Sorgte für eine Überraschung bei den Teilnehmer*innen: Der Innungs-Lkw, prall gefüllt mit Kleinigkeiten für jeden Geschmack (Quelle: Kfz-Innung Niederbayern)

Niederbayerisches Kfz-Gewerbe vorsichtig optimistisch für 2021

Kfz-Gewerbe Niederbayern führt Bezirksversammlungen erstmals im virtuellen Format durch

Dingolfing. Auch in diesem Jahr lud die Kfz-Innung Niederbayern als Interessenvertreterin für 800 niederbayerische Mitgliedsbetriebe am 04., 06. und 11. Mai 2021 zu ihren Bezirksversammlungen ein. Pandemiebedingt wurde hierfür heuer ein virtuelles Format gewählt, das von mehr als 100 Betrieben besucht wurde.

Im Mittelpunkt der Versammlung standen heuer vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Kfz-Gewerbe. So brachen die Neuzulassungszahlen 2020 im Vergleich zu 2019 um 19,1 Prozent ein. Allerdings blieben die Besitzumschreibungen mit einem Minus von 2,4 Prozent nur leicht hinter dem Vorjahr zurück. Aufgrund der Systemrelevanz und der durchgehenden Öffnung von Kfz-Werkstätten ist in Bezug auf die Werkstattauslastung nur eine geringfügige Delle zu verzeichnen – hier waren es 4,0 Prozent weniger als im Vorjahr. „Insgesamt sind die Zahlen nicht zufriedenstellend. Dennoch kann das Kfz-Gewerbe behaupten, im Vergleich zu anderen Branchen mit einem ‚blauen Auge‘ davongekommen zu sein. Nach einem schwachen Start im Januar und Februar 2021 stimmen uns die positiveren Entwicklungen seit März für 2021 vorsichtig optimistisch“, so Michael Krammer, Obermeister der Kfz-Innung Niederbayern. „So kämpfen wir weiter für eine baldige vollständige Öffnung unserer Autohäuser“. Grundsätzlich ist zu beobachten, dass die Fahrzeugpreise trotz der Pandemie weiterhin stabil blieben. „Das lag vor allem an den staatlichen Mitteln, wie beispielsweise der Mehrwertsteuersenkung in 2020 und weiteren Subventionen wie der Elektroautoprämie, die gegenüber den Verbraucher*innen ausgesprochen wurden“, stellte Josef Huber, Geschäftsführer der Kfz-Innung Niederbayern, fest. Preisstabilisierend wirkt sich aktuell bei den jungen Gebrauchtwagen aus, dass 2020 deutlich weniger Neuwägen zugelassen wurden.

Doch nicht nur aktuelle Branchenberichte waren Inhalt der Bezirksversammlungen. So referierte Verena Pietschmann, Referentin Beratung, Kommunikation, IT der Kfz-Innung Niederbayern, zur Thematik Generation Z in Zusammenhang mit deren Rolle als zukünftige Auszubildende. Zudem stellte sie den Mitgliedsbetrieben das neue Ausbildungsportal des bayerischen Kfz-Gewerbes anhand einer Live-Demonstration anschaulich vor. „Wir müssen unseren Fachkräftenachwuchs dort abholen, wo er sich aufhält: Im Internet und den sozialen Medien“, so Pietschmann.

Außerdem hatten die Teilnehmer*innen im Vorfeld die Möglichkeit, sich mit eigenen Fragen und Themenwünschen einzubringen. Besonders die Thematik Akkreditierte Überprüfung im Kraftfahrzeuggewerbe (AÜK) wurde hierbei oft angesprochen. Hier geht es um die Einführung eins bundesweiten Qualitätsmanagements für Abgasuntersuchung in Kfz-Werkstätten, aber auch für die Sicherheitsprüfung für Nutzfahrzeuge. Stephan Wollrab, technischer Leiter der Kfz-Innung, informierte die anwesenden Innungsmitglieder kompetent und detailliert über die Kosten, Details und Prozesse rund um die AÜK.