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Kein guter Tag für die Unternehmen in Niederbayern

„Die Entscheidung der Briten muss man respektieren, aber für die Exportwirtschaft in Niederbayern ist heute kein guter Tag. Die Zeit der Verunsicherung, die jetzt folgt, wird sich unmittelbar auf die Wirtschaftsbeziehungen zu unserem wichtigen Partnerland Großbritannien auswirken. In jedem Fall werden die Europäische Union und der Binnenmarkt deutlich geschwächt“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart die Entscheidung Großbritanniens zum Austritt aus der Europäischen Union.

Rund 500 Unternehmen im IHK-Bezirk stehen in Geschäftsbeziehungen mit Großbritannien, 60 Betriebe haben Vertretungen vor Ort. Allein im vergangenen Jahr hatten die bayerischen Unternehmen Waren im Wert von 15,5 Milliarden Euro nach Großbritannien exportiert, ein Plus von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Für die exportstarke niederbayerische Wirtschaft ist Großbritannien ein wichtiger Markt – und wird das weiterhin bleiben. Kurzfristig rechnen wir jetzt mit erheblichen Wechselkursschwankungen, einem Rückgang der Nachfrage und einer deutlichen Zurückhaltung bei den Investitionen in Großbritannien“, sagt Keilbart.

Die langfristigen Folgen sind noch nicht absehbar – das hängt von den künftigen Vereinbarungen zwischen der EU und Großbritannien ab. Großbritannien muss nun seine Handelsverträge weltweit, aber auch mit der EU komplett neu aufsetzen. Die EU-Verträge sehen dafür einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren vor. „Die Verhandlungen werden sich lange hinziehen und der Ausgang ist offen – zumindest die bürokratischen Hürden werden aber sicherlich höher werden“, befürchtet Keilbart.

IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart
IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart