Herbstlicher Jazz zwischen Tradition und Improvisation im Duoformat

(von Tobias Schmidt)

Der Jazz hat eine musikalische Weltreise hinter sich. Von Afrika in die so genannte Neue Welt, um schließlich in Europa seine ganz eigenen Formen zu finden. Zwei besondere Jazzkonzerte im Duoformat berichten davon: Bereits am Donnerstag, 22.Oktober spielen die Pariser Kontrabassistin und Sängerin Sélène Saint-Aime und der seit vielen Jahren in Linz lebende Schlagzeuger Doug Hammond um 19 Uhr und um 21 Uhr als „Griot Duo-Solo“ im Café Museum.

Der französische Begriff „Griot” beschreibt die vom westlichen Maghreb bis nach Senegal und Mali anzutreffenden Dichter-Sänger. Sie sind allesamt hochangesehene Vermittler musikalischer und literarischer Tradition; einige von ihnen schafften es auch in unseren Breiten in die Pop- und Weltmusikcharts. Viel wichtiger indes: Eine afrikanische Wurzel des Blues wird bei den Griots verortet. Saint-Aime und Hammond greifen dies sehr frei auf und gestalten mit Kontrabass, Gesang, Schlagzeug und Perkussionsinstrumenten wie der Sanza (besser bekannt als Mbira oder auch „afrikanisches Daumenklavier“) einen Tradition und Improvisation gleichermaßen verpflichteten Abend voll musikalischen Storytellings.

Mit „Mare Undanum“ legte die hierzulande noch wenig bekannte Bassistin Sélène Saint-Aime im August „ein spannendes Debütalbum. Mittels Streichern, Bläsern, Perkussion und natürlich der Stimmer durchmisst sie darauf die Mondkrater, aber auch klassische Kompositionen Modest Mussorgskis und Heitor Villa-Lobos.

Sélène Saint-Aime (Foto: Arthur Wollenweber)

„Rivages“, also französisch für „Ufer“ im Plural heißt eine Ende Mai beim Münchner Label ECM erschienene, vielgepriesene CD von Kevin Seddiki und Jean-Louis Matinier. Seit zehn Jahren landen der Gitarrist und studierte Percussionist Seddiki und der meisterhafte Akkordeonist Matinier gemeinsam an vielfältigen musikalischen Gestaden an. Beide kommen von der Klassik, sind jeder für sich anerkannte Begleiter von Großmeistern des weltmusikalischen Jazz (von Dino Saluzzi über Anouar Brahem bis Renaud Garcia-Fons), und als solche auch mit Volksmusik vertraut; zudem erweisen sie auch französischer Filmmusik ihre Referenz. Meist gibt aber einer der beiden Musiker ein Thema vor, über das sich ein wunderbarer musikalischer Dialog entspinnt.

Man darf sich also auf das gemeinsame Konzert am 4. November um 20 Uhr im Gotischen Langhaus von Kloster Niedernburg freuen.

Kartenreservierung bitte online unter www.cafe-museum.de/reservierung.html vornehmen. Nähere Informationen auch zu den weiteren Konzerten dieses Herbstes sind unter www.cafe-museum.de abrufbar.   

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