Die Musikschule lädt zum Blockflötenfest „Facetten eines Instruments“

(von Tobias Schmidt)

Die Städtische Musikschule wird heuer 125 Jahre alt. Diesen Jahrestag begeht sie mit vielfältigen, über das gesamte Jahr verteilten Aktionen. Zur Jahresmitte steht die in Passau sehr geschätzte Blockflöte im Mittelpunkt, für die es mit Inge Reinelt, Heidrun Pontz und Karin Duscher ja sehr gute Dozentinnen an der Musikschule gibt.

Der mittlerweile 20. Internationalen Meisterkurs für Blockflöte mit Prof. Paul Leenhouts (University of North Texas) in Passau wurde diesmal in ein Konzertprogramm eingebettet. „Facetten eines Instruments“ so der Titel dieses Blockflötenfests, das all jene Musikfreunde abholt, die die Blockflöte vor allem in der Alten Musik verorten, den Zuhörern aber auch ganz andere, zeitgenössische Flötentöne zu Gehör bringen will. Vom 28. Juni bis 1. Juli findet der Internationale Meisterkurs für Blockflöte in den Räumen der Städtischen Musikschule in der Landrichterstraße 42 in Passau-Hals statt. Professor Leenhouts wird diesmal von der Flötistin, Dozentin Susanne Fröhlich (Universität der Künste Berlin) unterstützt.

Wer heute das Internet speziell zur Blockflöte in zeitgenössischer Musik befragt, landet unweigerlich bei der ehemaligen Schülerin der Passauer Musikschule. Ebenfalls ehemalige Blockflötenschülerin des Hauses ist auch Andrea Ritter. Die mit der Formation „Spark – die klassische Band“ in der Besetzung Violine, Viola, Melodica, Klavier und (ca. 40 verschiedene) Blockflöten den offenen Raum zwischen Klassik, Minimal Music, Electro und Avantgarde lustvoll, lässig und ohne stilistische Scheuklappen bespielen.
Am 28. Juni geben sich die ECHO-Klassik Preisträger von 2011 um 19.30 Uhr im Kleinen Kurhaus in Bad Füssing ein Stelldichein – eine Kooperation mit dem Festival Europäische Wochen Passau (Eintritt 29,-/erm. 21,- Euro).

Tags darauf gastiert das Barockensemble Fantasmi um 19.30 Uhr in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Vornbach am Inn. Nicht nur mit Werken von Antonio Vivaldi, wohl der Blockflötenkomponist schlechthin, sondern auch mit Flötenkonzerten à la Vivaldi des Weimarer Hofmusiklehrer Johann Gottfried Walther und von dessen Vetter, einem gewissen Johann Sebastian Bach (Eintritt 18,-/erm. 12,- Euro). Das Barockensemble Fantasmi ist am 1. Juli nochmals zu erleben.

Beim Abschlusskonzert mit den Teilnehmern des Blockflöten-Meisterkurses um 15.30 Uhr in der Passauer Heilig-Geist-Kirche. Die Blockflöte in der Neuen Musik präsentieren Susanne Fröhlich, Meinrad Kneer (Kontrabass) und Manuel Alcaraz (Schlagwerk) am 30. Juni um 19.30 Uhr im Kulturmodell Bräugasse.

Und auf die Möglichkeiten im Jazz befragt Winfried Hackl aus Oberösterreich mit seiner Formation Renaissance Men die Blockflöte schließlich ab 21.30 Uhr gleich nebenan im Café Museum. Hackl ist der Musikschule Passau seit langem als Blockflötenjuror verbunden. Einst war er an der Entwicklung der Subkontrabassblockflöte beteiligt, seit über dreißig Jahren baut er mittlerweile auch Cembali. Was bei diesem Konzert anhand eines E-Claviorganum deutlich wird. Hackl hat dieses in der Spätrenaissance aus Cembalo und Truhenorgel entwickelte Zwitterinstrumet für zuschaltbare elektronische Klangerzeugung ausgestattet (Lästerzungen würden es vielleicht ein „Barock-Mellotron“ nennen).

Die drei letztgenannten Konzerte des Blockflötenfests sind eintrittsfrei. Nähere Informationen auch unter www.musikschule.passau.de