Die Gemeinde hat mit den Archäologen und Denkmalschützern kooperiert und den Wert der Funde sofort erkannt, das ist vorbildhaft.“

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