Nachhaltigkeit als Chance und Herausforderung für Unternehmen

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    Unternehmer im IHK-Gremium Freyung-Grafenau rüsten sich für nachhaltige Entwicklung

    Waldkirchen. „Nachhaltigkeit“ stand als Schlagwort über der Herbstsitzung des IHK-Gremiums Freyung-Grafenau vergangene Woche in Waldkirchen. Bereits in einer vorherigen Sitzung hatten die gewählten Unternehmensvertreter im Gremium die Nachhaltigkeit als ein wichtiges Thema für die regionalen Betriebe identifiziert, das sich zunehmend und sehr konkret im Unternehmensalltag auswirkt. Unter Leitung der Gremiumsvorsitzenden und IHK-Vizepräsidenten Elisabeth Hintermann hat sich daher das Gremium nun mit Professor Reinhard Büchl zusammengeschaltet. Er ist selbst Unternehmer sowie Leiter und Gründer des Instituts für angewandte Nachhaltigkeit in Ingolstadt.

    Auf das „angewandte“ legte Büchl besonderen Wert und schilderte den Unternehmern ebenso praktisch wie eindringlich, welche Veränderungen auf sie zukommen und wie sie diese aktiv gestalten können. „Nichts bleibt wie es ist“, betonte Büchl und nannte dafür als Beispiel den EU-Aktionsplan zur Kreislaufwirtschaft, eine tragende Säule des europäischen „Green Deals“. Büchl beschrieb den umfassenden Ansatz, der nahezu alle Konsumartikel und damit auch sehr viele Betriebe unmittelbar betrifft. Auf europäischer Ebene gilt dem Aktionsplan zufolge der Anspruch eines geschlossenen Stoffkreislaufes, ohne Entsorgung. Das stelle hohe Ansprüche an Produkte, Fertigungs- und Recyclingprozesse, die die Unternehmen erfüllen müssten. Dabei drängt die Zeit: Wer sich als Unternehmen nicht nachhaltig aufstelle, könne schon bald negative Folgen in der öffentlichen Akzeptanz, bei der Suche nach neuen Fachkräften oder etwa in der Finanzierung bekommen. „Inaktivität führt automatisch zu wachsenden Risiken und verlorenen Chancen“, verdeutlichte Büchl. Insgesamt hob er aber den positiven Nutzen und die vielfältigen Chancen hervor, die gerade für die regionale, mittelständische Wirtschaft mit dem Thema Nachhaltigkeit verbunden seien. „Als Mittelständler verfügen wir über die notwendige Flexibilität. Wir können ein Treiber dieser nachhaltigen Entwicklung sein. Voraussetzung ist dafür aber aus meiner Sicht, dass die Politik die unternehmerische Freiheit stärkt und Innovation in den Betrieben fördert, statt beides durch Bürokratie oder starre Vorgaben zu hemmen“, sagte dazu die Gremiumsvorsitzende Hintermann.

    Alexander Schreiner, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern brachte die Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage in die Diskussion, die mit Blick auf die aktuellen Preisexplosionen und Lieferschwierigkeiten bei unterschiedlichen Materialien oder Produkten und Energie ebenfalls das Themenfeld Nachhaltigkeit berühren. Insgesamt habe die regionale Wirtschaft die Corona-Krise weitgehend überwunden, berichtete Schreiner. Besonders erfreulich sei gerade für die Wirtschaftsregion Freyung-Grafenau die Trendwende in den Bereichen Handel und Tourismus. Die Kehrseite dieser positiven Entwicklung: Neben Corona rückten nun bekannte wie auch neue Risiken wieder deutlicher in den Vordergrund, allen voran der Fachkräftemangel in den Betrieben. Das bestätigten die Rückmeldungen der Unternehmer im Gremium. Auszubildende wie beruflich qualifizierte Fachkräfte werden demnach händeringend gesucht, in allen Bereichen von Bau und Industrie, über die Gastronomie bis zum Verkehrsgewerbe. Deutliche Preiserhöhungen bei Lieferanten, Transport- und Lieferschwierigkeiten, Rohstoff- und Materialmangel zeigten sich ebenfalls in vielen Unternehmen. In der Folge werden beispielsweise Halbleiter aus alten Geräten für neue Produkte recycelt oder in der Gastronomie Lebensmittel bei drei Händlern gleichzeitig bestellt – in der Hoffnung, dass zumindest einer pünktlich liefern kann.

    „Wenn sich diese Liefer- und Versorgungsschwierigkeiten in so vielen Bereichen weiter fortsetzen, wird das zu einer spürbaren Delle in der konjunkturellen Entwicklung führen und die Erholung nach der Corona-Krise einbremsen“, warnte Schreiner.

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