Pandemiebedingter Beschäftigungsabbau in Bayern

München. Infolge der Pandemie kam es in Bayern im Jahr 2020 zu einem Einbruch der Wirtschaftsleistung, in deren Folge erstmals seit dem Jahr 2003 auch die Zahl der erwerbstätigen Personen sank. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, waren in Bayern im Jahr 2020 durchschnittlich 7,65 Millionen Menschen erwerbstätig, knapp 81 000 weniger als 2019 (Rückgäng um 1,0 Prozent und somit in etwa im Rahmen der deutschlandweiten Abnahme in Höhe von 1,1 Prozent). Insgesamt fiel das Beschäftigungsniveau ungefähr wieder auf den Stand aus dem Jahr 2018, blieb aber im Vergleich zu den Jahren davor hoch.

Es erstaunt also nicht, dass besonders marginale Beschäftigungsverhältnisse, also geringfügig entlohnt Beschäftigte (450-Euro-Basis), kurzfristig Beschäftigte (unter zwei Monaten bzw. 50 Tagen im Jahr) sowie die in Bayern quantitativ unbedeutenden 1-Euro-Jobs, abgebaut wurden. In solchen Arbeitsverhältnissen waren im Jahr 2020 insgesamt nahezu 54 000 Personen bzw. 6,4 Prozent weniger Personen angestellt als 2019. Dies entspricht rechnerisch einem Anteil von 66,6 Prozent an allen weggefallenen Arbeitsplätzen. Reguläre Beschäftigungsverhältnisse wurden hingegen oftmals über Kurzarbeit erhalten.

Bei den Wirtschaftszweigen zeigte das Baugewerbe mit einem Zuwachs seiner Erwerbstätigenzahl um 1,1 Prozent eine Sonderentwicklung. Mit rund 453 000 Erwerbstätigen wurde hier der höchste Stand seit 1999 erreicht. Überdurchschnittlich war der Rückgang im Bereich „Land- und Forstwirtschaft, Fischerei“ mit -5,6 Prozent und im Verarbeitenden Gewerbe mit -2,7 Prozent. Die Dienstleistungsbranche nahmen mit einem Rückgang um 0,7 Prozent unterdurchschnittlich ab. Innerhalb dieses sehr großen Bereichs gab es jedoch erhebliche Unterschiede. Insgesamt zeigt sich, dass die 2020 besonders stark vom Rückgang betroffenen Wirtschaftsbereiche bereits im Jahr 2019 unterdurchschnittlich abgeschnitten hatten.