DAK-Gesundheit verzeichnet in Bayern fast ein Viertel weniger Einschreibungen in Behandlungsprogramme für Diabetiker

München. In Bayern hat der coronabedingte Rückgang von Arztbesuchen im abgelaufenen Jahr zu einer zeitweiligen Unterversorgung von Zuckerkranken geführt.

Laut einer Sonderauswertung der DAK-Gesundheit in Bayern sind 2020 im
Vergleich zum Vorjahr fast ein Viertel weniger Patienten neu in ein strukturiertes Behandlungsprogramm für Diabetes mellitus gekommen. Die Angabe bezieht sich auf das zweite Quartal und somit auf die Zeit der ersten Corona-Welle. Die Kasse sieht das Risiko einer zeitweiligen Unterversorgung der Zuckerkranken und befürchtet mittel- bis langfristig einen Anstieg schwerer Folgeerkrankungen im Freistaat.

Die aktuelle Analyse der DAK-Daten zeigt: Im zweiten Quartal 2020 haben
sich 24 Prozent weniger DAK-Versicherte bei ihrem Arzt in ein Behandlungsprogramm für Diabetiker einschreiben lassen als im Vergleichsquartal des Vorjahrs. Im dritten Quartal waren es 22 Prozent weniger und für das vierte Quartal 2020 rechnet die Kasse erneut mit einem besonders deutlichen Minus. „Der Rückgang bei den Einschreibungen ist besorgniserregend“, erklärt Sophie Schwab, Leiterin der DAK-Landesvertretung in Bayern. Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes reicht die normale Betreuung beim Arzt häufig nicht aus.

Deshalb gibt es speziell strukturierte Behandlungsprogramme, sogenannte Disease Management Programme (DMP). „Wenn die Patienten beim DMP nicht mitmachen, weil sie aus Angst vor Corona nicht in die Praxen kommen, dann riskieren sie mittel- bis langfristig schwere Folgeerkrankungen. Wir befürchten für die Zukunft eine spürbare Zunahme an Fußamputationen“, so Schwab.

Fußamputationen sind extreme Spätfolgen einer Diabeteserkrankung. Bis es soweit kommt, gibt es diverse Möglichkeiten, den Erkrankungsprozess zu verzögern, zu stoppen oder ihn gegebenenfalls sogar umzukehren. „Grundsätzlich können viele Versäumnisse durch ein entsprechendes therapeutisches Engagement wieder ausgeglichen werden, aber dazu müssen sich die Patienten wieder zum Arzt trauen“, betont Schwab.

Die DAK-Gesundheit rät daher allen Diabetikern, auch während der Corona-Pandemie ihre Behandlung weiterzuführen. In Deutschland sind aktuell mehr als sieben Millionen Menschen zuckerkrank. Bei der großen Mehrheit liegt ein Typ-2-Diabetes vor, der auch als Altersdiabetes bezeichnet wird. Durch einen gesundheitsbewussten Lebensstil kann das Risiko für eine Erkrankung gesenkt werden. Um das individuelle Diabetes-Risiko zu ermitteln steht ein Test auf www.dak.de/diabetesrisiko bereit.

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