Regionale Wirtschaft fordert klare Linie in der Corona-Politik

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    Sitzung des IHK-Gremiums Rottal-Inn | Personalmangel und steigende Preise stellen Betriebe vor Probleme

    Pfarrkirchen. Die Corona-Krise nimmt wieder Fahrt auf. Die Inzidenz-Zahlen steigen, die Regeln werden wieder strenger. Diese Gemengelage sorgt bei den regionalen Unternehmen für Aufruhr. Das wurde in der Sitzung des IHK-Gremiums Rottal-Inn deutlich, die in den Räumlichkeiten des European Campus Pfarrkirchen stattfand.

    IHK-Vizepräsident und Gremiumsvorsitzender Peter Glas übte deutliche Kritik an den jüngsten Beschlüssen der Bayerischen Staatsregierung: „Einmal mehr lassen die Regeln – beispielsweise 3G am Arbeitsplatz – zu viel Interpretationsspielraum. In sehr kurzen Abständen gab es zuletzt Nachschärfungen. Für uns Unternehmer ist das schwierig, wir haben keinerlei Planungssicherheit. Wir brauchen klare, verständliche Vorgaben seitens der Politik.“ Die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Runde bestätigten Glas. Sie forderten eine klare Linie in der Corona-Politik und mahnten ein gemeinsames europäisches oder zumindest deutsches Vorgehen in der Pandemiebekämpfung an.

    Doch Corona ist nicht die einzige Herausforderung, vor der die regionalen Betriebe derzeit stehen. So berichteten Vertreter aller Branchen von stark steigenden Material- und Rohstoffpreisen, verbunden mit teils enormen Lieferverzögerungen. Beispielsweise könne man im Lebensmittelbereich bei einzelnen Produkten Erhöhungen von 30 Prozent beobachten. Ebenso steigen die Energiekosten sprunghaft an. IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner stellte zu diesem Zeitpunkt konkrete Forderungen an die Politik: „Die Stromversorgung der Zukunft muss sicher, bezahlbar und nachhaltig sein. Wir brauchen deshalb einen zügigen Ausbau der Stromnetze, die Stromtrassen von Nord nach Süd müssen schnell realisiert werden. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien muss ebenfalls schneller voranschreiten. Kurzfristig hilft den belasteten Betrieben auch eine Senkung von EEG-Umlage und Stromsteuer.“

    Ein weiteres Problem, das Industrie, Handel, den Dienstleistungssektor und Gastronomie gleichermaßen betrifft, ist der Arbeitskräftemangel. Als einen der Gründe für den negativen Trend, identifizierten die Unternehmen den demografischen Wandel – auf der einen Seite verlassen immer weniger junge Menschen die allgemeinbildenden Schulen, auf der anderen Seite gehen geburtenstarke Jahrgänge vermehrt in den Ruhestand. Zudem habe Corona die Kontakte zwischen Ausbildungsnachwuchs und Wirtschaft erheblich erschwert, Praktika und Ausbildungsmessen waren beispielsweise häufig nicht möglich. Der fehlende persönliche Kontakt sei durch nichts zu ersetzen, sagte Schreiner.

    Ebenso spiele der anhaltende Trend zur Akademisierung eine große Rolle. Dass es diesen tatsächlich gibt, bestätigte Prof. Dr. Horst Kunhardt, Leiter des European Campus Pfarrkirchen. So seien die Studierendenzahlen in den vergangenen Jahren in ganz Bayern stark angestiegen – auch in Pfarrkirchen, wo heute über 1000 junge Menschen aus aller Welt studieren. In den regionalen Betrieben, auch das wurde in der Gremiumssitzung deutlich, werden hingegen vor allem Fachkräfte mit einer beruflichen Aus- und Weiterbildung gesucht und nur zu einem weitaus geringeren Teil Akademiker. Der Campus-Leiter betonte in seinem Vortrag, dass die Wirtschaft in der Region, aber auch unabhängig davon, vom Hochschulstandort Pfarrkirchen profitiere. Schließlich wohnt ein Großteil der Studenten hier, sie kaufen hier ein und gehen hier essen. Kunhardt präsentierte eine Schätzung: 1000 Studenten erzeugen eine Wirtschaftskraft von 9,5 Millionen Euro pro Jahr für die Region.

    Bei der Sitzung erhielten die Gremiumsmitglieder zudem noch einen Einblick in die Start-up-Szene. Roman Saletmeier von der Ruhstorfer 3D-Druck-Firma prexels GmbH stellte in einer Präsentation den Weg von der ersten Idee über die Gründung des Unternehmens im Jahr 2017, bis zur Etablierung im Markt vor. Ebenso ging er auf bürokratische Hürden auf diesem Weg ein. Gremiumsvorsitzender Glas zollte dem Jungunternehmer seinen Respekt. „Es bedarf großen Mut, den Weg in die Selbstständigkeit zu wagen. Der Wirtschaftsstandort Niederbayern braucht neben den etablierten Betrieben auch junge und innovative Unternehmen wie Ihres, um für die Zukunft gerüstet zu sein.“

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