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Dienstag, April 23, 2024

Geschlechterspezifische Finanzberatung für Frauen

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VerbraucherService Bayern rät zur Vorsicht

Frauen gelten als lukrative Zielgruppe für Finanzangebote von Banken, Versicherungen, speziel­len Frauenfinanzberatungen und so genannten Finfluencer*innen. Was ist von diesen geschlechterspezifischen Angeboten zu halten? Der VerbraucherService Bayern im KDFB e.V. (VSB) sieht dies durchaus kritisch.

Das Statistische Bundesamt veröffentlichte Ende Januar 2023, dass die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland im Jahr 2022 immer noch bei 18 Prozent lag. Dieser Gender Pay Gap entsteht, weil Frauen eher in schlecht bezahlten Branchen arbeiten, seltener eine Führungsaufgabe übernehmen, häufig teilzeitbeschäftigt sind oder dauerhaft im Minijob arbeiten. Wer über lange Jahre weniger verdient, hat ein geringeres Lebenserwerbseinkommen. Nach einer Analyse der Bertelsmann Stiftung aus dem Jahr 2020 sind die Einkommenseinbußen von Müttern besonders hoch. Altersarmut droht, wenn Frauen sich nicht aktiv mit ihren Finan­zen auseinandersetzen.

„Die zahlreichen Finanzblogs für Frauen leisten als Informationsquelle gute Dienste und moti­vieren Frauen, sich um die eigenen Finanzen zu kümmern“, bewertet Markus Steiner, Referent für Finanzdienstleistungen beim VSB. Die frauenspezifische und lockere Ansprache erleichtert es Frauen, sich mit den Themen des Vermögensaufbaus und der Geldanlage zu be­fassen. „Vorsicht ist dennoch geboten“, mahnt Steiner, „denn die selbsternannten Finfluencer*innen sind nicht immer qualifiziert und unabhängig, zumal die Blogs oft auch als Plattform für den Vertrieb teurer Coachings, Seminare und kostspieliger Finanzberatungen dienen“.   

Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, des Finanzforschungsinstituts SAFE und der Universität Frankfurt aus dem Jahr 2020, bei der 27000 Beratungsdokumentationen ausgewertet wurden, zeigt zudem, dass Frauen für die Geldanlage teurere Fonds, die geringere Renditen erzielen, empfohlen wurden. Frauen wählten zudem häufiger ein kostspieligeres Rundum Sorg­los Paket und konnten den Zusammenhang zwischen Kosten und Rendite des Finanzprodukts schlechter einschätzen als Männer.

Weiterführende Informationen finden Sie im VSB-Tipp:
https://www.verbraucherservice-bayern.de/themen/finanzen/vermoegens-und-alterssicherung-fuer-frauen

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