Grenzüberschreitende Kooperation bei Treffen von IHK Niederbayern und Wirtschaftskammer Oberösterreich betont

Die verstärkte Zusammenarbeit über Grenzen hinweg – zwischen den beiden Nachbarregionen Niederbayern und Oberösterreich und darüber hinaus – stand im Zentrum eines Treffens von Doris Hummer, Präsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ), mit Thomas Leebmann, Präsident der IHK Niederbayern, am heutigen Donnerstag in Passau. Die Vertreter beider Wirtschaftskammern betonten hier ihre Entschlossenheit, sich weiterhin für die Vorteile des einheitlichen Binnenmarktes in der EU einzusetzen. „Unsere Wirtschaft in beiden Ländern ist von einem freien Austausch von Waren und Dienstleistungen abhängig. Das erfordert möglichst offene Grenzen sowie den Abbau von Behinderungen bei grenzübergreifenden Dienstleistungen“, betonte IHK-Präsident Leebmann. „Die aktuellen Entwicklungen in Deutschland, Europa und weltweit dürfen den Wirtschaftsverkehr nicht unangemessen belasten“, bekräftigte auch WKOÖ-Präsidentin Hummer.

Oberösterreich und Niederbayern stehen nach den Worten der Wirtschaftsvertreter für ein starkes und wettbewerbsfähiges Europa, zählen doch beide zu den Top-Wirtschaftsstandorten und den 25 stärksten Industrieregionen innerhalb der EU. Beide Regionen hätten sich seit der Finanz- und Wirtschaftskrise dynamisch weiterentwickelt. Ausschlaggebend dafür waren den Vertretern der Wirtschaftskammern zufolge eine leistungsfähige Industrie, die hohe Innovations- und Technologieorientierung sowie die starke Stellung im Export.

Die künftigen Herausforderungen für beide Wirtschaftsräume lägen im digitalen und internationalen Wettbewerb um Märkte, Innovationen und Fachkräfte. In diesen Bereichen wollen sich die Kammern verstärkt austauschen und dort, wo es zum Vorteil beider Regionen ist, gemeinsame Aktivitäten starten. „Im Interesse der unmittelbaren Zusammenarbeit der Unternehmen setzen wir uns beispielsweise dafür ein, die überzogenen bürokratischen Hürden bei der Entsendung von Mitarbeitern über die Grenze zu senken. Das gilt für beide Seiten“, meinte Leebmann. Dies könne beispielsweise durch einen elektronischen Datenaustausch ermöglicht werden. „Wichtig für die Wirtschaft ist der Austausch zur Gewinnung von Fachkräften, nicht zuletzt auch aus dem Ausland“, ergänzte Hummer. Ausbauen wolle man außerdem die Zusammenarbeit auf Basis der bereits bestehenden, grenzübergreifenden Technologieplattform, auch unter Einbindung der ansässigen Hochschulen und Forschungs-einrichtungen.

Sogar in dem von China vorangetriebenen Projekt der „Neuen Seidenstraße“, die über die bereits vorhandene Bahnverbindung Nürnberg-Passau-Linz-Wien sowie über die Donau führen könnte, sehen die Kammervertreter Chancen für eine Aufwertung des gemeinsamen Wirtschaftsraumes.

Auch bei schwierigen Themen sehen Hummer und Leebmann die Notwendigkeit zum Dialog. „Als unmittelbare Nachbarn haben wir uns als Wirtschaftskammern stark vernetzt und unterstützen uns gegenseitig bei gemeinsamen Projekten“, erklärte Hummer. Diese Zusammenarbeit wolle man weiter pflegen und in der Problemlösung über Grenzen hinweg auf Dialog statt auf Abschottung und Konfrontation setzen, sagte Leebmann. Dazu könnten gemeinsame Unternehmerforen wie der „Cross Border Award“ oder das Format „Hallo Nachbar“ ebenso dienen, wie gemeinsame Gremiumssitzungen und weitere best practice-Beispiele der nachbarschaftlichen Kooperation.