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Donnerstag, Februar 5, 2026

Wald, Wild und Wandel:

Lesestoff

Gemeinsam die Weichen für nachhaltige Waldnutzung stellen
Verantwortliche aus Jagd, Forst und Verwaltung nutzen Fachgespräch zum konstruktiven Austausch

Der Wald der Zukunft braucht einen Schulterschluss aller Akteure. Unter diesem Leitgedanken versammelten sich Verantwortliche aus Jagd, Forst und Verwaltung – auf Einladung von Landrat Sebastian Gruber – im Landratsamt Freyung-Grafenau, zum schon traditionellen Fachgespräch Jagd und Forst. „Regelmäßiger Austausch ist das Fundament, auf dem wir die Herausforderungen im Wald von Artenschutz über Klimawandel bis Wirtschaftlichkeit konstruktiv bewältigen“, betonte Landrat Gruber zur Eröffnung. Neben der Waffensicherheit und Neuerungen im Jagdrecht, ging es an dem Abend um den Wolf, die Tiergesundheit, die Lage beim Borkenkäfer, den derzeit erfreulich hohen Holzpreis und die Schlüsse daraus, sowie um einen möglichweise ins Leben zu rufenden „Wald-und-Wild-Preis“.

Einen klaren Fokus auf Transparenz und Prävention legt der Landkreis beim Thema Waffensicherheit. Der zuständige Sachgebietsleiter Franz Stöbich gab deshalb Einblicke in die laufenden Waffenkontrollen. Und kündigte an, dass diese auch weiterhin in dieser Form stattfinden werden, um die Sensibilisierung für einen verantwortungsvollen Umgang mit Waffen weiter zu schärfen.

Über anstehende Gesetzesänderungen bei der Nachtzieltechnik, sowie bei der Novellierung des Bayerischen Jagdgesetzes, informierte sein Kollege Gunther Endres die Jägerschaft.

Ein „Wald-Wild-Preis“ für den Landkreis?

Ein Impuls des Präsidenten des niederbayerischen Bauernverbandes Siegfried Jäger lockerte die fachliche Debatte auf: Um vorbildliches Engagement an der Schnittstelle von Forst und Jagd sichtbar zu machen, schlug Herr Jäger die Einführung eines „Wald-Wild-Preises“ für den Landkreis vor. Landrat Gruber signalisierte Unterstützung für diese Initiative, die aber von anderer Stelle getragen werden müsste. Der Landkreis würde sich natürlich beteiligen, wenn es darum ginge, dem Miteinander von Jägern und Waldbesitzern eine derartige Wertschätzung entgegen zu bringen. Auch von Seiten des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen (AELF) signalisierte Wolfgang Kreuzer Unterstützung. Gemeinsam warben Kreuzer und

Jäger in Richtung der Waldbesitzer auch dafür, nötige Durchforstungen im Wald durchzuführen und damit den derzeit hohen Holzpreis zu nutzen.

Wachsamkeit bei Tiergesundheit und Borkenkäfer

Trotz einer aktuell stabilen Lage beim Borkenkäfer bleibe man wachsam, erklärte die Leiterin Nationalparkverwaltung Ursula Schuster. Sie gab sich vorsichtig optimistisch, sofern extreme Wetterereignisse ausblieben. Wachsamkeit forderte die Leiterin des Veterinäramtes Dr. Tanja Degner auch für den Bereich der Tiergesundheit: Sie skizzierte die aktuelle Lage bei Afrikanischer Schweinepest, Aujeszkyscher und Blauzungen-krankheit, die auch das Rotwild befalle. Sie bat die Beteiligten, wo möglich, frühzeitig auf Prävention zu setzen.

Wolf-Monitoring und klare Kommunikation

Die Präsenz des Wolfes in der Region wurde sachlich, aber mit Blick auf die Sorgen der Bevölkerung diskutiert. Angesichts von Sichtungen nahe landwirtschaftlicher Betriebe herrschte Einigkeit: Eine aktive und transparente Informationspolitik sei unverzichtbar, um Vertrauen zu schaffen. Auch über die rechtlichen Rahmenbedingungen für Entnahmemöglichkeiten wurde diskutiert.

Miteinander statt übereinander reden

Den Abschluss bildete ein positives Resümee zur Informationspolitik des Landratsamtes: Josef Nusser, Vorsitzender der Wolfsteiner Jägerschaft, lobte die reibungslose Informationskette bei Übungen der Bundes-wehr im Gelände – ein Beleg dafür, dass die Vernetzung zwischen Landratsamt und Jägerschaft funktioniere. Landrat Gruber schloss die Runde mit einem Dank für die zielorientierte Debatte: In Freyung-Grafenau werde nicht über- sondern miteinander geredet, und dann gemeinsam an Lösungen gefeilt, stellte er fest.

Landkreis FRG
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