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Dienstag, Juli 16, 2024

„Er will allweil seine Freiheit haben“ – Klaus Maria Brandauer in der Studienkirche Passau

Lesestoff

Es ist ein Briefwechsel, der ungeahnte Einblicke in das Leben eines Genies verschafft: Wolfgang Amadeus schriftlicher Austausch mit seinem Vater Leopold Mozart und mit Josef Bullinger, einem Freund der Familie Mozart, erzählt die Geschichte einer Emanzipation. „Er will allweil seine Freiheit haben“ lautet denn auch das Fazit von Leopold Mozart, nachdem sein hochbegabter Sohn sich immer weiter von ihm entfernt und seine eigenen Wege verfolgt hatte.

Die musikalische Lesung von Klaus Maria Brandauer zusammen mit dem GrauSchumacher Piano Duo im Rahmen der Festspiele Europäische Wochen Passau am Donnerstag, den 4. August, in der ausverkauften Studienkirche vor rund 700 Besuchern, beleuchtet eben jenen Briefwechsel zwischen Vater und Sohn. Im Mittelpunkt des Abends steht eine Reise Nach Paris, Wolfang Amadeus Mozarts erste Unternehmung ohne seinen Vater. Erstmals musste der junge Musiker ohne die prägende Figur zurechtkommen und auch das Ausbleiben von Erfolg und Anerkennung aushalten. Dazu stirbt in Paris die Mutter, die die Reise begleitet hatte. Die Briefe von Wolfgang Amadeus Mozart offenbaren die Versuche aufzubrechen, sich zu befreien und die gewonnenen Freiheiten gegen den Vater zu verteidigen.

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Klaus Maria Brandauer vermittelt all diese Seelenlagen kongenial. Er zürnt und zirpt mit seiner eindrucksvollen Stimme, wechsel souverän zwischen den Gefühlszuständen, alle Stimm- und Stimmungslagen des jungen Genies auslotend. Dann hält er inne, aber nur, um kurz darauf umso stärker hervorzubrechen.

Begleitet wurde der weltbekannte Schauspieler musikalisch von dem GrauSchumacher Piano Duo. Andreas Grau und Götz Schumacher stellen mit ihren leichten Anschlägen an zwei Flügeln immer wieder den Anschluss an Mozarts musikalisches Schaffen her. Werke wie die Ouvertüre zu „Die Zauberflöte“ oder die Sonate D-Dur für zwei Klaviere von Wolfgang Amadeus Mozart unterstreichen, welches Potential dem genialischen Künstler Mozart innewohnte.

Nach rund anderthalb Stunden, gekrönt von einer Zugabe, feierten die Zuschauer Klaus Maria Brandauer und das GötzSchumacher Piano Duo mit Standing Ovations. Lang anhaltender Applaus beendete den gelungenen Abend.

(Bilder: Festspiele Europäische Wochen Passau e. V.)

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