Immer weniger Allgemeinmediziner siedeln sich im Bayerischen Wald an

Wann waren Sie das letzte mal bei Ihrem Hausarzt? Gibt es seine Praxis überhaupt noch? In den Städten und Ballungsgebieten Bayerns klingt letztere Frage etwas aus der Luft gegriffen. Im weniger dicht besiedelten Bayerischen Wald zeichnet sich jedoch langsam aber sicher ein punktueller Hausärztemangel ab. Immer weniger junge Ärzte lassen sich auf dem Land nieder. Was auf den ersten Blick nach einer Banalität klingt, ist eine Entwicklung, die früher oder später jeden von uns treffen könnte.

Warum sollte sich kein Nachfolger für den Arzt unseres Vertrauens finden? Ärzte werden schließlich immer und überall gebraucht. Eine auf den ersten Blick nachvollziehbare Argumentation, die einleuchtender nicht sein könnte. Hinzu kommt, dass es Deutschland im allgemeinen nicht an Hausärzten mangelt. Selbst der Bayerische Wald ist statistisch gesehen mit Hausärzten sogar leicht überversorgt. Reine Panikmache also? – mitnichten.

Die Statistik täuscht

Fakt ist, die aktuellen Statistiken verwässern das Problem, das die die Bewohner des Bayerischen Waldes schon jetzt bewegt und das sie uns in naher Zukunft härter treffen könnte, als uns allen lieb ist. Zwar wird dem Bundesland Bayern für die kommenden zehn Jahren ein Ärztezuwachs von annähernd 25 Prozent prognostiziert, allerdings werden in dieser Statistik auch Facharztpraxen und Krankenhäuser mit einbezogen. Die Zahl der Allgemeinmediziner in Bayern hingegen, ist im vergangen Jahrzehnt um knapp 15 Prozent gesunken.

Hohe Lebenserwartung wird zum Problem

Durch die steigende Lebenserwartung in Deutschland wirkt sich dieser Verlust an Allgemeinärzten noch stärker aus. Vor allem auf dem Land kann sich diese Thematik sehr schnell zuspitzen. Die Menschen müssen heutzutage länger und damit in der Summe häufiger medizinisch versorgt werden. Im Bayerischen Wald kommt es aber mittlerweile immer öfter vor, dass in kleineren Gemeinden nur noch wenige medizinische Versorger – im Sinne von Hausärzten – existieren. So gibt es Gemeinden mit über 5000 Einwohnern, die nur über einen einzigen Allgemeinmediziner verfügen. Orte mit einer geringeren Einwohnerzahl müssen teilweise komplett auf einen eigenen Hausarzt verzichten. Hinzu kommen vergleichsweise weite Wege in die nächstgelegene Stadt sowie eine ausbaufähige Bereitstellung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

(Die ganze Story zum Nachlesen über diesen PDF-Link; ‚Die Neue Woche‘, Ausgabe KW 48/16)

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