(Foto: Farmdroid)

Von Südafrika nach Waldkirchen

Erfinder Rolf Papsdorf bringt nicht nur die zukunftsweisende Brennstoffzellen-Technologie mit nach Waldkirchen

Waldkirchen. Rolf Papsdorf ist Erfinder aus Leidenschaft. Der gebürtige Sachse begann schon früh, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Welt mit den richtigen Erfindungen ein bisschen vereinfachen könnte. Der 76-Jährige lebte Jahrzehnte lang in Afrika und trug dort maßgeblich zur Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie bei. Durch seine ältere Schwester, die bis letztes Jahr im Waldkirchner Rosenium lebte, lernte Papsdorf den Bayerischen Wald kennen und lieben. So sehr, dass er nun hier lebt und seine Erfindungen auch den Bayern ans Herz legen möchte. 2020 gründete er die Firma DAFE Technologie GmbH.

Rolf Papsdorf, Erfinder aus Leidenschaft (Foto: MuW/s.berlinger)

Erfolgreiche Projekte in Südafrika

42 Jahre arbeitete Rolf Papsdorf im alternativen Energiebereich mit Schwerpunkt „Biogas“, „Solar“ und eigener Brenstoffzellen-Entwicklung, die viele internationale Auszeichnungen erhalten hat. Die von ihm entwickelten Brenstoffzellen werden seit vielen Jahren erfolgreich in Projekten in Südafrika und Namibia eingesetzt. Ganze Dörfer, die keine Elektrizität hatten, wurden mit Brennstoffzellen (kleine rechteckige schwarze Kunststoffteile) und Service Shops ausgestattet, was das Leben der Einheimischen um ein Vielfaches erleichterte. Unabhängig von Wetter oder Einsatzgebiet produziert diese Technologie rund um die Uhr Energie, wobei die Zellen wieder zu 95 Prozent regeneriert werden. Die Technik ist effektiv und günstig. Mit einer Zelle werden durch chemische Reaktionen rund 1,5 Volt erzeugt. Je nachdem wie viel Volt man benötigt, können mehrere Brennstoffzellen hintereinander geschaltet werden. Für seinen Einsatz in den Dörfern von Südafrika und Namibia wurde der Unternehmer von Amerika und der Europäischen Union mit einem hoch dotierten Award ausgezeichnet. Seit 2017 gibt es eine neue Version der Brennstoffzellen, die nun auch für die westliche Welt geeignet ist. Die neue Entwicklung bietet nun die Möglichkeit, um in „Plug and Play“-Systemen dauerhaft und schnell verbrauchte Zellen auszutauschen – und das innerhalb weniger Minuten.

Brennstoffzellen auch in Deutschland einsetzbar

Das macht sie ideal für den Einsatz in Farm-Robotern (automatisierten landwirtschaftlichen Maschinen), E-Mobilität, abgelegenen Sendemasten und vielen anderen Einsatzgebieten, wo sichere und saubere Energie dauerhaft benötigt wird. Erneuerbare Energie „Made in Germany“ also.

Da der Erfindergeist von Rolf Papsdorf ungebrochen ist, hat er nun auch in die Produktion von Sicherheitsmaksen, den FFP2-Masken, investiert. In diesen wird nämlich dasselbe Membranmaterial (Vliesbeutel) benutzt, das auch für die Brennstoffzellen verwendet wird. Da lag es für den Unternehmer nahe, eine eigene Produktionshalle in Waldkirchen zu mieten, in der nun FFP2-Masken hergestellt werden. Ein Teil der Produktion geht nach Aussagen von Papsdorf im Auftrag der Bundesregierung ans Zentrallager in Halle. Später kann die Anlage für die Herstellung von Brennstoffzellen umfunktioniert werden.

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