Anstieg der Arbeitslosigkeit in der kalten Jahreszeit

  • Zahl der Arbeitslosen im Januar 2021: 8.979
  • Arbeitslosenquote mit 4,9 Prozent um 1,2 Prozentpunkte saisonal bedingt höher als im Vormonat und um 0,6 Prozentpunkte höher zum Vorjahresmonat
  • Anstieg der Zahl der Arbeitslosen zum Vorjahr um 15,6 Prozent
  • Stellenbestand bei 2.200 gemeldeten Arbeitsstellen; 987 Stellen weniger im Vergleich zum Vorjahresmonat (minus 31,0 Prozent)

Passau. Im Januar waren insgesamt 8.979 Menschen arbeitslos gemeldet und damit 32,8 Prozent mehr im Vergleich zum Vormonat und 15,6 Prozent mehr als im Januar 2020. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen von 4,9 Prozent. Die Arbeitslosenquote im Januar liegt damit um 1,2 Prozentpunkte über dem Wert des Vormonats (plus 2.216 Personen). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Arbeitslosigkeit um 0,6 Prozentpunkte (1.210 Personen) angestiegen. „Der Arbeitsmarkt in der Region Passau zeigt sich trotz der Zunahme an Arbeitslosen während des strengen Winters und den weiteren Auswirkungen der Krise belastbar. Im Monat Januar erreicht die Arbeitslosenquote regelmäßig den höchsten Jahreswert, daher stellt eine aktuelle Quote von 4,9 Prozent einen akzeptablen Januarwert dar“, beschreibt Dr. Klaus Stein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Passau, die Lage am regionalen Arbeitsmarkt.

Der Bestand an Arbeitslosen im Agenturbezirk Passau verteilt sich zu 70,9 Prozent auf das SGB III und zu 29,1 Prozent auf das SGB II (Vergleich mit Januar 2020: 72,7 Prozent Bestand SGB III, 27,3 Prozent Bestand SGB II). Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit ist in beiden Rechtskreisen zu verzeichnen. Die Zunahme der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat lag im Bereich der Versicherungsleistung (Arbeitslosenversicherung) bei 44,8 Prozent und in der Grundsicherung bei 10,3 Prozent.

Der Zuwachs an Arbeitslosen ist im aktuellen Berichtsmonat mitunter saisonbedingt. Aufgrund der fehlenden Beschäftigungsmöglichkeiten während der Wintermonate stellen saisonabhängige Betriebe wie die Bauwirtschaft vermehrt Personal frei. Besonders schwer haben es während der Wintermonate Langzeitarbeitslose, sprich Personen die länger als ein Jahr arbeitslos sind. Auch die Folgen der Pandemie zeigen sich bei dieser Personengruppe besonders deutlich. So stieg die Arbeitslosigkeit bei Langzeitarbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 71 Prozent an.

Die Arbeitskräftenachfrage

Die Nachfrage der Arbeitgeber nach Arbeitskräften ist weiterhin rückläufig. Der Bestand von aktuell 2.200 zu besetzenden Arbeitsstellen liegt mit einem Rückgang von 31,0 Prozent deutlich unter dem Vorjahresniveau.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Im Krisenjahr 2020 war der hohe Bestand an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten leicht rückgängig. Im Juni 2019 waren 128.556 Personen in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, während es im Juni 2020 127.699 SV-Beschäftigte im Gebiet der Agentur für Arbeit Passau waren. Dies entspricht einem Rückgang von circa 0,7 Prozent (857 Personen).

Entwicklung der Kurzarbeit

Im Agenturbezirk Passau stellten seit Beginn der Pandemie insgesamt 5.482 Betriebe eine Anzeige auf konjunkturelle Kurzarbeit, dies entspricht 67.575 in den Anzeigen genannten Personen. Nach einem Maximum im April gingen in den darauffolgenden Monaten zwar deutlich weniger Anzeigen ein, allerdings stiegen ab Herbst 2020 die Anzeigen wieder. Im aktuellen Berichtsmonat wurden von 330 Betrieben 2.444 Personen zur Kurzarbeit angezeigt. Die Entwicklung der realisierten Kurzarbeit ist jedoch sehr zeitverzögert, da Arbeitgeber bis zu 3 Monate Zeit haben um diese abzurechnen.

Hochgerechnete Daten zur realisierten Kurzarbeit ergeben für September 2020 1.242 Betriebe und 13.487 Personen in Kurzarbeit.


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