IHK-Konjunkturumfrage unter Betrieben aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus

2018 wird ein gutes Jahr für die niederbayerische Wirtschaft – das zumindest lässt der verheißungsvolle Start der Betriebe aus Industrie, Handel, Dienstleistungen und Tourismus vermuten.

Die IHK Niederbayern hat dazu die niederbayerischen Unternehmen befragt. Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage: eine Geschäftslage auf hohem Niveau, verbreiteter Optimismus und mehr Investitionen in Ausbau und Modernisierungen. „Die Betriebe bewerten ihre aktuelle Situation als ganz ausgezeichnet. Allerdings ist die Euphorie nicht mehr ganz so hoch, wie bei der Herbstumfrage“, fasst IHK-Präsident Thomas Leebmann zusammen.

Mit 93 Prozent berichtet der weite Großteil der befragten Unternehmen von verbesserten oder zumindest gleichbleibend guten Geschäften. Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Lage und die zukünftigen Erwartungen der Unternehmen zusammenfasst, liegt daher in der Folge weiterhin auf hohem Niveau und übersteigt mit 133 Zählern sogar den bereits starken Wert aus dem Vorjahr. Der erneute Aufschwung wird vor allem von der guten Entwicklung in Industrie und Großhandel getragen. Bei den Dienstleistern und im Einzelhandel fällt die Dynamik hingegen etwas schwächer aus.

Weitere Faktoren begünstigen die Wirtschaftsentwicklung: Die gute Situation am Arbeitsmarkt beflügelt die Konsumlaune der Verbraucher. Die Länder der Eurozone sind wirtschaftlich stark – das sorgt für gut gefüllte Auftragsbücher bei den niederbayerischen Betrieben, denn die Eurozone ist für sie ein besonders wichtiger Absatzmarkt. „Sorgen machen der Wirtschaft aber die Abschottungstendenzen der US-Regierung. Das macht sich bereits durch einen Rückgang im gegenseitigen Warenhandel bemerkbar“, gibt Leebmann zu bedenken. Trotzdem: „Ein Ende des Aufschwungs ist nicht in Sicht, der Blick auf 2018 bleibt durchwegs optimistisch“, sagt der IHK-Präsident. 27 Prozent der befragten Unternehmen rechnen mit einer weiteren Verbesserung, nicht einmal jeder Zehnte geht vom Gegenteil aus. Auch die Investitionen kommen in Gang. Die Betriebe vertrauen auf die stabile Hochlage und wollen mehr Geld in ihre Anlagen und Gebäude stecken. Die Veränderungen durch die weiter fortschreitende Digitalisierung kurbeln in den Unternehmen die Investitionstätigkeit zusätzlich an.

„Die Lage ist also sehr gut, und um die hohe Nachfrage zu decken, möchte eigentlich jedes fünfte Unternehmen mehr Personal einstellen – doch der Mangel an qualifizierten Bewerbern wird hier zum Problem. Drei Viertel unserer Betriebe sehen das als große Herausforderung, der Fachkräftemangel ist mit Abstand Risikofaktor Nummer 1.“ Auch die wieder anziehenden Energie- und Rohstoffpreise belasten die Betriebe. 42 Prozent der Unternehmen sehen sich daher gezwungen, an der Preisschraube zu drehen.

Gefragt nach den Erwartungen an eine neue Bundesregierung fordert jeder Zweite nicht nur eine schnelle Regierungsbildung, sondern vor allem Neujustierungen in der Wirtschaftspolitik. „Der konjunkturelle Rückenwind muss genutzt werden, um eine gute Grundlage für die digitale Wirtschaft von morgen zu schaffen“, fordert Leebmann. „Nach wie vor sehen die Unternehmen akuten Nachholbedarf beim Fachkräfteangebot, der Verkehrsinfrastruktur und der bürokratischen Belastung.“

Der detaillierte Konjunkturbericht samt einer Auswertung nach einzelnen Branchen ist interaktiv aufbereitet im IHK-Internetauftritt verfügbar: www.ihk-niederbayern.de/konjunktur