Der Neubau der Handwerkskammer in Schwandorf geht zügig voran: Der Rohbau ist fertiggestellt, das Dach abgedichtet, der Innenausbau gestartet und die Fassade in Arbeit (Foto: Schwarz)

Auch in der Pandemie an Traditionen festhalten

„Zentrum für digitale Gebäudetechnik“ in Schwandorf feiert wichtige Baufortschritte

Schwandorf. Kurz vor Ausbruch der Pandemie gab die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz den Neubau eines Zentrums für digitale Gebäudetechnik bekannt. Nun, knapp ein Jahr später, ist der Rohbau fertiggestellt, das Dach abgedichtet, der Innenausbau gestartet, die Fassade in Arbeit und eigentlich stünde nun das Richtfest an. „Der Bau ist bislang – Corona zum Trotz – sehr zügig und absolut reibungslos verlaufen“, berichtet Dr. Georg Haber, Präsident der Handwerkskammer, erfreut. „Gerade deshalb hätten wir uns gerne mit einem großen Richtfest bei allen Baubeteiligten persönlich bedankt“, ergänzt HWK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kilger. Dass so eine Veranstaltung aufgrund der aktuellen Pandemielage nicht möglich sei, sei klar, dennoch wolle die Kammer an den alten, handwerklichen Traditionen festhalten, weshalb sich die Spitzenvertreter der Kammer gestern mit den Bauhauptverantwortlichen in kleiner Runde vor Ort getroffen haben. Dabei sprach Zimmerermeister Christoph Geiß den traditionellen Richtspruch. Insbesondere war den Kammervertretern beim gestrigen Treffen wichtig zu betonen: „Unser größter Dank und Respekt gilt den am Bau beteiligten Firmen und ihren Mitarbeitenden. Den bisherigen Bauerfolg haben wir vor allem ihnen zu verdanken. Im Hinblick auf die erschwerten Bedingungen eine enorme Leistung“, so Haber und Kilger unisono.

Trafen sich in kleiner Runde, um den Baufortschritt zu begutachten (unten v. li. n. re.): Jürgen Kilger, HWK-Hauptgeschäftsführer, Dr. Georg Haber, HWK-Präsident, Eric Frisch, Gesellschafter und Vorstand der Dömges Architekten AG. Zimmerermeister Christoph Geiß (oben) sprach den Richtspruch (Foto: Schwarz)

Qualität aus der Region bewährt sich

Derzeit sind am Neubau der Handwerkskammer in Schwandorf sieben Handwerksunternehmen beteiligt. 18 Bauaufträge konnten nach Ausschreibung an Handwerker aus der Region vergeben werden. „Seit Ausbruch der Krise appellieren wir an die öffentliche Hand, das regionale Handwerk nicht im Stich zu lassen und weiterhin zu investieren“, sagt Georg Haber. „Umso erfreulicher also, dass wir den Großteil der Bauaufträge in Schwandorf an Handwerksbetriebe aus unserem Kammergebiet vergeben konnten“, so der Präsident. An das etablierte Hygiene- und Sicherheitskonzept hätten sich alle bislang sehr gut gehalten, die Einsatzbereitschaft sei nach wie vor hoch. Ein Sicherheitskoordinator begleite alle Schritte und achte auf die Sicherheit der am Bau Beteiligten. „So gab es bisher keine Ausfälle, weshalb wir nach wie vor im Zeit- und Kostenplan liegen“, bestätigt Jürgen Kilger.

Neue Standards in puncto digitaler Handwerksausbildung setzen

Mit dem Neubau in Schwandorf errichtet die Handwerkskammer ein „Kompetenzzentrum für digitale Gebäudetechnik“. Erklärtes Ziel der Kammer: Vorreiter in Sachen digitaler Handwerksausbildung werden. Das Gebäude selbst wurde im sogenannten „Building Information Modeling“-Standard, kurz BIM, geplant und gebaut. Dieses ganzheitliche, digitale Bauplanungsverfahren ist auf dem Vormarsch und wird auch für das Handwerk immer wichtiger, so die Einschätzung von Experten. Deshalb wird es in dem Neubau innovative Fortbildungskurse, unter anderem zum Thema „BIM“, geben, wobei das Gebäude selbst als Demonstrationsobjekt dienen wird. Auch ein Labor wird eingerichtet, in dem sich die Kursteilnehmer an regenerativen Energieanlagen ausprobieren können. Die offizielle Inbetriebnahme des neuen Zentrums ist für den kommenden Oktober geplant. Die Gesamtausgaben für das neue Zentrum belaufen sich auf 5,9 Millionen Euro. Das Bauvorhaben wird von der Europäischen Union über den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie mit Bundes- und Landesmitteln gefördert.