Eröffnung des Urban Gardening Demogartens an der Universität Passau

Bewiesen Grünen Daumen (v.l.n.r.): Robert Schnellhammer (AELF Passau), Jürgen Eppel (LWG Veitshöchheim), Andreas Rother (2. Bürgermeister Stadt Passau), Dr. Achim Dilling (Universität Passau), Prof. Dr. Werner Gamerith (Universität Passau) legten mit dem Einpflanzen von Paprika und Tomaten selbst Hand an (Foto: Universität Passau)

Genuss in der Stadt

Passau. „Wissen wie’s wächst!“ – das ist ab sofort das neue Motto auf dem Gelände der Universität Passau. Ob Tomaten im Hochbeet, Himbeeren im Sack oder Erdbeeren im Pflanzturm: Im Urban Gardening Demonstrationsgarten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) gibt es vieles zu entdecken. Am Montag, 21. Juni wurde der Schaugarten von Passaus 2. Bürgermeister Andreas Rother nun offiziell eröffnet und lädt nun große wie kleine Entdecker zur Genussreise ein.

Grünraum für die Sinne

„Alle Menschen brauchen Grünräume – und hier entsteht Raum für Natur und Erholung“, so Andreas Rother, 2. Bürgermeister der Stadt Passau bei der Eröffnung. Und gerade die Erholung spielt in der schnelllebigen Zeit von heute eine immer größere Rolle: „So wissen wir aus Studien, dass sich Gärtnern positiv auf die physische wie auch die psychische Gesundheit auswirkt“, betonte Rother. Mit dem Einpflanzen von Tomaten und Paprika in den Kistengarten legte er schließlich zur Eröffnung des Demogartens selbst Hand an. Neben der lokalen Selbstversorgung mit gesundem Gemüse und Kräutern sieht er beim Urban Gardening auch die Bewahrung wie Förderung der Artenvielfalt im städtischen Raum. Während die LWG über die Saison die Pflege des Gartens übernimmt, dürfen sich Studenten oder andere Besucher das ganze Jahr über den Anbau von verschiedenen Gemüse- und Kräuterpflanzen informieren und Anregungen für das Gärtnern zu Hause oder auf dem Studentenbalkon holen.

Nachhaltigkeit (er)leben

„Das Projekt Urban Gardening ist eine Einladung an die gesamte Universitätsfamilie und die Passauer Öffentlichkeit zu Begegnung, zum Austausch und zum gemeinsamen Nachdenken über Nachhaltigkeit“, machte Dr. Achim Dilliing, Kanzler der Universität Passau, deutlich. So begreift die Passauer Universität Nachhaltigkeit als wichtigen wie auch generationenübergreifenden Teil ihres gesellschaftlichen Auftrags. „In diesem Sinne findet man im Urban Garden auch all das, was die Mitglieder unserer Alma Mater an dieser Universität finden: Boden unter den Füßen, eine handvoll Erde, um etwas wachsen zu lassen und einen Baum, an den man sich lehnen kann“, so Dr. Dilling. Prof. Dr. Werner Gamerith, Beauftragter der Universitätsleitung für die Querschnittsaufgabe Nachhaltigkeit, freut sich über den Demogarten als Ort des Gedanken- und Ideenaustauschs: „Mit Urban Gardening ist ein Trend in Passau und Niederbayern angekommen, der weltweit zur Nachhaltigkeit der Ernährungssicherung beiträgt und dem als Alternative zur industriellen Agrarwirtschaft großen Stils beträchtliches Zukunftspotenzial zukommt.“

Schwimmender Salat: Im Wasserbeet wachsen die Salatpflanzen nahezu ohne Erde. Die Nährstoffe bekommen sie dabei über ihre Wurzeln im Wasserbecken (Foto: Universität Passau)

Tradition trifft auf Innovation

Neben klassischen und mobilen Hochbeeten gibt es im Demogarten auch eine
Staudenmischpflanzung, die Nahrung für Bienen und Insekten bietet. Zwischen
weiteren Blütenpflanzen sprießen schwimmende Wassersalate auf dem
„Hydroponik“-System, das nahezu ohne Erde auskommt. Eine Nährlösung sorgt in
dem geschlossenen Kreislauf für die notwendige Wasser- und Nährstoffzufuhr.
Dadurch wird nicht nur das knappe Gut Wasser effizient eingesetzt; auch sind die
Salate nahezu frei von Bodenkrankheiten. Und auch bei der Ernte holt
man sich keine schmutzigen Hände.

Gartenraum neu entdecken

Wenn die Fläche in der Stadt immer weniger wird, gehen die Gärten eben in die
Vertikale! Im Demonstrationsgarten zeigen Systeme aus Edelstahl und Holz wie u. a.
Kräuter und Salate auf mehreren Ebenen wachsen und gedeihen. Aber auch ein
kostengünstiger Pflanzturm kann im eigenen Garten leicht selbst aufgebaut werden
und sorgt mit seiner Rundumbepflanzung für eine Vervielfachung der Anbaufläche –
und damit auch für reichliche Ernte. In den vertikalen Systemen wachsen dabei
Kräuter, Salate, Erdbeeren und sogar Kohlrabi!


„Urban Gardening – Demonstrationsgärten für Bayern“
Der Urban Gardening Demonstrationsgarten in Passau ist der erste Schaugarten zum Stadtgärtner in Niederbayern und einer der sieben Projektgärten aller Regierungsbezirke in Bayern. Weitere Informationen zu dem vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geförderten Forschungsprojekt „Urban Gardening – Demonstrationsgärten für Bayern“ finden Sie unter www.lwg.bayern.de/urban-gardening

Garten an der Wand: Gerade im städtischen Bereich ist Freiraum Mangelware. Vertikale Pflanzsysteme mit integrierter Bewässerung bringen künftig den Garten an die Wand (Foto: Universität Passau)