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Dienstag, Juli 16, 2024

Erstmals wurden die Kliniken Am Goldenen Steig mit Ihrer Palliativstation nach den Kriterien des „Deutschen Palliativsiegels“ zertifiziert.

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Waldkirchen. Es ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die das Team aus spezialisierten Ärzten, Pflegepersonal, Physiotherapeuten, Sozialpädagogen, Psychologen/innen, Seelsorgern und ehrenamtlich tätigen auf der Palliativstation in Ihrer täglichen Arbeit leistet. Sie widmen sich unheilbar kranken Menschen mit einem immer größer werdenden Leiden in der letzten Lebensphase. Zusätzlich zur Linderung von körperlichen Beschwerden unterstützen sie auf psychischer, sozialer und spiritueller Ebene. Dass die Qualität dieser Arbeit sehr wichtig ist, ist unbestreitbar. Um dies auch nach außen zu repräsentieren und zur eigenen Reflektion des derzeitigen Qualitätsstandards, unterzogen sich die Kliniken Am Goldenen Steig nun erstmals den Zertifizierungsrichtlinien des “Deutschen Palliativsiegels“. Dabei werden die Versorgungsqualität von Sterbenden und Schwerstkranken entlang gültiger Kriterien bewertet um diejenigen Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen auszuzeichnen, welche diese in einem guten bzw. sehr guten Ausmaß erfüllen. Beurteilt wurde bei der Visitation nicht nur die Arbeitsleistung der Abteilung sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen. Insgesamt 20 Kriterien wurden dabei in 4 Handlungsfeldern geprüft, die neben pflegerischen und medizinischen Schwerpunkten auch organisatorische und psycho-soziale Aspekte beinhalten. Das Verfahren ähnelt einem Screening, an dessen Ende ein Gesamtscore steht. “Wir sind über die guten Ergebnisse, die diese Bewertung unserer Arbeit ergab sehr erfreut“, teilte die leitende Oberärztin Dr. Verena Heller nach der Erteilung des Qualitätssiegels Ende Februar mit. Heller, die die leitende Tätigkeit zum Jahreswechsel von Dr. Christoph Schicht übernahm sieht die Ergebnisse aber auch als Ansporn. Denn mit der Erteilung des “Deutschen Palliativsiegels“ erhielten die Kliniken zusätzlich zum Bewertungsergebnis auch Empfehlungen, deren Umsetzung für noch mehr Qualität in der palliativen Versorgung auch außerhalb der Palliativstation sorgen soll. Die Qualitätsmanagementbeauftragte der Kliniken Anna Scherer betont, dass dies als Grundlage für die Weiterentwicklung der Abteilung und der gesamten Kliniken sehr wichtig sei und den Patienten zu Gute kommt.

Was ist Palliativ, bzw. Palliativmedizin?

‚Pallium‘ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚Mantel‘. Ein schützender Mantel wird um einen unheilbar kranken Patienten gelegt, seine Beschwerden werden gelindert, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist. Ein selbstbestimmtes, beschwerdefreies und bewusstes Leben bis zum Tod wird angestrebt. Palliativmedizin und Hospizarbeit stehen für medizinische und menschliche Begleitung und Unterstützung in der letzten Lebensphase, für Lebensqualität bis zum Tod, und erteilen damit der aktiven Sterbehilfe eine eindeutige Absage. ‚Palliativmedizin‘ kennzeichnet die Behandlung von Patienten mit einer nicht heilbaren, fortschreitenden (progredienten) und weit fortgeschrittenen Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung.

(Bild, von links: Anna Scherer QM-Beauftragte, SL Silvia Rodler, Ltd. OÄ Dr. Verena Heller, BL Maria Schwarz, Dr. Christoph Schicht, Dr. Heidi Massinger-Biebl, GF Helmut Denk – Foto: Kliniken Am Goldenen Steig)

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